Anlagebetrug in Weil im Schönbuch - Prozeßauftakt am Montag vor dem Landgericht Stuttgart

13.10.20091537 Mal gelesen

Am 12.10.09 erfolgte der Prozeßauftakt gegen die wegen Anlagebetrugs Angeklagte aus Weil im Schönbuch. Von der einst nach Aussagen diverser Anleger eloquenten Betreiberin eines Einzelhandelsgeschäfts, welches inzwischen geschlossen wurde, ist nicht mehr übrig geblieben als eine Frau, die sich nun seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft befindet, und sichtlich bemüht war, den von ihr Geschädigten nicht ins Gesicht schauen zu müssen.

 

Nach der Verlesung der Anklageschrift, die die Straftaten ab 2004 enthält, wurden auch sämtliche Geschädigten namentlich mit den entsprechenden Anlagesummen verlesen.

 

Die Angeklagte ist im wesentlichen geständig - bleibt die große Frage, die auch der Vorsitzende Richter am Landgericht Stuttgart mehrfach gestellt hat: Wo ist das Geld?

 

Die Versuche der Angeklagten, sich damit herauszureden, daß sie angeblich deutlcih höhere Rückzahlungen an die Anleger geleistet habe, sind unglaubwürdig. Immerhin sind es für den angeklagten Zeitraum ca. 2,4 Millionen Euro, die fehlen, für den gesamten Zeitraum, in dem die Angeklagte Anleger betrogen hat, über 5 Millionen Euro. Mit ihrem Lebenswandel läßt sich der Verlust des Geldes aber auch nicht erklären. In diesem Punkt scheint die Angeklagte Theater zu spielen. Was ihre sonstigen Aussagen angeht, mit denen sie zum Teil bestimmte Personen auch schwer belastet hat, so erscheinen diese glaubwürdig. Die Frage, wohin das Geld verschwunden ist, muß zunächst offen bleiben.

 

Fortgesetzt wurde die Verhandlung heute mit der Durchsicht der kompletten Geschädigtenliste und dem Abgleich der bezahlten bzw. zurückbezahlten Beträge. Nächste Woche, am 22. Oktober, geht es um 13.30 Uhr weiter.

 

Das Gericht riet - wie auch  wir schon vor Monaten - den Anlegern, die "Schwarzgeld" angelegt hatten, dringend zur Selbstanzeige.

 

Die Versteigerung der von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Gegenstände wird voraussichtlich im Dezember stattfinden.

 

Wir bleiben für die geschädigten Anleger nach wie vor dran an der Verfolgung des Geschehens und selbstverständlich auch dabei, das verschwundene Geld wiederzufinden!