Besteuerung von Bitcoins, Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICOs)

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25.02.2019109 Mal gelesen
Dem Bitcoin und allen anderen Kryptowährungen kommt derzeit eine große Bedeutung zu. Um den Verbraucher zu schützen und Straftaten zu verhindern, befassen sich Finanzauf-sichts-, Steuer-, und Zollbehörden befassen mit großem Interesses mit diesem Markt....

Dem Bitcoin und allen anderen Kryptowährungen kommt derzeit eine große Bedeutung zu. Um den Verbraucher zu schützen und Straftaten zu verhindern, befassen sich Finanzaufsichts-, Steuer-, und Zollbehörden befassen mit großem Interesses mit diesem Markt. Kryptowährungen sind Zahlungsmittel, welcher eine dezentralen Speicherung und Verwaltung und somit die Blockchain-Technologie zugrunde liegt. 

 

Es bestehen bei einem gewinnbringenden Verkauf von Aktien und Finanzinstrumente über eine Bank in Deutschland keine steuerlichen Pflichten für den Verkäufer, weil die Bank automatisch selbst die Abgeltungssteuer abzieht. Anders ist dieses bei der steuerrechtlichen Beurteilung von Kryptowährungen, Initial Coin Offerings (ICO) und Smart Contracts. Diese könnte unterschiedlicher und schwieriger für den Verbraucher nicht sein.

 

Im Handel mit Kryptowährungen besteht für Sie schnell der Weg in die Strafbarkeit. Im Gegensatz zu Aktien, sind Sie hier selbst dafür verantwortlich erzielte Gewinne zu versteuern. Der Handel kann so schnell zu Probleme mit dem Finanzamt und anderen Behörden führen. Der Verkauf von Kryptowährungen kann schnell in einer Steuerhinterziehung, -verkürzung oder in anderen Straftaten enden. Auch Auszahlungen auf ihr eigenes Konto oder das Verschieben der Summe auf ein anderes Konto kann gegen das Geldwäschegesetz verstoßen, woraufhin die Financial Intelligence Unit des Zolls ermittelt. Maßnahmen zur Prävention von Steuerhinterziehung und ähnlichem sind hier essentiell, um nachteilige Konsequenzen abzuwenden.

 

Die Besteuerung von Kryptowährung für Privatpersonen

Man unterscheidet innerhalb der Besteuerung von Geschäften privater Personen mit Kryptowährungen zwischen zwei Fällen, durch welche Gewinne erzielt werden können.

 

  • Das Erzielen von Gewinnen durch den Umtausch der Kryptowährung in eine konventionelle Währung (der klassischer Verkauf). 
  • Die Verwendung von Kryptowährungen als Bezahlung im Kauf oder Verkauf von Dienstleistungen oder Waren. 

 

Diese beide Fälle stellen typische private Veräußerungsgeschäfte dar und unterliegen somit nicht der Umsatzsteuer, sondern nur der Einkommenssteuer. Hieraus resultiert, dass Gewinne steuerfrei sind, wenn die Haltefrist eingehalten oder die Freigrenze nicht überschritten wird. 

 

Der Anleger hat oftmals die verkauften Coins der Kryptowährungen zuvor nicht der Haltefrist entsprechend gehalten oder die verkauften Coins übersteigen den Freibetrag. Woraus eine Steuerpflicht resultiert. Eine rechtliche Beratung hinsichtlich des pflichtgemäßen Abführens von Steuern und der Bedeutung und Übereinstimmung mit Haltefristen und Freibeträge ist von großer Bedeutung. 

