Hintergrund-Bild
Markus Deutsch

Rechtsanwalt

Markus Deutsch

Termin vereinbaren
Rechtsanwalt & Steuerberater Markus Deutsch
Friedrichstr. 153a
10117 Berlin
(030) 30 88 95 10

Weitere Informationen über mich

Unsere Spezialgebiete liegen ausschließlich in der Steuerberatung, im Steuerstrafrecht und in der Steuergestaltung. Für Ihr Anliegen sind wir von Berlin aus bundesweit tätig.

Im Rahmen der wiederkehrenden laufenden Beratung betreuen wir kleine und mittelgroße Personen- und Kapitalgesellschaften vor allem in den Branchen Dienstleistungen, Medien, IT und Immobilien. Wir steuern und beraten - und dabei erstellen wir steuersparend Ihre Finanzbuchhaltung, die Abschlüsse und Steuererklärungen sowie Ihre aktuelle betriebswirtschaftlichen Auswertungen. Zu unseren Mandanten gehören ebenso anspruchsvolle Privatpersonen und Familien, die wir im Rahmen des Family Office in Fragen zur Einkommensteuer, Erbschaft und Schenkungen beraten.

Neben der Gestaltungsberatung liegt unser Schwerpunkt in der steueranwaltlichen Beratung, vorwiegend im Steuerstrafrecht, in der Selbstanzeigen-Beratung und in der steuerlichen Abwehrberatung. Hierbei stehen wir Ihnen ebenso bei Schätzungen des Finanzamts, laufenden Steuerverfahren sowie Betriebsprüfungen als Partner zur Seite. Mit unserer Hilfe erhalten Sie "Waffengleichheit" vor dem Finanzamt und bei den Gerichten. Steuerberatenden Kollegen/-innen bieten wir Unterstützung bei problematischen Rechtsfragen durch Gutachten oder Mitarbeit im Einzelfall an.

Bei weitergehenden Fragen kooperieren wir in hauseigener Bürogemeinschaft sowie in einem bundesweiten Netzwerk mit spezialisierten Anwälten und Finanzdienstleistern. Unsere Datensicherung erfolgt auf höchstem DATEV-Standard ausschließlich im Inland. Wir sind bestätigt als Handelsblatt Top-Steuerberater 2016. Die erste Einschätzung per Telefon oder E-Mail ist für Sie kostenlos.

Kanzleinews

Hohe Barabhebungen rechtfertigen keine Schätzung von Kapitaleinkünften

18.07.2016459 Mal gelesen

Werden hohe Beträge bar vom Konto abgehoben, begründet dies noch nicht die Befugnis des Finanzamts, Kapitaleinkünfte zu schätzen. Der Steuerpflichtige muss auch keinen Nachweis über die Verwendung der Barabhebungen erbringen. Von ihm kann auch nicht verlangt werden, dass er das Nichtvorhandensein ausländischer Bankkonten nachweist.

Klagen vor den Finanzgerichten oft erfolgreich

07.07.2016527 Mal gelesen

Wenn sich Steuerpflichtige und Finanzverwaltung nicht einigen können, sind die 18 Finanzgerichte der Bundesländer gefragt. Laut dem Geschäftsbericht der Finanzgerichte für die Jahre 2013 bis 2015 gingen allein im letzten Jahr 34.974 Klagen und 6.013 Anträge auf vorläufigen Rechtsschutz bei den Finanzgerichten ein. Die Anzahl der Verfahren ist dabei seit Jahren rückläufig. Demgegenüber steigt die Erfolgsquote für die Steuerpflichtigen. In etwas mehr als 40 Prozent der Verfahren konnten die Kläger im Jahr 2014 einen Erfolg erzielen, in dem die Finanzämter im Klageverfahren den Steuerbescheid änderten oder die Finanzgerichte ganz oder teilweise zugunsten der Steuerpflichtigen entschieden.

Wenn die Entscheidung eines Landesfinanzgerichts für den Steuerpflichtigen nachteilig ausfällt, bleibt noch die Revision oder Beschwerde beim Bundesfinanzhof (BFH). Das oberste deutsche Finanzgericht hat nach seinem Jahresbericht im vergangenen Jahr 2.721 Verfahren abgeschlossen. Hiervon wurden bei den Revisionsverfahren 41 Prozent zugunsten der Steuerpflichtigen entschieden, bei den Nichtzulassungsbeschwerden waren es immerhin noch 14 Prozent.

Aus nach eigener Erfahrung handelt es bei den Finanzgerichten um fachlich und sachlich bestens ausgestattete Instanzen, die einen unvoreingenommenen richterlichen Blick auf den vorgebrachten Steuerfall gewährleisten. Sollten Sie Unterstützung bei der Frage der Erhebung der Klage oder bei der Durchführung brauchen, sprechen Sie uns einfach an!

Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer auf der Zielgeraden? Ein Überblick

29.06.2016469 Mal gelesen

Am 20.06.2016 haben sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD über die Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer geeinigt. Damit wird der Weg frei für einen Abschluss des parlamentarischen Verfahrens im Deutschen Bundestag und im Bundesrat.

Die Einigung soll den Bestand vor allem von mittelständischen Unternehmen und den Erhalt der vorhandenen Arbeitsplätze in Deutschland schützen. Sie stellt nach Ansicht der Politik eine ausgewogene Lösung dar, die die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts vom 17.12.2014 insbesondere auch durch Einführung einer Bedürfnisprüfung erfüllt und der Bedeutung der Erbschaft- und Schenkungsteuer für eine gerechte Vermögensverteilung in Deutschland Rechnung trägt.

Gegenüber dem Regierungsentwurf vom 08.07.2015 für ein Gesetz zur Anpassung des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sieht die Gesamteinigung im Einzelnen folgende Anpassungen vor:

1. Entlastung kleiner Unternehmen von Bürokratie

Kleine Unternehmen mit wenigen Beschäftigten werden auch weiterhin von bürokratischen Pflichten deutlich entlastet. Für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten entfällt auch weiterhin die Lohnsummenprüfung für die Gewährung der Verschonung von der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Saisonarbeiter bleiben bei der Ermittlung der Beschäftigtenzahl unberücksichtigt.

2. Einschränkung von Steuergestaltungen

Missbräuchliche Steuergestaltung wird eingeschränkt, wie dies das Bundesverfassungsgericht gefordert hat. Wenn das nicht begünstigte Verwaltungsvermögen 90 Prozent des gesamten Betriebsvermögens überschreitet, wird die Verschonung von der Erbschaft- und Schenkungsteuer ausgeschlossen.

3. Förderung von Investitionen

Die Erbschaftsteuer darf Investitionen in den Unternehmen nicht behindern und Arbeitsplätze nicht gefährden. Deshalb werden diejenigen Mittel aus einem Erbe, die gemäß dem vorgefassten Willen des Erblassers innerhalb von zwei Jahren nach seinem Tod für Investitionen in das Unternehmen getätigt werden, steuerrechtlich begünstigt.

4. Verwaltungsvermögen

Dem Anliegen der Länder, wie im geltenden Recht beim Begriff des Verwaltungsvermögens zu bleiben, wird entsprochen. Das Verwaltungsvermögen ist grundsätzlich nicht begünstigt. Es wird aber bis zu 10 Prozent wie steuerrechtlich begünstigtes Betriebsvermögen behandelt. Darüber hinaus wird klargestellt, dass Drittlandsbeteiligungen bei einer Holdinggesellschaft, Altersversorgungsverpflichtungen und verpachtete Grundstücke, die zum Zwecke des Absatzes von eigenen Produkten überlassen werden (z. B. bei Brauereigaststätten und Tankstellen), begünstigt werden. Geld und geldwerte Forderungen (Finanzmittel) können zu 15 Prozent zum steuerrechtlich begünstigten Vermögen gerechnet werden, um die notwendige Liquidität des Unternehmens zu sichern.

