Bundesverwaltungsgericht
Beschl. v. 18.01.1971, Az.: BVerwG IV B 102.70
Anforderungen an die Klärungsbedürftigkeit einer Rechtsfrage
Bibliographie
- Gericht
- BVerwG
- Datum
- 18.01.1971
- Aktenzeichen
- BVerwG IV B 102.70
- Entscheidungsform
- Beschluss
- Referenz
- WKRS 1971, 12467
- Entscheidungsname
- [keine Angabe]
- ECLI
- [keine Angabe]
Verfahrensgang
- vorgehend
- OVG Nordrhein-Westfalen - 13.05.1970 - AZ: VII A 84/68
Rechtsgrundlage
In der Verwaltungsstreitsache
hat der IV. Senat des Bundesverwaltungsgerichts
am 18. Januar 1971
durch
die Bundesrichter Clauß, Dr. Weyreuther und Prof. Dr. Sendler
beschlossen:
Tenor:
Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 13. Mai 1970 wird zurückgewiesen.
Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens. Die außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen sind nicht erstattungsfähig.
Der Wert des Streitgegenstrandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 3.000,00 DM festgesetzt.
Gründe
Die Beschwerde kann keinen Erfolg haben. Die Nichtzulassung der Revision entspricht § 132 Abs. 2 VwGO. Die Rechtssache hat entgegen dem Beschwerdevorbringen keine grundsätzliche Bedeutung. Die vom Kläger für klärungsbedürftig gehaltene Frage, ob in Baugenehmigungsstreitigkeiten auf die Rechtslage zur Zeit der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung abzustellen ist, bedarf keiner Klärung, weil sie durch die ständige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts bereits hinreichend geklärt ist und der Kläger dazu auch keine neuen Gesichtspunkte vorträgt. Nach dieser - mit der Ansicht des Berufungsgerichts übereinstimmenden - Rechtsprechung ist bei einer auf die Erteilung einer Baugenehmigung gerichteten Klage von den Verwaltungsgerichten grundsätzlich das Recht anzuwenden, das im Zeitpunkt der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung auch von der Genehmigungsbehörde anzuwenden wäre (vgl. die Urteile vom 29. August 1961 - BVerwG I C 167.59 - [DVBl. 1962, 178], vom 2. Juli 1963 - BVerwG I C 110.62 - [DVBl. 1964, 184], vom 7. Februar 1964 - BVerwG I C 104.61 - [Buchholz BVerwG 406.11, § 31 BBauG Nr. 1 S. 4] und vom 11. November 1970 - BVerwG IV C 79.68 - [S. 9] sowie die Beschlüsse vom 7. November 1967 - BVerwG IV B 204.66 - [S. 4], vom 8. November 1967 - BVerwG IV B 41/66 - [S. 3 f.], vom 1. Dezember 1967 - BVerwG IV B 11.67 - [S. 4], vom 11. Dezember 1967 - BVerwG IV B 25.67 - [Buchholz BVerwG 406.11, § 14 BBauG Nr. 3 S. 7] und vom 29. Mai 1970 - BVerwG IV B 31.70 - [S. 3]; vgl. ferner zum Beamtenrecht das Urteil vom 26. April 1968 - BVerwG VI C 104.63 - in BVerwGE 29, 304 [BVerwG 26.04.1968 - VI C 104/63] [305 f.]).
Die Kostenentscheidung ergibt sich aus den §§ 154 Abs. 2 und 162 Abs. 3 VwGO, [...].
Streitwertbeschluss:
Der Wert des Streitgegenstrandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 3.000,00 DM festgesetzt.
[D]ie Festsetzung des Streitwertes [ergibt sich] aus § 189 Abs. 1 VwGO in Verbindung mit § 74 BVerwGG.
Dr. Weyreuther
Prof. Dr. Sendler