Warnung vor dem beliebten Streaming Portal “YouNow”

Warnung vor dem beliebten Streaming Portal “YouNow”
03.02.2015281 Mal gelesen
Das 2011 gegründete Streaming Portal “YouNow” war ursprünglich als Plattform für Künstler gedacht, damit diese schneller und direkter mit ihrem Publikum in Kontakt treten können. Wer sich bei “YouNow” umschaut, wird jedoch leider feststellen müssen, dass sich hier vermehrt Jugendliche präsentieren. Sie laden das Publikum ein, an ihrem Leben in der Schule oder zu Hause teilzunehmen. Dabei geben die Jungen und Mädchen häufig alle möglichen privaten Details und Daten preis. Der Zugriff zum Live Chat ist nicht gesichert. Jeder kann die Streams verfolgen. Die Plattform wird damit immer mehr zur Gefahr für den Jugendschutz. Zudem wird zahlreich gegen das Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht verstoßen.

Wie es funktioniert

Das Portal “YouNow” ist ähnlich aufgebaut, wie das bekannte Videoportal Youtube. Die Videos, die dort abgerufen werden sind jedoch ausschließlich live und die Kommentarfunktion wurde durch eine Chat-Funktion ersetzt. Die Live Chats sind auch ohne Anmeldung abrufbar. Wer jedoch selbst chatten möchte, muss sich bei dem Portal anmelden. Die Anmeldung erfolgt über das Facebook oder Twitter Konto. Die Echtheit der Daten kann somit nur schwer überprüft werden. Auch die vorgesehen Altersvorgabe von 13 Jahren kann dadurch leicht umgangen werden.

Die Nutzungsbedingungen

Abgesehen von der Altersvorgabe sehen die Nutzungsbedingungen noch ein Verbot vor für Live Streams, die Nacktheit zeigen oder den Konsum von Drogen. Auch das Teilen von privaten Daten, wie die Adresse und Telefonnummer sind verboten. Bereits nach einem kurzen Besuch auf der Plattform wird jedoch deutlich: Die Jugendlichen lassen sich schnell dazu hinreißen zu erzählen wo sie wohnen, wo sie zur Schule gehen und auch die Handynummer wird häufig mitgeteilt. Bei einem Live Stream nutzen diese Verbote zudem reichlich wenig, denn meist ist es schon zu spät, bevor der Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen auffällt. Daran ändert auch die Tatsache, dass das Portal 24 Stunden durch die Verantwortlichen überwacht wird, nichts.

Youtube-Stars versuchen Jugendliche Fans aufzuklären

Mittlerweile sind auch die Youtube Stars auf das Problem aufmerksam geworden und versuchen über Videobotschaften ihre Fans aufzuklären. Eine Aufklärung ist vermutlich dringend notwendig, denn der Trend scheint unaufhaltsam. Allein in den vergangenen zwei Monaten ist die Zahl der deutschen Nutzer um 250 Prozent gewachsen.

Vorsicht vor weiteren Rechtsfallen

Unabhängig von der Gefahr zu viele Daten an die falschen Chatpartner herauszugeben, bestehen noch weitere rechtliche Stolperfallen bei der Nutzung des Live-Chats. Wie bei der Veröffentlichung eines gewöhnlichen Youtube Videos müssen auch hier das Recht am eigenen Bild und die Urheberrechte beachtet werden. Nicht wenige Jugendliche lassen die Kamera laufen, während sie im Unterricht sitzen. Die Lehrer und Mitschüler wissen meist nicht, dass sie gerade gefilmt und im Live-Stream gezeigt werden. Dies verstößt klar gegen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Hier könnten Unterlassungsansprüche auf die Jugendlichen zukommen. Wer im Schlafzimmer seine Lieblingsmusik hört, während die Kamera läuft, muss unter Umständen auch mit einer Abmahnung rechnen. Ohne die Erlaubnis des Rechteinhabers, dürfen die Musikstücke nicht der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Tipps für eine rechtssichere Nutzung des Streaming Dienstes

  • Auf den Datenschutz achten und keine privaten Angaben wie Adresse oder Telefonnummer preisgeben
  • Keine Personen filmen, ohne vorher nach ihrer Erlaubnis zu fragen
  • Keine Hintergrundmusik verwenden