Proven Oil Canada POC Growth fordert ihre Anleger zu weiteren Zahlungen auf

Proven Oil Canada POC Growth fordert ihre Anleger zu weiteren Zahlungen auf
17.07.2015167 Mal gelesen
Proven Oil Canada - die Gesellschaft schreibt mit aktuellen Rundschreiben Juli 2015 ihre Anleger an und fordert in erheblichem Umfang Gelder zurück. Anleger sollen die 2013 erhaltenen Ausschüttungen bis zum 25.07.2015 zurückzahlen

Die schöne Vorstellung von einer Teilhabe an dem florierenden Geschäft mit Kanadischem Öl oder Gas werden die meisten Anleger der Proven Oil Canada (POC) Growth GmbH & Co. KG in der letzten Woche endgültig begraben haben. Nachdem die Gesellschaft schon die für 2014 versprochenen Auszahlungen unter dem Vorwand schwieriger Marktsituationen nicht geleistet hat, kam nun die nächste Schreckensnachricht:

Die Gesellschaft schreibt mit einem aktuellen Rundschreiben aus Anfang Juli 2015 ihre Anleger an und fordert in erheblichem Umfang Gelder zurück. Anleger sollen die 2013 erhaltenen Ausschüttungen bis zum 25.07.2015 zurückzahlen.

Doch Anleger können sich gegen diese Forderung zur Wehr setzen, wie KAP Rechtsanwälte, die geschädigte Anleger vertreten und bereits Klage eingereicht hat, berichtet.

Nach Angaben des Fonds in dem Rundschreiben ist der Hintergrund der Forderung, dass die kanadischen Banken “überraschend” von der Objektgesellschaft (COGI Limited) die Rückzahlung von Darlehen verlangen. Ziel sei es nun, von Seiten der Fondsgesellschaften (POC Growth) der Objektgesellschaft (COGI) ein Darlehen zu geben, damit diese die Bank ausbezahlen kann. “Hierbei wird in dem Schreiben schon deutlich, dass dieses Darlehen zur Not auch ohne entsprechende Sicherheiten an die Objektgesellschaft gegeben werden soll” so Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thorsten Krause, Partner der Kanzlei KAP Rechtsanwälte. Insoweit sieht der Rechtsanwalt auch die Formulierung des Rundschreibens “soweit dies durchsetzbar ist, soll eine hinreichende Besicherung des Darlehens der Fondsgesellschaft erfolgen” als Alarmzeichen an.

Nun verlangt die Proven Oil Canada mit ihrem aktuellen Schreiben die an die Gesellschafter 2013 geflossenen Ausschüttungen bis zum 25.07.2015 zurück. “Besonders interessant an dieser Vorgehensweise: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann der Fonds selbst die Ausschüttungen nicht zurück verlangen, sondern bestenfalls ein Insolvenzverwalter wenn es zur eine Insolvenz der Gesellschaft kommt. Die derzeitigen Forderungen dürften also auf wackeligen Beinen stehen. “ erläutert Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Anja Appelt, ebenfalls Partnerin von KAP Rechtsanwälte.

Auch interessant: Der Proven Oil Canada Fonds scheint mit diesen Einwendungen bereits zu rechnen und gibt sich auf Seite 5 des Anschreibens den Anschein, als sei über diese Rückforderungen durch den BGH bereits entschieden. Rechtsanwältin Anja Appelt zeigt sich darüber verwundert: “Die in dem Schreiben zitierten Urteile sind jedoch nach unserer Einschätzung falsch widergegeben, denn der BGH sagt in diesen Entscheidungen gerade nicht, dass die Anleger die Auszahlungen “nicht behalten dürfen”, wie es die POC darstellt. Der BGH hat in seinen Urteilen ganz im Gegenteil entschieden, dass die Gesellschaft die Ausschüttungen nicht “einfach so” zurückfordern kann.”

Auch die Kosten der “persönlichen Steuerberatung”, die angeblich vorgestreckt wurden, werden zurückverlangt. Auch hier kommen pro Anleger einige hundert Euro zusammen. “Hier können unsere Mandanten noch nicht einmal nachvollziehen, ob diese Forderungen überhaupt entstanden sind.” führt Rechtsanwalt Thorsten Krause weiter aus. Eine Rechnung der Steuerberater findet sich in dem Anschreiben jedenfalls nicht, sondern lediglich eine Kostenaufstellung durch den Fonds. Auch aus juristischer Sicht ist die Forderung zumindest aus Sicht von KAP Rechtsanwälte fragwürdig, da hier angebliche Kosten aus dem Jahr 2010 bis 2014 zurückgefordert werden. Forderungen die mehr als 3 Jahre alt sind, sind in der Regel jedoch bereits verjährt und können nicht mehr mit Erfolg zurückgefordert werden. Zumindest auf den Steuerberatungskosten für die Jahre 2010 und 2011 wird der Fonds damit aller Wahrscheinlichkeit nach sitzen bleiben.

Das Schreiben der Proven Oil Canada stellt schließlich ein Horrorszenario dar - Verwertung der angeblich deutlich werthaltigeren Grundstücke durch die Bank, keine weitere Öl- und Gasforderung und letztlich ein möglicher Totalverlust für die Anleger-. Dieses Horrorszenario will die Fondsgesellschaft durch die Einforderung der Gelder vermeiden. Allerdings schätzen Experten die von der Fondsgesellschaft erstellte Wirtschaftlichkeitsprognose bereits als unrealistisch ein und fragen sich, ob die gesteckten Ziele der Gesellschaft eigentlich jemals erreichbar waren.

KAP Rechtsanwälte empfehlen Anlegern, die sich mit dieser Situation nicht abfinden wollen, sich über ihre Handlungsalternativen zu informieren. Aus ihrer Sicht besteht für die Proven Oil Canada Anleger, gerade vor dem Hintergrund der zunächst prognostizierten jährlichen Zahlungen des Fonds, die Chance auf Schadensersatz. “Wir halten die Prospektangaben und Prognosen für unplausibel und so könnten Anleger wegen fehlerhafter Anlageberatung den Schaden auch heute noch reduzieren und aus der Beteiligung noch rechtzeitig aussteigen.” fasst Rechtsanwalt Krause die Möglichkeiten für Geschädigte zusammen. Eine erste Klage haben KAP Rechtsanwälte eingereicht.

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