Internetbetrug - Möglichkeiten für Betroffene

Internetbetrug - Möglichkeiten für Betroffene
06.04.20161501 Mal gelesen
Internetbetrug wird immer dann möglich wenn ein deutliches Informationsgefälle zwischen Opfer und Täter besteht.

Internetbetrug - Anlagebetrug

Oft beginnt ein Anlagebetrug mit einem Telefonanruf. Ein angeblicher Berater meldet sich bei Ihnen und bietet Ihnen den Kauf von Aktien oder anderen Anlageprodukten zum Vorzugspreis an. Hinter solchen Anrufen stecken oft Betrüger, die aus dem Ausland agieren und mit System vorgehen.

Internetbetrug - Phishing

Bei der Betrugsmethode Phishing wird eine gefälschte E-Mail an potentielle Betrugsopfer geschickt. Diese enthält die Information der Hausbank und dass diese darum bittet Daten (PIN, TAN etc.) an die Bank zu übermitteln. Oft wird ein Computerproblem oder eine Sicherheitsüberprüfung vorgeschoben. Die E-Mails und der Internetauftritte der Bank oder Sparkasse werden komplett authentisch nachgebildet. Nachdem die Daten vom Nutzer bei der fingierten Webseite eingegeben worden sind, können die Phishing-Betrüger Gelder von den entsprechenden Konten überweisen.

Internetbetrug - Identitätsdiebstahl

Beim Identitätsdiebstahl werden personenbezogene Daten der gestohlenen Identität missbräuchlich durch Dritte genutzt. Identitätsdiebstahl wird auch als Identitätsbetrug, Identitätsklau oder Identity Theft bezeichnet. Die Diebe haben bei diesem Betrug das Ziel, die Daten der Opfer an interessierte Personen oder Organisationen zu verkaufen oder den Ruf des Inhabers der Identitätsdaten zu schädigen.

Internetbetrug - Eingehungsbetrug - Verkaufsplattformen

Die Betrüger täuschen beim Eingehungsbetrug über Ihre Absicht, die ihm aus einem Vertrag erwachsenden Verpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit auch tatsächlich zu erfüllen. Meist werden Waren zum Verkauf angeboten, die der Anbieter gar nicht auf Lager hat oder gar nicht verkaufen will (z.B. fingierte Online-Versteigerung). Die Opfer werdend dazu verleitet die Ware im Voraus zu bezahlen.

Auktionen bei unterschiedlichen Plattformen im Internet sind oft Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Die Anzeigen der Betroffenen richten sich gegen die Anbieter von Gegenständen, die von den Geschädigten ersteigert und bezahlt wurden, aber von den Verkäufern nicht übersandt bekamen.

Nach Abschluss einer Auktion, z.B. über Ebay, wird dem überbotenen Teilnehmer die Ware außerhalb der Auktion erneut angeboten. Der Verkauf läuft nicht über die Sicherheitsvorschriften von Ebay, da der Verkauf separat angeboten wird.

Internetbetrug - Abofalle

Unternehmer bietet hier Verbrauchern an, sich einmalig zu registrieren um eine Dienstleistung in Anspruch nehmen zu können. Nach einiger Zeit behaupten die Dienstleister, dass ein sog. Dauerschuldverhältnis zustande gekommen sei. Die Schwierigkeit für Verbraucher besteht darin, einen Nachweis über getätigte Geschäfte und Vereinbarungen bringen zu können.

Geschädigte erhalten auch oft Rechnungen über Leistungen von Firmen, die sie nie genutzt oder deren Kostenpflichtigkeit anhand der Gestaltung nicht erkannt werden konnte.

Mit Gewinnspielen und vermeintlich kostenlosen Intelligenztests locken unseriöse Anbieter Kunden in teure Abo-Fallen.

Neue Abofallen richten sich an Gewerbetreibende und Freiberufler, da im Geschäftsumfeld nicht das "Abofallen-Gesetz" aus August 2012 gilt.

Auf Internetbetrug in Form eines fälschlicherweise abgeschlossenen Abos können Sie in der Form reagieren, in dem Sie die Forderung ignorieren. Die Masche von Internetbetrügern beruht in vielen Fällen auf Drohungen und Einschüchterungsversuchen. Es kommt dann aber nicht zu ernsthaften Konsequenzen. Eine Alternative besteht in der schriftlichen Kündigung.

CEO-Internetbetrug

Internet-Betrüger versuchen Ihr Glück verstärkt bei Unternehmen. Sie geben sich dort als Chef auf Dienstreise aus und veranlassen die Überweisung von hohen Beträgen durch Mitarbeiter des kontaktierten Unternehmens auf ausländische Konten. Bei vielen Tausend Firmen hat die Masche mit dem sog. CEO-Betrug (CEO-Fraud) insgesamt einen Milliardenschaden verursacht. Das FBI hat von Einzelfällen berichtet in denen bis zu 90 Millionen EURO auf fremde Konten überwiesen wurde.

Mit gefälschten E-Mails veranlassten Betrüger einen Manager der amerikanischen Agrar-Management-Firma Scoular Co. dazu, insgesamt 17,2 Millionen Dollar auf ein chinesisches Bankkonto zu überweisen.

"Nigeria Connection" / Vorauszahlungsbetrug

Die Methoden der, sog. Nigeria-Connection verändern sich ständig und passen sich immer wieder den aktuellen Gegebenheiten an. Seit vielen Jahren werden weltweit Emails verschickt, in denen den Empfängern hohe Beträge versprochen werden. Die Empfänger sollen afrikanischen Geschäftsleuten behilflich seien, riesige Summen außer Landes zu schaffen. Bei diesem "Vorausgebühren-Betrug" (Advance Fee Fraud) werden im Verhältnis zu den hohen versprochenen Beträgen vergleichbar geringe Gebühren für Überweisungen, Anwaltskosten, Steuern oder Bestechungsgelder verlangt. Natürlich sind alle Dokumente gefälscht. Geld erhält kein Betrugsopfer.

Was tun bei Internetbetrug?

Opfer eines Internetbetrugs sollte dies einer Verbraucherschutzorganisation, der Polizei melden und einen spezialisierten Anwalt einschalten. 

Wenn Sie Opfer eines Phishing-Angriffs geworden sind, sollten Sie umgehend ihre Bank informieren, denn in einigen Fällen kann Ihre Bank oder Sparkasse die Überweisung noch zurückholen.

Beim Identitätsdiebstahl im Rahmen einer Online-Shop Bestellung sollten Sie nicht für eine Bestellung zahlen, die sie nicht veranlasst haben.

Die Rechtsanwälte der Anwaltskanzlei Herfurtner in München beraten Opfer von Internetbetrügern bundesweit.