HCI Renditefonds V - das qualvolle Sterben eines Dachfonds

HCI Renditefonds V - das qualvolle Sterben eines Dachfonds
11.05.20121002 Mal gelesen
Gute Nachrichten sind seit langem selten für die Anleger des HCI Renditefonds V. Jetzt erreichte sie eine weitere Hiobsbotschaft.

Die abermalige Sanierung der Fondsschiffe Karin Schulte und Otto Schulte droht zu scheitern, da das erforderliche Neukapital von knapp 1,6 Mio. € je Schiff voraussichtlich nicht zustande kommen und der Verkauf der Schiffe wahrscheinlich nicht die erforderliche Mehrheit finden dürfte. Jetzt soll die Sanierung unter Verwendung der Rücklagen des Dachfonds versucht werden.

Problematisch dabei: Angesichts der desaströsen Situation auf den weltweiten Schiffsmärkten mit einem entsprechenden Verfall der Charterraten fehlt eigentlich eine realistische Fortführungsperspektive. Denn heute kann niemand sagen, wann die Charterraten wieder anziehen und die Schiffe kostendeckend fahren und ihren Kapitaldienst leisten können. Die Refinanzierungs- und Sanierungskonzepte, für die die Reserven des Dachfonds ausgegeben werden, setzen auf steigende Charterraten, auch wenn Marktbeobachter dafür auf absehbare Zeit keinen Spielraum sehen. Stattdessen regiert das Prinzip Hoffnung.

Von den ursprünglich acht Schiffen des HCI Renditefonds V hält der Fonds noch fünf Schiffe in seinem Portfolio. Die übrigen drei Schiffe wurden zwischenzeitlich verkauft. Die verbliebenen fünf Schiffe haben erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten.

  • MS "Hammonia Endeavour": Wegfall der Tonnagebesteuerung bis 2020; Refinanzierungskonzept mit Rückzahlung von Ausschüttungen und Kapitalerhöhung zur Vermeidung der akut drohenden Insolvenz. Das Konzept geht von einem Anstieg der Tagescharterrate von 7.370 US-$ (2011) auf 11.000 US-$ (2012) und 13.000 US-$ (2013 ff.) aus. Worauf sich die Annahme eines derartigen Anstiegs der Chartereinnahmen stützt, ist unklar.
  • MS "Bulk Europe": Die Einnahmen des Schiffs reichen nicht zur Darlehenstilgung aus. Gegenwärtig werden Liquiditätspuffer zur Tilgung verwendet. Die weitere Entwicklung hängt von der Anschlussbeschäftigung ab.
  • MS "Abraham Schulte": Die Einnahmen reichen nicht zur Darlehenstilgung aus. Derzeit werden Sondertilgungen aus der Vergangenheit verrechnet. Ohne Einnahmeverbesserung können im nächsten Jahr keine Tilgungen erbracht werden.
  • MS "Karin Schulte" und MS "Otto Schulte": Das Restrukturierungskonzept von Anfang 2010 ist gescheitert. Die zu Grunde gelegten optimistischen Einnahmen wurden weit verfehlt. Die Pooleinnahmen reichen nicht aus, um Kosten und Zinszahlungen abzudecken, eine Tilgung des Darlehens ist nicht möglich. Das abermalige Sanierungskonzept geht von einem Anstieg der Charterraten von derzeit 6.500 USD/Tag auf 9.000 USD/Tag im Jahr 2013 sowie auf 12.000 USD/Tag in 2014 aus. Konkrete Aussagen zur Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieser Prognosen werden nicht genannt.

Für die Anleger des HCI Renditefonds V bedeutet dies, dass ihre Investition ohne einen signifikanten Anstieg der Chartereinnahmen in den nächsten 12 Monaten mit großer Wahrscheinlichkeit  scheitern wird. Daher stellt sich die Frage, ob es Alternativen gibt, mit denen sie ihr Geld wiedererlangen können.

Schadenersatz als realistische Option

Die Entwicklungen des Fonds seit 2009 haben gezeigt, dass es sich bei einer Schiffsbeteiligung um eine hochspekulative und riskante Investition handelt, die durchaus den Totalverlust des eingesetzten Kapitals zur Folge haben kann. Weder über diesen Umstand, noch über die einzelnen Risiken wurden die Anleger des HCI Schiffsfonds V, mit denen wir bislang gesprochen haben, von ihren Anlageberatern informiert.

Auch ist den Anlegern nicht erklärt worden, dass 26,6% des von ihnen investierten Kapitals und damit mehr als 1/4 für nicht investive Zwecke, also insbesondere Gebühren für diverse Dienstleistungen verwendet wurde. Allein die Vertriebskosten machten 22,6% des Anlegerkapitals incl. Agio aus. Ab 15% geht der BGH von einer die Rentabilität einer Fondsanlage beeinträchtigenden Höhe der Vertriebsaufwendungen aus, über die daher gesondert aufzuklären ist.

Wir sehen daher gute Chancen für Anleger, den ihnen aufgrund des wirtschaftlichen Scheiterns der Fondsbeteiligung am HCI Renditefonds V entstandenen Schaden gegenüber ihren Anlageberatern durchzusetzen.

Gerne stehen wir Ihnen für eine Einschätzung Ihrer individuellen Möglichkeiten und die Durchsetzung Ihrer Schadenersatzansprüche zur Verfügung.

Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht
Ihre Ansprechpartner
Mathias Nittel,Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Alexander Meyer,
Rechtsanwalt
[email protected]

Heidelberg: Hans-Böckler-Straße 2 A, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221 915770 | Fax: 06221 9157729

München: Residenzstraße 25, 80333 München
Tel.: 089 25549850 | Fax: 089 25549855

Artikellink: http://www.nittel.co/kanzlei/aktuell/hci-renditefonds-v-von-einer-sanierung-in-die-naechste.html