KS–Index-Immofonds: Siegle legt Geständnis ab und geht für 4 ½ Jahre ins Gefängnis

04.12.2012359 Mal gelesen
04.12.2012: Siegle legt überraschend noch doch Geständnis ab. Damit Verkürzung des Prozesses und Urteil: 4 ½ Jahre Haft!

Bereits mehrfach haben wir an dieser Stelle über den Prozeß gegen Karl Siegle berichtet.

Das Verfahren war zunächst mit vielen Verhandlungstagen bis Ende März 2013 angesetzt, viele Zeugen waren – mangels eines Geständnisses des Angeklagten – geladen.

Nun hat der Angeklagte wider Erwarten doch ein Geständnis abgelegt, so daß ein Urteil relativ schnell gesprochen werden konnte: wegen gewerbsmäßigen Betrugs mit einer Schadenshöhe von insgesamt 8,5 Millionen Euro verurteilte das LG Konstanz Karl Siegle zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren, wobei das Urteil noch nicht rechtskräftig ist.

Zwischen 1993 und Anfang 2009 betrog der Verurteilte mehr als tausend Kleinanleger. Er bot Kapitalanlagenmit einer Laufzeit von 10 Jahren an, die Renditen sollten dabei zwischen 5 und 8 % liegen.

Schon frühzeitig war eigentlich klar, daß der Erlös die hohen Vermittlerprovisionen nicht abdecken konnte. Das System funktionierte eigentlich so von Anfang an, was dem Verurteilten auch nach Ansicht des Landgerichts klar gewesen sein muß.

Die Gelder verwendete K. Siegle teilweise für den Erwerb eigener privater Immobilien in der Schweiz, auf Gran Canaria usw. Zwischenzeitlich sind diese aber versteigert oder belastet.

So zeigte K. Siegle nun wenigstens jetzt nach langer Zeit die schon lange vermißte Reue und bedauerte sein kriminelles Verhalten.

Vermissen läßt die Staatsanwaltschaft aber in dem ganzen Verfahren, daß nur die Straftaten hinsichtlich des KS-Index-Immofonds zur Anklage kamen. K. Siegle betrieb schließlich ein ganzes Firmengeflecht, angefangen von der Capitalplan GmbH über zahlreiche andere Firmen, und legte unter anderem auch noch die Fonds "Grundertragfonds" (GEF) sowie "Grundertraggemeinschaft "GEG" auf. Auch diesbezüglich sind die Anleger um ihr Geld geprellt worden. Nicht ersichtlich ist, ob die Staatsanwaltschaft deshalb noch ermittelt und weitere mögliche Straftaten des K. Siegle zur Anklage bringt.

Leider konnten nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Konstanz keine Vermögenswerte gesichert werden.

Wir sind trotzdem allem davon überzeugt, daß K. Siegle irgendwo noch Gelder versteckt hat. Wir werden die Suche für die Geschädigten nicht aufgeben!