Wohin weht es die PROKON?

Wohin weht es die PROKON?
02.04.2014258 Mal gelesen
Anmerkungen zur Gründung der Genossenschaft und zu aktuellen Erkenntnissen.

München den 02.04.2014 - Noch steht nicht fest, wie es mit dem Insolvenzantrag der PROKON Regenerative Energien GmbH weiter geht, da plant der ehemalige PROKON-Chef Carsten Rodbertus schon den nächsten Coup: Rodbertus hat die "PROKON Genossenschaft für eine Lebenswerte Zukunft eG" gegründet, die nach eigenen Angaben die Ziele der PROKON Unternehmensgruppe weiter verfolgen möchte. Hierzu sollen vor allem die Genussrechts-Inhaber der PROKON gewonnen werden und Projekte der Prokon Regenerative Energien GmbH übernommen werden. Rodbertus' neue Genossenschaft soll also genau die "Heuschrecke" werden, vor der er immer gewarnt hat.

Die Anleger sollten sich genau überlegen, wie sie zu dieser Neugründung stehen, letztlich scheint es sich um einen Alleingang von Herrn Rodbertus zu handeln. Das vielgepriesene "Mitbestimmungsrecht", das die Anleger in der Genossenschaft angeblich erhalten sollen, ist bei der Gründung jedenfalls nicht zu erkennen: trotz angeblich intensiver Gespräche mit der Interessengruppe der Freunde von PROKON wurden diese bei der Gründung nicht nur übergangen, sondern Rodbertus bezeichnete den Verein laut Finanzen.net als "bunt zusammengewürfelten Haufen, der sich in mehrere Parteien aufspalten" werde. Mitspracherechte wolle er dem Artikel zufolge den Anlegern lediglich im Aufsichtsrat gewähren.

Nun hat auch der Insolvenzverwalter Prezlin Rodbertus aus seiner Geschäftsführertätigkeit bei der PROKON Regenerative Energien GmbH, ebenso wie bei den verschiedenen Tochtergesellschaften, entlassen.
Und auch die zwischenzeitlichen Erkenntnisse zu den Büchern der PROKON dürften den Anlegern nach und nach das Vertrauen rauben, welches Sie Rodbertus und den Versprechen der PROKON einst geschenkt haben. So stellte sich schon vor einiger Zeit heraus, dass die HIT Holz Industrie Torgau OHG, die in den Veröffentlichungen der Prokon stets wie eine Konzerngesellschaft dargestellt wurde, nach eigenen Angaben von der PROKON lediglich ein Darlehen erhalten habe und gerade nicht im Konzern eingegliedert war. Und damit nicht genug: nach Insiderinformationen soll das Darlehen über immerhin Euro 200 Mio. nicht nur stark ausfallgefährdet sein, sondern auch kaum abgesichert. Worin die Prokon hier die immer wieder beschworenen "realen Sachwerte" sehen mag, bleibt deren Geheimnis.


Anleger, die sich mit der unsicheren Situation nicht abfinden wollen, sollten sich dringend über die Chancen und Möglichkeiten des Vorgehens informieren. Einige Schritte zur Verbesserung der individuellen Situation sollten unbedingt vor der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens ergriffen werden, die Ende April 2014 erwartet wird.


Den Originalartikel zum Thema PROKON und weitere Berichte finden Sie bei KAP Rechtsanwälte unter:

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