Beluga Insolvenz – großer Teil von Schiffsfonds von Krise betroffen, Anleger sollten handeln!

28.04.2011660 Mal gelesen
Beluga Schiffsfonds Krise -Hilfe für Anleger der CI Capital, Oltmann, Elbe, Ownership, Beluga, Nordkontor. Anwälte informieren,

Die einstmalige Bremer Vorzeige-Reederei Beluga musste im März Insolvenz beantragen und die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen Betrugsverdacht gegen den Beluga-Gründer Niels Stolberg. Anleger in Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen, die ihre Schiffe an Beluga verchartert hatten, müssen nun befürchten einen Teil ihres Geldes nicht mehr wiederzusehen. Schätzungen zufolge sind hiervon ca. 15 000 Anleger mit 400 Millionen Euro betroffen – mit diesem Geld waren sie an Beluga-Schiffen investiert. Einige Fondsinitiatoren wie HCI Capital, Oltmann und Ownership haben ihre Verträge über die Schiffe, die sie an Beluga verchartert hatten, kurz vor der Insolvenz der Beluga fristlos gekündigt und an andere Reedereien verchartert. Doch auch Anleger dieser Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen haben erhebliche Verluste zu befürchten, da die neuen Charterraten viel geringer sein dürften, als die Charterraten, die mit Beluga vereinbart waren. Aus diesem Grunde können wohl gerade einmal die Betriebskosten der Schiffe gedeckt werden, Gewinne würden aber wohl nicht verzeichnet werden, sodass Anleger dieser Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen auch nicht mehr mit Ausschüttungen rechnen können.

Rund ein Drittel aller Containerschiffe weltweit liegen in deutscher Hand und hierbei genauer gesagt in dem Finanzierungsmodell des Schiffsfonds/Schiffsbeteiligung. Doch seit 2008 – im Zuge der Finanzkrise – hat die Branche Schaden genommen, denn aufgrund der Wirtschaftsflaute konnten nur erheblich geringere Fracht- und Charterraten eingenommen werden, die die Kosten der Schiffe kaum mehr deckten. Dies traf somit vor allem auch viele Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen, die ihr Geld bekanntlich in das Betreiben von Frachtern, Containerschiffen und Tankern investierten und somit keine Gewinne mehr einfahren konnten. Deshalb erlebten Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen ihre Höhepunkte auch vor der Wirtschaftskrise, vor allem 2007, als dort eine Kapitalplatzierung von insgesamt 7,3 Milliarden Euro stattfand. Doch auch nach der Wirtschafts- und Schifffahrtskrise belief sich der Bestand an Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen per Ende 2010 immer noch auf 52 Milliarden Euro, weswegen Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen nach Immobilienfonds die zweitgrößte Anlageklasse darstellen.

Die Insolvenz der Beluga-Reederei ist jedoch nicht die erste Pleite, die Anlegern von Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen viel Geld kostet. Wie der Verband Geschlossene Fonds (VGF) berichtet, wurde 2010 ca. 1,7 Milliarden Euro Eigenkapital in Schiffen platziert, was einen Anstieg von 7 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Wer nun aber denkt, dass dies einen Boom für die Branche bedeutet, der irrt: dieser Anstieg des Eigenkapitals war nämlich seitens der Anleger keinesfalls freiwillig, vielmehr mussten diese ca. 286 Millionen Euro in Form von Kapitalerhöhungen aufbringen, da ohne dieses Geld ein womöglich noch größerer Schaden der Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen entstanden wäre, der mithin auch zur Insolvenz hätte führen können.

Hier wurde den Anlegern von Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen dann auch zum ersten Mal bewusst, dass sie als Teilhaber des konkreten Schiffes nicht nur am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt sind, sondern auch – wie bei jeder unternehmerischen Beteiligungen – genauso an den Risiken und etwaigen Verlusten teilnehmen. Viele der Anleger von Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen war dies aber beim Kauf der Anteile nicht bewusst.

Geschätzt wird, dass ca. 1000 Schiffsgesellschaften zu Sanierungsfällen geworden sind, bei denen die Anleger zur Zurückzahlung von Ausschüttungen oder zur Nachzahlung von frischem Kapital aufgefordert wurden. Bei den meisten dieser Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen können Anleger deshalb in den nächsten Jahren wohl keine Ausschüttungen mehr erwarten. Anleger von Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen sollten deshalb nicht mehr länger zögern, sondern anwaltliche Hilfe aufsuchen. Es besteht die Möglichkeit Schadensersatz von den Anlageberatern zu fordern, wenn diese den Anleger bei dem Erwerb der Schiffsfondsanteile falsch beraten haben. Hierunter fällt vor allem das Verschweigen von Provisionen, die Banken für die Vermittlung der Fondsanteile von der Fondsgesellschaft erhalten haben, sogenannte Kick-Backs. Anleger von Schiffsfonds/Schiffsbeteiligungen, vor allem auch die von der Insolvenz der Beluga betroffenen Schiffsfonds, sollten deshalb einen im Kapitalanlagerecht tätigen Rechtsanwalt mit der Überprüfung ihrer Ansprüche beauftragen, sodass der Schaden gering gehalten oder sogar gänzlich vermieden werden kann.

(Quelle: FAZ.net vom 21.April 2011)