Gamer aufgepasst: Let`s Play-Videos verletzen Urheberrecht – das ist zu beachten!

26.03.2013332 Mal gelesen
Let`s Play-Videos boomen und erfreuen sich gerade bei Jugendlichen immer größerer Beliebtheit. Doch was verbirgt sich genau hinter diesem Game-Trend, bei dem moderierte Spielevideos im Netz verbreitet werden und welche Rechtsprobleme sind damit verbunden?

Die Idee hinter Let`s Play ist simpel: Fans von Computer- und Videogames spielen diese, filmen das Spielgeschehen auf dem Bildschirm und kommentieren es gleichzeitig live, ähnlich wie ein Reporter. Die so produzierten Videoclips von einzelnen Szenen oder ganzen Durchläufen der Spiele werden anschließend bei Video-Portalen wie Youtube eingestellt. So kann eine riesige Gemeinde von Game-Fans an dem Spielerlebnis teilhaben und erhält Einblick in die vorgestellten Computerspiele.

Einige Let`s Player veröffentlichen fast tägliche neue Videos der unterschiedlichsten Spiele und sind mittlerweile regelrechte Stars in der Szene. Auch deshalb gibt es immer mehr Hobby-Gamer, die dem nacheifern und ihre eigenen Let`s Play-Videos online stellen wollen.

Wer dabei allerdings nicht aufpasst kann leicht die Rechte der Spielehersteller verletzen. Die drohenden juristischen Konsequenzen können den Let´s Play-Spaß dann schnell verhageln. Ob Let`s Play überhaupt erlaubt ist und was es zu beachten gilt – hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Verletzen Let`s Play-Videos das Urheberrecht der Spielehersteller?

Grundsätzlich ja. Denn zumindest Teile der Computer- und Videospiele sind als persönliche geistige Schöpfungen zu werten und deshalb nach dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) geschützt. Zwar gilt das nicht für die bloße Spielidee. Schutzfähig ist aber ihre Ausgestaltung in Form des jeweiligen Spiels, beispielsweise durch die visuelle Darstellung der Szenen oder das umgesetzte Spielgeschehen. Jedenfalls sind Einzelbestandteile wie die Spielfiguren oder Grafiken von diesem gesetzlichen Schutz umfasst.

Dass der Let`s Player durch seine Aktionen die gefilmten Spielszenen erzeugt und damit unter Umständen selbst einen urheberrechtlich geschützten Film anfertigt, ändert daran nichts. Im Vordergrund des Videos steht nämlich das darin gezeigte Computerspiel.

Wird nun ein solcher Videoclip bei Youtube öffentlich zugänglich gemacht, verletzt dies die Urheberrechte des Spieleherstellers. Nur mit dessen Einwilligung sind online gestellte Let`s Play-Videos legal. Weil es daran in der Regel fehlt, ist der Spielehersteller berechtigt, den uploadenden Let`s Player abzumahnen. Dieser muss die Online-Veröffentlichung dann unterlassen und gegebenenfalls Schadensersatz zahlen.

Warum sind im Netz trotzdem so viele Let`s Play-Videos zu finden?

Obwohl Let`s Plays also Herstellerrechte verletzen, sind auf Portalen wie Youtube trotzdem viele dieser Clips zu finden. Grund dafür ist, dass die meisten Spielehersteller Let´s Play-Veröffentlichungen tolerieren. Ohne dazu verpflichtet zu sein, verzichten sie also auf ein rechtliches Vorgehen. Denn der neue Trend präsentiert ihre Spiele gezielt und vor allem kostenlos einem breiten Publikum. Im Ergebnis stellt das eine äußerst wirksame Werbung für ihre Produkte dar.

Allein auf die Kulanz der Hersteller sollten sich Let`s Player bei ihren Vorhaben aber nicht verlassen. Mit rechtlich verbindlichen Aussagen zu Let`s Play halten sich viele Spielehersteller nämlich oft zurück. Bei Neuerscheinungen oder sogenannten Preview-Versionen ergreifen manche Hersteller sogar Gegenmaßnahmen und lassen beispielsweise die entsprechenden Videos auf Youtube sperren. Die rechtliche Situation ist insgesamt unsicher.

Im Zweifel sollten Interessierte mit entsprechenden Plänen daher direkt den Hersteller kontaktieren und seine Erlaubnis einholen, das jeweilige Spiel für Let`s Play verwenden zu dürfen.

Welche Regeln sind bei Let`s Play-Veröffentlichungen beachten?

Auch wenn Hersteller Let`s Play grundsätzlich tolerieren, so erwarten sie – oft stillschweigend – die Einhaltung bestimmter Regeln. Auf unsachliche oder übermäßige Kritik an den vorgeführten Computer- und Videospielen etwa sollten Video-Macher verzichten. Denn bei negativer Publicity für ihre Produkte können Hersteller zum Beispiel für künftige Clips ihre Einwilligung verweigern.

Vor allem aber dulden viele Spielefirmen keine kommerziellen Let`s Plays. Verdienen Clip-Macher mit ihren Videos von den Herstellerprodukten Geld, etwa durch Werbeeinblendungen bei Youtube-Partnerprogrammen, kann Ärger drohen. Wer dies dennoch plant, sollte unbedingt die ausdrückliche Erlaubnis des Spieleherstellers einholen, bevor er seine Let`s Play-Clips ins Netz stellt – dann steht einem ungebremsten Spielespaß jedenfalls nichts mehr im Wege!

 

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