Lloyd Schiffsfonds und der Gegenwind der Krise der Schifffahrt

Lloyd Schiffsfonds und der Gegenwind der Krise der Schifffahrt
23.08.2012346 Mal gelesen
Die Schifffahrtskrise spart Schiffsbeteiligungen des Emissionshaus Lloyd Fonds AG nicht aus. Welche Ansprüche und Rechte können die Anleger eines notleidenden Schiffsfonds geltend machen?

Die Krise der Schifffahrt hat teilweise dramatische Auswirkungen für Schiffsfonds. Auch einige Schiffsbeteiligungen der Lloyd Fonds AG bereiten ihren Anlegern Kopfzerbrechen. So müssen beispielsweise die Anleger des Lloyd Schiffsportfolio II über den Verkauf zweier Schiffe entscheiden, um die angespannten Finanzen des Fonds zu entlasten. Ganz so weit fortgeschritten sind die finanziellen Engpässe verschiedener Lloyd Flottenfonds noch nicht, dennoch gibt es Probleme bei den Ausschüttungen.

 

Doch auch an anderer Front sorgte Lloyd Schiffsfonds für Wirbel. Die Lloyd Fonds AG plant, der Schieflage einiger Lloyd Schiffsfonds durch das Projekt Ocean 16 zu retten. In diesem Schiffsfonds sollen verschiedene angeschlagene Schiffe zusammengeführt werden. Eine Rettung der einzelnen Schiffe sei kaum noch möglich, so dass die Lloyd Fonds AG das Konzept Ocean 16 favorisiert. Ob diese Pläne ein geeignetes Mittel sind, kriselnde Schiffsfonds aus der aktuellen Krise der Schifffahrt zu befreien, wird sich zeigen.

 

2012 ist ein Krisenjahr für die Schifffahrt

 

Der Markt für Schiffstransporte befindet sich seit etlichen Monaten in einer Krise, da wegen der weltweit  stagnierenden Konjunktur die Nachfrage nach Schiffstransporten verhalten ist. Gleichzeitig vergrößerte sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Transportschiffe, sodass ein Überangebot an Transportkapazitäten aufgebaut wurde. Heute konkurrieren (zu) viele Schiffe um die vorhandenen Aufträge. Die gezahlten Preise für Schiffstransporte (Charter) erlauben nicht jedem Schiff ein auskömmliches Einkommen. Für jene Schiffsfonds, deren Schiff der Konkurrenz nicht gewachsen war, bedeutete das oft schwere wirtschaftliche Schieflagen, wie dies auch verschiedene Lloyd Schiffsfonds demonstrierten.

 

Ob eine baldige Besserung auf dem Schifffahrtsmarkt zu erwarten ist, ist fraglich. Denn es gibt bereits Ende August 2012 erste Berichte, dass nach Einschätzung von Branchenkennern der allwinterliche Rückgang der Nachfrage nach Containertransporten per Schiff bereits mitten im Sommer eingesetzt habe. So sei der Zahl der beschäftigungslosen Schiffe am Steigen. Daher scheint sich die Einschätzung von Experten, dass die Schifffahrtsmärkte das ganze Jahr 2012 unter schwierigen Bedingungen leiden werden, bereits im Sommer zu bestätigen.

 

Die Krise der Schifffahrt wird auch durch eine geänderte Haltung der Banken weiter angefeuert. Nicht wenige Banken vergeben Kredite und Darlehen nur unter wesentlich strengeren Bedingungen als noch vor wenigen Jahren. Diese und weitere Aspekte der aktuellen Krisensituation lehrte den Anlegern etlicher Lloyd Schiffsfonds bereits das Fürchten. Und die Aussichten lassen befürchten, dass noch mehr Anleger Schreckensbotschaften vernehmen müssen. Im schlimmstmöglichen Fall droht ihnen neben dem Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals auch die weitere Bezahlung des Darlehens, falls sie ihre Lloyd Schiffsbeteiligung durch einen Kredit (teil)finanzierten. Daher sollten betroffene Anleger, deren Lloyd Schiffsfonds von der Krise erfasst wurde, jetzt handeln und sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden.

 

Schiffsfonds sind keine sicheren Kapitalanlagen

 

Ein Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht kann prüfen, welche Optionen Anlegern der Lloyd Schiffsfonds offen stehen. Beispielsweise kann geklärt werden, ob sie Schadensersatz wegen Beratungsfehlern fordern können. Die Anlageberatung vor der Investition in einen Schiffsfonds ließ oft zu wünschen übrig, da Schiffsfonds als sichere Kapitalanlagen angepriesen. Anlegern wurde nicht selten weder erklärt was ein geschlossener Schiffsfonds ist, noch wurden sie über die nicht zu unterschätzenden Risiken einer Schiffsbeteiligung aufgeklärt. Dabei handelt es sich bei einem Schiffsfonds um ein Unternehmen, das am Markt bestehen muss und das auch – wie bereits vielfach auch bei Lloyd Schiffsfonds geschehen – insolvent werden kann.

 

Ein stets brisantes Thema sind auch verschwiegene Provisionen, über die Vermittler hätten aufklären müssen. Laut höchstrichterlicher Rechtsprechung müssen Bankberater die Anleger auf Provisionen hinweisen, wenn die Gesamtsumme über 15 % liegt. Gerade bei Schiffsfonds beliefen sich die Provisionen oft auf erhebliche Beträge, die diese Grenze teilweise auch deutlich überstiegen. Dies kann aber einen Interessenkonflikt hervorrufen zwischen dem Verdienstinteresse des Bankberaters und den Interessen des Bankkunden, der eine an seinen Bedürfnissen und Wünschen orientierte Beratung wünscht.

 

Falsche Anlageberatung führt zu Anspruch auf Schadensersatz

 

Anleger der Lloyd Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen können von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht ihre individuellen Ansprüche und Rechte ermitteln lassen. Da falsche Anlageberatungen keine Seltenheit sind, kann dies Anlegern eines mit Problemen behafteten Lloyd Schiffsfonds die Chance eines verlustfreien Ausstiegs bieten. Da die Krise der Schifffahrt in absehbarer Zukunft nach Einschätzung von Experten nicht wesentlich abflauen wird, kann die rechtliche Überprüfung der Beteiligung an einem akut bedrohten Lloyd Schiffsfonds den endgültigen Verlust des investierten Geldes abwenden. Die Beratung durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht kann Anlegern auch Klarheit über ihre Handlungsoptionen bieten.

 

Weitere Informationen:

Infoseite Rechtsansprüche der Anlegern von Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen

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