Beweisaufnahme

 Normen 

§§ 335 ff. ZPO

§§ 244 ff. StPO

 Information 

Teil der Hauptverhandlung.

1. Allgemein

Die Beweisaufnahme wird durch das Gericht förmlich (durch einen Beweisbeschluss gemäß § 359 ZPO) oder formlos angeordnet.

Vorgeschrieben ist die förmliche Anordnung in den folgenden Fällen:

Der Beweisbeschluss muss Beweisthema, Beweismittel und Beweisführer beinhalten.

Die Beweisaufnahme unterliegt folgenden Grundsätzen:

  • Unmittelbarkeit: Das zur Entscheidung berufene Gericht muss sich einen unmittelbaren Eindruck verschaffen.

  • Öffentlichkeit: Grundsätzlich ist die Beweisaufnahme öffentlich durchzuführen.

  • Die Beweisaufnahme ist im Falle des Strengbeweises auf die fünf Beweismittel beschränkt.

2. Strafverteidigung

Der Strafverteidiger kann die Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung u.a. durch Überprüfung folgender tatsächlicher und/oder rechtlicher Problematiken vorbereiten:

 Siehe auch 

Alio: Änderungen im deutschen Rechtshilferecht - Beweisaufnahme nach der europäischen Beweisaufnahmeverordnung; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2004, 2706

Bender/Nack/Treuer: Tatsachenfeststellung vor Gericht. Glaubwürdigkeits- und Beweislehre; 3. Auflage 2007

Beulke: Die Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung, § 250 ff. StPO; Juristische Arbeitsblätter - JA 2008, 758

Dötsch: Wiederholung einer Beweisaufnahme in der sofortigen Beschwerde; Monatsschrift für Deutsches Recht - MDR 2008, 893

Laumen/Baumgärtel/Prütting: Handbuch der Beweislast: 9 Bände: Grundlagen, 2 x SchuldR AT, 3 x SchuldR BT; Sachenrecht, Familienrecht, Erbrecht; 3. Auflagen 2009/2010

Schneider: Verhandlungen über das Beweisergebnis; Monatsschrift für Deutsches Recht - MDR 2001, 781