5. Steuererleichterungen für Familienunternehmen

Die Einigung würdigt als Rückgrat unserer mittelständischen Wirtschaft die besondere Situation von Familienunternehmen mit langfristigen Bindungen über Generationen hinweg. Diese Verfügungsbeschränkungen bei der Anteilsweitergabe werden als Steuerbefreiung in Höhe von maximal 30 Prozent bei der Bestimmung des Unternehmenswerts berücksichtigt. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass der gemeine Wert eines Familienunternehmens auf Grund der für solche Unternehmen üblichen Verfügungsbeschränkungen bei der Anteilsweitergabe nicht dem für den Erben beim Verkauf tatsächlich erzielbaren Wert entspricht. Die Verfügungsbeschränkungen müssen zwei Jahre vor und 20 Jahre nach dem Tod des Erblassers bzw. dem Schenkungszeitpunkt vorliegen.

6. Große Unternehmensvermögen

Das Bundesverfassungsgericht hat Einschränkungen bei der Verschonung großer Vermögensübergänge gefordert. Ab einem begünstigten Vermögen von 26 Mio. € pro Erwerber ist eine individuelle Verschonungsbedarfsprüfung oder alternativ ein Verschonungsabschlagsmodell vorgesehen. Der Verschonungsabschlag verringert sich um einen Prozentpunkt für jede 750.000 Euro, die der Erwerb oberhalb der Prüfschwelle von 26 Mio. € liegt. Keine Verschonung wird gewährt ab einem Erwerb von 90 Mio. € (bei der Optionsverschonung mit 7 Jahren Haltefrist und einer Lohnsumme von mindestens 700 %) bzw. von 89,75 Mio. € (bei der Regelverschonung mit 5 Jahren Haltefrist und einer Lohnsumme von mindestens 400 %).

7. Realistische Vermögensbewertung

Wir vermeiden in Zeiten von niedrigen Zinsen eine Überbewertung von Unternehmen. Deshalb wird der beim sog. vereinfachten Ertragswertverfahren für die Bestimmung des Unternehmenswerts maßgebliche Kapitalisierungsfaktor angepasst. Der Kapitalisierungsfaktor, der multipliziert mit dem nachhaltig erzielbaren Jahresertrag den Unternehmenswert ergibt, wird von derzeit 17,86 auf einen Korridor von 10 bis maximal 12,5 abgesenkt.

8. Erweiterte Stundungsregelung

Die Zahlung der Erbschaftsteuer darf die Existenz des Unternehmens nicht gefährden, auch wenn dem Steuerpflichtigen bei der Bedarfsprüfung kein Steuererlass gewährt wird. Daher wird ein Rechtsanspruch auf eine voraussetzungslose Stundung bis zu zehn Jahren bei Erwerben von Todes wegen eingeführt. Die Stundung erfolgt zinslos und erstreckt sich auf die Steuer, die auf das begünstigte Vermögen unabhängig von dessen Wert entfällt. Voraussetzung ist die Einhaltung der Lohnsummenregelung und der Behaltensfrist.

9. Inkrafttreten

Nach erfolgreichem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens im Deutschen Bundestag und im Bundesrat soll das Gesetz rückwirkend zum 01.07.2016 in Kraft treten.


Achtung: Nach derzeitigem Stand ist die Abstimmung im Bundesrat am 8.7.2016 geplant. Das Abstimmungsverhalten von Bündnis 90/Die Grünen ist hierbei noch unklar.

Indes ist davon auszugehen, dass alsbald eine neue Vorlage an das Bundesverfassungsgericht kommen wird, da der Gesetzgeber nicht zuletzt die seitens des Bundesfinanzhof kritisierten Begünstigungen des Immobilienvermögens unangetastet ließ.