Zweitmarkt für Schiffsfonds auch von Krise betroffen

Zweitmarkt für Schiffsfonds auch von Krise betroffen
29.02.2012338 Mal gelesen
Krise von Schiffsfonds, Schadensersatz für Anleger.

Die Krise der Schiffsfonds führt zu immer neuen Schreckensmeldungen für die Anleger und ein Ende der Krise ist noch langen nicht in Sicht. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13.02.2012 sieht keine Anzeichen dafür, dass die Lage sich entspannen könnte. Im Gegenteil. Die Wirtschaftsprüfer von TPW, die auf Schiffe spezialisiert sind, gehen davon aus, dass die Krise sich zuspitzen werde und 2012 zwischen 600 und 800 Schiffsfonds in finanzielle Nöte geraten werden.

 

Ein Indikator für die Entwicklung der Branche ist der Zweitmarkt. Auf dem Zweitmarkt wird mit Anteilen an noch laufenden Schiffsfonds gehandelt, gewissermaßen werden „gebrauchte“ Anteile gehandelt. Es gibt Zweitmarktfonds von HCI, Nordcapital, Dr. Peters und vielen weiteren bekannten Anbietern von Schiffsfonds. Im Dezember 2011 fiel der Durchschnittskurs für Schiffsfondsbeteiligungen binnen kurzer Zeit auf verschiedenen Handelsplattformen des Zweitmarkts um bis zu 50% Prozent. Die Kurse stürzten sogar tiefer als 2009/2010 als der Zweitmarkt für Schiffsfonds erstmals anfing zu schwächeln. Der SFI TKL.Ship Fund Index, der die Wertentwicklung auf dem Zweitmarkt darstellt, erreichte gar den niedrigsten Stand seit 2003, die Preise für Fonds mit Containerschiffen erreichten gar den tiefsten Stand seit 1996!

 

Diese erschreckenden Zahlen spiegeln allerdings noch nicht das ganze Ausmaß der Krise wider. Als wesentlich größeres Problem werden in der FAZ jene Beteiligungen bezeichnet, die kaum noch handelbar sind. Das sind insbesondere Anteile an Schiffsfonds, die Sanierungsfälle sind. Auch werden längst nicht mehr alle Schiffsfonds nachgefragt. Nur noch ein Drittel der handelbaren Fonds wird überhaupt noch gehandelt, so der Vorstand einer Handelsplattform. Als Gründe für den Einbruch des Handels macht er neben der desolaten Lage einer Reihe von Schiffsfonds auch steuerliche Neuerungen verantwortlich. Die vor einigen Jahren noch vorteilhafte Tonnagebesteuerung führt heute zu steuerlichen Belastungen, die gerade bei kaum handelbaren Schiffsfondsanteilen dazu führen, dass der Handel mit ihnen nahezu vollkommen erlahmt.

 

Ein weiteres Problem, das die FAZ anspricht, ist die geänderte Käuferstruktur. Die Zweitmarktfonds, die früher die Mehrzahl der Käufer gewesen sind, sind den Privatanlegern gewichen. Diese allerdings fragen nur bestimmte Beteiligungen, vor allem Neukapital aus Sanierungsfällen, nach. Die breite Masse des Zweitmarkts steht einer ausgedünnten Käuferseite gegenüber. Die Nachfrage sei auch deshalb verhalten, weil viele Kleinanleger hoffen, dass die allgemeine Lage sich bessern werde in absehbarer Zukunft und deshalb an ihren Beteiligungen festhalten.

 

Eine weitere Belastung für den Zweitmarkt ist das geänderte Verhalten der Anleger und Banken bei Sanierungen von Schiffsfonds. Die Banken verweigern einer Reihe von kriselnden Schiffsfonds ihre Mitwirkung bei den Rettungsbemühungen, weil sie wenig Vertrauen in die Sanierungspläne haben. Davon sind vor allem die Kleinanleger betroffen, da ihre Schiffsfonds dann weniger Chancen auf eine Sanierung haben. Aber auch die Kleinanleger machen längst nicht mehr jede Sanierungsbemühung mit. Nach Einschätzung des Vorstands einer Handelsplattform sei die Nachfrage nach Sanierungsbeteiligungen verhaltener als in den Vorjahren. Es gebe auch wenig Anlass anzunehmen, dass sich das in absehbarer Zeit ändern werde.

 

Die Signale, die der Schiffsmarkt aussendet, stehen laut FAZ auf Sturm. Die Treibstoffpreise haben sich binnen eines Jahrzehnts versechsfacht und machen mittlerweile über 75% der Betriebskosten aus. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren verursachte Treibstoff nur rund ein Fünftel der Betriebskosten. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren viele neue (von Schiffsfonds finanzierte) Schiffe zusätzliche Transportkapazitäten bereitstellten, die auf eine wegen der Finanzkrise geschrumpfte Nachfrage treffen. Bei Tankerschiffen herrscht bereits ein deutliches Überangebot und bei den Containerschiffen komme es nach Einschätzung des Handelsplattformvorstands zu einem „intensiven Verdrängungswettbewerb“. Vor allem große Linienreedereien fechten einen wahren Preiskampf aus und setzen dabei auf immer größere und effizientere Schiffe. Zu den Verlierern könnte laut FAZ auch die bekannte deutsche Reederei Hapag-Lloyd gehören, wenn sie nicht mit den Weltmarktführern mithalten kann.

 

Für die Anleger sieht es insgesamt danach aus, dass die absehbare Zukunft für Schiffsfonds wohl eher düster ist. Zwar stabilisierten sich zuletzt zaghaft und auf niedrigem Niveau die Charterraten, jedoch könnten die sich daraus ergebenden Erleichterungen für eine Reihe von Schiffsfonds, die aktuell mit schweren Problemen kämpfen, zu spät kommen. Anleger von Schiffsfonds, die mit der Entwicklung ihrer Schiffsfondsanteile unzufrieden sind und nicht untätig zusehen wollen, dass ihr Geld verloren gehen könnte in der aktuellen Krise, sollte in Erwägung ziehen, ihre Beteiligung rechtlich überprüfen zu lassen. Es zeigte sich in der Beratung von Anlegern, dass die Anlageberatung von Banken und Anlageberatern häufig zu wünschen übrig ließ. Sollten die Banken oder Anlageberater die Anleger falsch beraten haben, besteht die gute Chance, dass die Anleger sich von ihrem Anlageprodukt lösen können und Schadensersatz fordern können. Anleger, die in Beteiligungen an Schiffsfonds investierten, sollten daher nicht zögern, sich an einen im Kapitalanlagenrecht tätigen Rechtsanwalt zu wenden um sich rechtlich beraten zu lassen.

 

Weiterlesen zu den rechtlichen Möglichkeiten der Anleger:

Schiffsfonds Infoportal

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