König & Cie. Fonds unter Druck: Anlegern drohen empfindliche Kapitaleinschnitte

28.08.2012389 Mal gelesen
Nicht nur geschlossene Schiffsfonds geraten zusehends in den wirtschaftlichen Abwärtssog Auch weitere seitens namhafter Initiatoren aufgelegter geschlossener Fonds – allen voran geschlossene Immobilien- und neuerdings auch Lebensversicherungsfonds – befinden sich in freiem Fall. Wie die Fondszeitung in deren Ausgabe 16/2012 berichtet, drücken beispielsweise beim Fondsinitiator König & Cie. nicht nur Schiffbruch erlittene Schiffsbeteiligungen die Bilanz. Auch einige der seitens König & Cie. in den vergangenen Jahren aufgelegten geschlossenen Immobilien- und Lebensversicherungsfonds laufen laut Fondszeitunganalyse derzeit weit unter Plan.


König & Cie Schiffsfonds: 30 Fondsschiffe bedürfen Betriebsfortführungskonzepts

Wie die Fondszeitung in deren Artikel weiter berichtet, mussten sich seit dem Jahr 2009 allein 30 in Schräglage geratene König & Cie. Fondsschiffe zwecks Vermeidung einer drohenden Insolvenz Betriebsfortführungskonzepten unterziehen. Laut Fondszeitung Bericht mussten bis dato zwei König & Cie. Fondsschiffe mangels Zahlungsfähigkeit den Gang vor das Insolvenzgericht antreten: Der Tanker MT King Edwin sowie das Containerschiff MS Stadt Hameln.

MT King Edwin: 427 Schiffsfondsanlegern droht Totalverlust

Wie bereits an dieser Stelle berichtet, musste der 2007 seitens König & Cie. aufgelegte SchiffsfondsKönig & Cie Mt King Edwin Tankschiffahrts GmbH & Co.  KG im Mai dieses Jahres mangels Zahlungsfähigkeit Insolvenz anmelden. Ein bereits im Jahr 2010 beschlossenes Betriebsfortführungskonzept konnte – wie gleichfalls an dieser Stelle schon berichtet - vorliegend den schon früh in Schräglage geratenen Schiffsfonds nicht mehr retten. Die 427 Anleger des angeschlagenen König & Cie Schiffsfonds Mt King Edwin müssen nun mit einem Totalverlust ihres seinerzeit in den König & Cie. Tanker investierten Geldes rechnen.

MS Stadt Hameln: 2009 beschlossenes Sanierungskonzept kann König & Cie. Schiffsfonds nicht retten

Abermals im Mai dieses Jahres erschütterte eine weitere Insolvenzanmeldung die König & Cie. Schiffsfondsanleger. Nachdem ein bereits im Jahr 2009 beschlossenes Sanierungskonzept dem angeschlagenen König & Cie. Renditefonds 38 - MS Stadt Lübeck nicht die erhoffte Rückkehr in wirtschaftlich sicheres Fahrwasser verschaffen konnte, musste 2012 bereits der zweite Schiffsfonds aus dem Hause König & Cie. mangels Zahlungsfähigkeit den Gang vor das Insolvenzgericht antreten. Den vorliegend 235 Zeichnern des 2004 aufgelegten König & Cie. Renditefonds 38 – MS Stadt Lübeck droht nun ebenfalls der Totalverlust der ihrerseits vermeintlich sicher und Gewinn bringend in das Containerschiff MS Stadt Lübeck investierten Einlage.

Auch König & Cie. Immobilienfonds III – Amsterdam Nord – und IV – Parkhuis Amsterdam – laufen unter Plan

Doch nicht nur König & Cie. Schiffsfondsanleger müssen derzeit um deren Einlagen bangen. Auch die Anleger der seitens König & Cie. 2003 und 2004 aufgelegten Hollandfonds König & Cie. Immobilienfonds III – Amsterdam Nord – und König & Cie. Immobilenfonds IV – Parkhuis Amsterdam – können laut Fondszeitung Analyse mit der Performance ihrer Fondsbeteiligungen derzeit alles andere als zufrieden sein: Während die Anleger des 2004 aufgelegten König & Cie. Immobilienfonds IV – Parkhuis Amsterdam – bereits seit 2009 auf einstmals sicher geglaubte Ausschüttungen warten, bekämen die Anleger des 2003 aufgelegten König & Cie. Immobilienfonds III – Amsterdam Nord – bei einem vorzeitigen Verkauf ihrer Fondsbeteiligung laut dem Portal www.zeitmarkt.de derzeit gerade noch die Hälfte ihres ursprünglich in die Hollandimmobilien investierten Geldes heraus.
Einer der Gründe für die derzeitige Schieflage der beiden König & Cie. Hollandfonds: Die an dieser Stelle bereits thematisierte Aufnahme auf Schweizer Franken laufender Fremdwährungsdarlehen. Infolge von Wechselkursschwanken haben sich die seinerzeit vermeintlich günstigen Kredite für die beiden König & Cie. Fonds erheblich verteuert und belasten somit die ohnehin schon angespannte Liquiditätsdecke der beiden König & Cie. Hollandfonds.

König & Cie. Lebensversicherungsfonds Britische Leben I – III geraten in Schieflage

Schließlich fällt auch die Bilanz der König & Cie. Anleger, die ihr Geld in die drei in britische Zweitmarktpolicen investierenden Lebensversicherungsfonds König & Cie. Renditefonds 40 - Britische Leben I, König & Cie. Renditefonds 53 – Britische Leben II, König & Cie. Renditefonds 65- Britische Leben III verheerend aus: So bekämen beispielsweise die Anleger des 2004 aufgelegten König & Cie. Renditefonds 40 – Britische Leben I laut Informationen des Portals www.zweitmarkt.de im Falle eines vorzeitigen Verkaufs ihrer Beteiligung derzeit gerade noch 25 % des ursprünglich in den Fonds investieren Geldes zurück. Darüber hinaus mussten die Zeichner des König & Cie. Renditefonds 40 – Britische Leben I bereits seit dem Jahr 2009 auf Ausschüttungen verzichten.
Noch schlechter stellt sich die Situation für die Anleger des 2007 aufgelegten Lebensversicherungsfonds König & Cie. Renditefonds 65 – Britische Leben III dar. Zwar bekämen diese laut Zweitmarkt im Falle eines vorzeitigen Verkaufs „noch“ 27,5 des ursprünglich investierten Geldes zurück. Allerdings haben die König & Cie. Renditefonds 65 – Britische Leben III Zeichner seit der Emission des Lebensversicherungsfonds keinerlei Ausschüttungen erhalten.
Das gleiche Schicksal teilen im Übrigen auch die Anleger des 2006 aufgelegten König & Cie. Renditefonds 53 – Britische Leben II: Seit der Erstemission des König & Cie. Lebensversicherungsfonds warten sie vergebens auf die Auszahlung von Ausschüttungen.

König & Cie. Fonds-Anleger nicht schutzlos gestellt

Betroffene König & Cie. Fonds-Anleger sollten sich mit deren Situation nicht abfinden, sondern umgehend den Rat eines auf Bank- und Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwalts suchen.
Sollten betroffene König & Cie. - Fonds-Anleger von ihrem Anlageberater oder von ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken einer Beteiligung an einem geschlossenen Fonds aufgeklärt worden sein, so bestehen möglicherweise Schadensersatzansprüche. Des Weiteren kommt für die Anleger von geschlossenen Fonds in Betracht, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Schadensersatzansprüche können sich zum einen aus Prospekthaftung, zum anderen aufgrund Falschberatung ergeben.

Vertrieb von geschlossenen Fonds oftmals über Banken und Sparkassen

Recherchen unserer Kanzlei zufolge wurden viele der derzeit notleidend gewordenen geschlossenen  Fonds über Banken und Sparkassen vertrieben. Dabei wurden diese Fonds-Beteiligungen oftmals als besonders sichere Anlage empfohlen. Auf Risiken wie Totalverlust wurde regelmäßig nicht hingewiesen. Auch wurde die Höhe der weichen Kosten in den Beratungsgesprächen in der Regel nicht bzw. nicht ausreichend offengelegt. Aufgrund der kickback-Rechtsprechung des Bundesgerichthofes bestehen deshalb gute Chancen für die Anleger geschlossener Fonds , Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Was können betroffene König & Cie.  Fonds-Anleger jetzt tun?


Geschädigte Anleger problematischer König & Cie. Fonds  sollten in jedem Fall ihre in Betracht kommenden Ansprüche zeitnah durch einen auf Anlegerschutz spezialisierten Rechtsanwalt prüfen lassen.