Westfalen-Blatt wechselt den Besitzer

08.02.2012537 Mal gelesen
Die Unternehmensgruppe Aschendorff in Münster will den Verlag des Bielefelder Westfalen-Blatt offenbar in zwei Schüben übernehmen. Dies geht aus einem Fallbericht des Bundeskartellamts hervor, den die Behörde veröffentlicht hat.

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der C.W. Busse Holding (Westfalen-Blatt) durch die Aschendorff Medien GmbH & Co. KG aus Münster gebilligt.

Einem überraschend im Internet veröffentlichten Fallbericht der Wettbewerbshüter zufolge soll die Übernahme in zwei Schritten erfolgen. Da Aschendoff Medien im Juli 2011 bereits einen 24,9-Prozent-Anteil an der Busse Holding erworben hatte, dürfte der erste Schritt der Übernahme beendet sein, heißt es in einer Erklärung des Landesverband Nordrhein-Westfalen des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV-NRW).

Keine marktbeherrschende Stellung der Verlage

Laut Bundeskartellamt "lässt der geplante Zusammenschluss keine Verstärkung der in einigen räumlichen Märkten bestehenden marktbeherrschenden Stellungen der Verlage erwarten". Diese Einschätzung hatte das Amt bereits am 30.09.2011 abgegeben. "Die Verbreitungsgebiete der Westfälische Nachrichten' und des Westfalen-Blatt' grenzen lediglich in einem Gebiet aneinander und weisen keine Überschneidungen auf", heißt es in dem Bericht weiter.

Medienvielfalt in Ostwestfalen gefährdet

Dagegen sieht der DJV die Medienvielfalt in Ostwestfalen gefährdet. Eine teilweise Zusammenlegung von Redaktion, Anzeigenvermarktung, Druck und Vertrieb mit anderen Blättern aus dem Hause Aschendorff sei durchaus möglich. Erwartungsgemäß sei eine Übernahmen häufig mit personellen Einsparungen und anderen Nachteilen für die Arbeitnehmer verbunden, warnte der Verband

Michael Best, Geschäftsführer des Westfalen-Blatts, versicherte dem DJV gegenüber, dass die bisherige Eigentümerfamilie Busse die Mehrheit an der Holding und der Westfalen-Blatt-Gruppe behalte. Nach Auskunft der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) sank die verkaufte Auflage des Westfalen-Blatt von 2010 auf 2011 von 120.515 auf 118.423 Exemplare.