Anwaltskosten investiert - und viel Geld an anderer Stelle gespart? Teil II

02.05.2010659 Mal gelesen
Manchmal wird man als Anwalt schon auch etwas neidisch - wenn zum Beispiel der Mandant auf die Frage nach seinem Beruf antwortet, er sei "Privatier"......... aber ich finde es immer beeindruckend, wenn letztlich jemand so etwas über sein Lebenswerk sagen kann!
 
Vor einigen Monaten hatte ich solch einen Mandanten, dem ich viel Geld sparen konnte. Das Vermögen belief sich auf stattliche 15 Millionen Euro. Der Mann hatte vor einigen Jahren in weiser Voraussicht sein Unternehmen mit ca. 200 Mitarbeitern an einen großen Investor verkauft, der die Firma dann nochmal richtig ausbauen konnte. Seitdem arbeitete er nicht mehr, hatte aber das Geld gut angelegt und auch zum Teil auf seine Ehefrau und die Kinder übertragen.
 
Gute Verhältnisse, denkt man. Leider hatte sich nun die Ehefrau einen Liebhaber zugelegt und sich zur Trennung entschlossen.
 
Es ging damit um eine Vermögensauseinandersetzung in beträchtlicher Höhe. Durch geschicktes Taktieren und gemeinsame Verhandlungen konnte letztlich eine Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung geschlossen werden, die auch notariell beurkundet wurde, und damit letztlich den Mandanten zwar einiges Geld kostete, aber dafür nun auch Rechtssicherheit geschaffen hat. Nun ist der Schlußstrich definitiv gezogen, aber schwierige Fragen waren zu klären, unter anderem, wie Schenkungen während der Ehe zu bewerten sind, was den Vermögens- und Zugewinnausgleich angeht, und ohne anwaltliche Beratung hätte er vermutlich noch weitaus mehr Federn lassen müssen.
 
Der Mandant ist hochzufrieden - auch wenn er sicher einiges an Anwaltskosten investieren mußte. Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise hat er aber am Ende mehrere hunderttausend Euro gespart, und dafür hat sich die Einschaltung eines Fachanwalts für Familienrecht ganz sicher gelohnt!
 
Dr. Inge Rötlich
Fachanwältin für Familienrecht und
Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht