Film: „Homevideo“ - Persönlichkeitsrechtsverletzungen im Internet – Beleidigung, Verleumdung, Mobbing – Die unterschätzte Gefahr?

17.11.2011459 Mal gelesen
Heute abend wiederholt 3sat den Film „Homevideo“, der auf drastische und eindrucksvolle Weise das Schicksal eines Jugendlichen darstellt, der im Internet im wahrsten Sinne des Wortes „blossgestellt“ wird. Wird die Dimension der Gefahr und Belastung unterschätzt?

Den meisten Menschen ist gar nicht mehr bewusst wie jung das Internet noch ist; der Umgang mit dem Medium ist mittlerweile für die meisten zu alltäglich. Nach unserer Beobachtung ist jedoch der Umgang mit dem Medium „Internet“ innerhalb der Generationen völlig unterschiedlich.

Viele im Berufsleben stehende Menschen nutzen das Internet beruflich oder zum Erhalt von Informationen / Einkaufen oder Buchung von Dienstleistungen. Die sozialen Netzwerke wie Facebook oder andere Foren werden zwar auch zunehmend genutzt; allerdings nur in einem gewissem Rahmen und aufgrund des jeweiligen Freundeskreises – der derselben Altersgruppe angehört – natürlich in aller Regel ohne die Gefahr (Cyber-) Mobbingausgesetzt zu sein.

Völlig anders stellt sich die Situation für die Jugendlichen / Schüler dar: Das Medium "Internet" wird viel umfangreicher und selbstverständlicher genutzt. Während das in Teenagerzeiten bestehende ausgiebige Kommunikationsbedürfnis früher durch stundenlange Telefonate oder Treffen mit einigen Freunden / Schulkameraden / Bekannten gestillt wurde, findet dies heutzutage hauptsächlich über das Internet statt. Der Unterschied zu früher: Die Anzahl von Empfängern der Nachrichten / Äußerungen ist ungleich größer!

Ein weiterer wesentlicher Unterschied: Die Möglichkeiten der Digitalisierung bestehen: Fotos und Filme können mit Handys aufgenommen und weitgehend anonym quasi der ganzen Welt verfügbar gemacht werden! Während es in meiner Jugend eine Ausnahme war, auf einer Party fotografiert zu werden – es hatte einfach niemand eine Kamera dabei – hat heute praktisch jeder ein Aufnahmegerät bei sich; fotogrfieren und kann dann die Foto / Filmaufnahmen jederzeit online stellen.

Daneben gibt es Entwicklungen wie die Plattform Isharegossip – die rein zum „Ablästern“ über Andere geschaffen wurde. Vergessen werden darf nicht, dass Heranwachsende aufgrund des noch unsicheren Selbstbildes besonders anfällig für Verletzungen sind und je nach Charakter auch dazu neigen, andere herabzusetzen und zu defamieren um die eigene Unsicherheit zu überdecken.

Kombiniert mit den Möglichkeiten und der Reichweite des Internets haben solche Taten – ob nun abschätzige Kommentare, Veröffentlichung von peinlichen oder gar manipulierten Bildern oder regelrechte Hetzkampagnen – eine verheerende Wirkung auf die jeweiligen Opfer, die sich aufgrund des Alters häufig scheuen / schämen sich den Eltern zu offenbaren.

Dabei ist es von enormer Wichtigkeit diese Rechtsverletzungen schon im Keim zu ersticken! Nicht nur, weil diese rechtswidrig sind, sondern um den Betroffenen die Hilflosigkeit zu nehmen und den Täter schnell die Grenzen aufzuzeigen.

Solcherlei Taten sind sowohl strafrechtlich als auch zivilrechtlich verfolgbar und es kann in der Regel schnelle Abhilfe geschaffen werden. Neben der schnellen Löschung der rechtsverletzenden Beiträge können Täter auch gezwungen werden solch ein Verhalten zu unterlassen.

Nach unserer Beobachtung ist vor allem wichtig Eltern / Lehrer und die Öffentlichkeit weiter für dieses Thema zu sensibilisieren. Daher ist der Film „Homevideo“ lobenswert und wirft ein Schlaglicht auf das Leiden der Betroffenen.

Die Kanzlei Gravel Herrmann Sari ist auf die Problematik von Rechtsverletzungen im Internet spezialisiert und hilft Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Rechte. Auch Schulungen / Seminare für Lehrpersonal werden angeboten.

Informationen zu Persönlichkeitsrechtsverletzung finden Sie auch auf unsere Homepage unter http://www.rechtsanwaelte-frankfurt.com/schwerpunkte/presserecht-allgemeines-persoenlichkeitsrecht.html