Ed Hardy - Fakes: Checkliste der Fälschungsmerkmale

18.09.20093156 Mal gelesen

Premiumlabels finden unabhängig von wirtschaftlichen Krisen stets ihren Absatz, da sich Qualität letzten Endes immer durchzusetzen vermag.
Dies ruft seit jeher Fälscher auf den Plan, die an diesem lukrativen Handel teilhaben wollen und minderwertige Fälschungen in den Markt schleusen, die in optischer Hinsicht auf den ersten Blick kaum von den Originalen zu unterscheiden sind. Dies führt nicht nur zu erheblichen finanziellen Einbußen für die Toplabels, sondern auch zu einem weitreichenden Imageverlust, hervorgerufen durch unzufriedene "Kunden", die ein Plagiat erworben haben und mit der Qualität selbstverständlich nicht zufrieden sind.

Das Modelabel Don Ed Hardy stellt die Kunden dabei vor besondere Herausforderungen, da die hochwertigen Waren mit unterscheidungskräftigen Details überhäuft sind, die es dem Kenner ermöglichen, das Original von einem Fake zu unterscheiden. Unter bloßer Heranziehung eines Bildes ist eine solche Feststellung nicht möglich. Dies ist auch der Grund, weshalb der deutsche Distributeur für Ed Hardy Waren K&K Logistics, vertreten durch die Kanzlei Winterstein Rechtsanwälte vor Gericht nicht immer obsiegt. Zu diesem Thema wird auf folgenden Link verwiesen:

http://www.die-abmahnung.info/who-is-who/abmahnung-winterstein-rechtsanwaelte.html

Dennoch gibt es einige Augenscheinliche Merkmale, die eine erste Vorabeinschätzung hinsichtlich Original oder Fälschung ermöglichen.


Druck, Stickereien und Strass


Der Druck der Ed Hardy Waren ist auffällig hochwertig was mit dem bloßen Auge sichtbar ist. Die Anbringung der Motive erfolgt über das technisch aufwendige und damit kostenintensive Siebdruckverfahren. Desweiteren werden Motive mit Beflockung verarbeitet und auch mit Strasssteinen veredelt. Dadurch entsteht eine unverwechselbare Brillanz der Waren, die von der Fälschungsindustrie meist aus Kostengründen nicht übernommen wird.


Qualität der Ed Hardy Stoffe


Fakes werden meist aus billigen Stoffen hergestellt, nicht aus hochwertigen Baumwollprodukten wie das Original. Dies nehmen die Fälscher bewusst in Kauf, da der Großteil des Schwarzhandels über des Internet erfolgt wie bspw. die eBay-Plattform. Der Kunde kann die Qualität erst beurteilen, wenn er das Shirt in den Händen hält. Dann ist es jedoch zu spät, da man die Anbieter in den meisten Fällen nicht greifbar machen kann, da es sich um Briefkastenfirmen handelt.


Design des Modelabels


Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Ed Hardy Motiven sowie eine Vielzahl von anderen Modelabels, die sich dem Ed Hardy Design immer weiter annähern. Fälscher entwerfen oft eigene Designs mit den typischen Ed Hardy Stilelementen. Oftmals sind diese Motive derartig offensichtliche Eigenkreationen, dass sich eine weitere Prüfung erübrigt.


Etiketten des Modelabels / Microstitching


Zu prüfen sind auch die Etiketten der Ware, da diese ebenfalls besondere Merkmale aufweisen.


Etiketten Innenseite / Etiketten Nacken



Die Innenetiketten der originalen Ed Hardy Produkte weisen eine Seriennummer auf, die es kein zweites Mal im Original gibt. Fälschungen tragen oftmals die gleiche Seriennummer oder überhaupt keine.

Der Name des Chefdesigners ist als Logoschriftzug aufgestickt und nicht gedruckt.
Unter der Seriennummer ist das Security-Microstitching mit einem hochwertigen Garn angebracht jedoch niemals ein einfacher Silberstreifen.
Daneben existieren auch bei den Etiketten Farbunterschiede als auch Unterschiede in der Verarbeitungsqualität.


Hängeetiketten


Oben genannte Ausführungen treffen auch auf die Hängeetiketten zu mit denen die Ed Hardy Waren ausgestattet werden.
Im Original sind die Etiketten sauber vernäht und bestickt, die Modellnummer wird ebenso angegeben wie die Größe und die Farbe u.a..Die Fälschungen hingegen sind aus billigem Pappkarton hergestellt und sind mit einem mangelhaften Druck versehen.


Plastiksiegel


Für die Plastiksiegel der Ed Hardy Waren gilt das Gleiche wie für die Etiketten.
Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass die Plastiksiegel gewollt unregelmäßig rund geformt werden. Auf diese Weise soll der Charakter des Unikats unterstrichen werden.

Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer zum Teil auch kollektionsabhängiger Merkmale, die es im Einzelfall zu prüfen gilt.


Herkunft der Ed Hardy Artikel


Die Herkunft der Waren ist nur ein Indiz für das Vorliegen einer Fälschung. Da die Waren weltweit über die jeweiligen Lizenznehmer verkauft werden, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch der Erwerb von Ed Hardy Shirts aus der Türkei oder China rechtmäßig sein. Meist handelt es sich jedoch um Fakes.


Fazit:


Die Unterscheidung eines Ed Hardy Fakes von einem Original Shirt kann aus oben genannten Gründen im Einzelfall äußerst schwierig sein. Im Zweifel sollte eine zuverlässige Prüfung erfolgen.
Sofern der Händler in Deutschland seinen Geschäftssitz haben sollte, ist zu einem juristischen Vorgehen anzuraten, zumal dieser in der Regel die Kosten zu tragen hat.

Datum: 26.08.2009
Autor: Gulden
Rubrik: Urheberrecht, Markenrecht
mehr über: Ed Hardy, K&K Logistics, Fakes

weitere Infos:

www.ggr-law.com

www.die-abmahnung.info