 

Die Besteuerung von Bitcoins für Unternehmen

Wenn Gewinne durch Bitcoins von Unternehmen erzielt werden sind diese komplett steuerpflichtig. Es besteht für Sie keine Mindesthaltedauer und kein Freibetrag. Die erzielten Gewinne sind somit, je nach Unternehmensform, nach der Einkommens- oder Körperschaftssteuer zu besteuern und unabhängig von der Unternehmensform auch nach der Gewerbesteuer. Problematisch ist aber, ob und in wie weit die Geschäfte auch der Umsatzsteuer unterliegen. Eine steuerrechtlichen Beratung hinsichtlich der Bedeutung der Umsätze im Rahmen der Umsatzsteuer ist unerlässlich, da dieses schnell zu einer Steuerverkürzung oder -hinterziehung führen kann, sobald keine Steuern abgeführt wurden.

 

Initial Coin Offerings, Smart Contracts und Coin "Mining"

Neben dem einfachen Verkauf ist auch das Mining von Coins, ICO und die ggf. in Coins enthaltenen Smart Contracts in der steuerlich-rechtlichen Beurteilung problematisch.

 

Zur Ermittlung der zu zahlenden Steuern wird der Kaufpreis herangezogen. Dieses kann, aufgrund der Wertschwankungen zu Problemen führen. Das Mining der Coins ist neben den Wertschwankungen auch in anderer Art steuerlicher Hinsicht problematisch, da hier der Wert der Coins nicht am Kurs bemessen werden kann. Die Coins werden hier über gekaufte Rechenleistung errechnet und nicht gekauft. Daher erfordert die steuerrechtliche Beurteilung des Verkaufs von Coins aus dem Mining eine Einzelfallentscheidung.

 

Das ICO ist eine Krypto-Äquivalent zum Börsengang und bei Start-Ups momentan sehr beliebt. Hierbei werden, im Gegensatz zum Börsengang keine klassischen Unternehmensanteilen ausgegeben, Coins ausgegeben. Diese Coin können dann Kryptowährungen, Unternehmensanteile oder andere Strukturen wiederspiegeln. Aus diesem Grund bestehen viele steuerliche und rechtliche Fragen für Investoren in ICOs und Unternehmen, die ein ICO anstreben. Problematisch ist daher wie und in wie weit der im ICO erzielten Erlös des Unternehmens versteuert werden muss. Fraglich ist auch, ob und wie die Rendite des Anlegers steuerpflichtig ist. In beiden Fällen müssen Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Sie sollten sich vor der Durchführung eines ICOs oder dem Kauf von Coins unbedingt rechtlich beraten lassen.

 

Ein weiteres Feld mit vielen Problemen sind Smart Contracts, welche zum Beispiel in Coins einer Kryptowährung oder eines ICOs integriert sein können. Diese Smart Contracts könnten dann zum Beispiel automatisch gewisse Beträge in Coins oder konventioneller Währung als Rendite für die Investoren ausschütten oder andere rechtliche Folgen herbeiführen. Neben der rechtliche Wertung von Smart Contracts ist auch die Versteuerung der erzielten Umsätze schwierig für den Besitzer der Smart Contracts einzuschätzen. Die rechtliche und steuerrechtliche Wertung hängt auch hier vom Einzelfall der Ausgestaltung des Coins ab, weshalb eine Individuelle rechtliche Einschätzung notwendig ist.

 

Vor dem Hintergrund der bleibenden rechtlichen und steuerlichen Fragen und Unsicherheiten bei Investition in Kryptowährungen und blockchainbasierten Technologien ist eine frühzeitige und fachkundige Rechtsberatung unerlässlich. Grade bei großen Summen kann ein Fehlverhalten schnell in steuerrechtlichen und strafrechtliche Konsequenzen enden, wodurch eine rechtliche Beratung unumgänglich ist. Nur durch sie können potentiell schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen abgewehrt und vorbeugend behandelt werden.

 

Wenn Sie Fragen zu der steuerrechtlichen Beurteilung der Gewinne im Kryptowährungshandel haben oder sich gegen das Finanzamt und die Besteuerung wehren wollen, so kann Ihnen Herr Rechtsanwalt Kaufmann den Rechtsweg ebnen und dahingehend beraten. Sie können Ihn direkt unter der Nummer 0421/5975330 kontaktieren.