Der Bericht der Gemeinsamen Insolvenzverwalter der Enterprise Holdings Limited

Der Bericht der Gemeinsamen Insolvenzverwalter der Enterprise Holdings Limited
09.12.20161303 Mal gelesen
Am 21. September 2016 stellte die Enterprise Holdings Limited einen Antrag auf Insolvenzverwaltung bei dem zuständigen High Court. Die Gemeinsamen Insolvenzverwalter Stephen L. Conn und Jonathan E. Avery-Gee legten den Anleihegläubigern nun einen Sachbericht und mögliche Lösungsstrategien vor.

Am 21. September 2016 stellte die Geschäftsführung der Enterprise Holdings Limited einen Antrag auf Insolvenzverwaltung bei dem zuständigen High Court of Justice Manchester. Die Gemeinsamen Insolvenzverwalter Stephen L. Conn und Jonathan E. Avery-Gee legten den Anleihegläubigern nun einen Sachbericht und mögliche Lösungsstrategien vor.

Die Gesellschaft Enterprise Holdings Limited

Das Unternehmen Enterprise Holdings Limited ist eine Holdinggesellschaft mehrerer Tochterunternehmen, die sich auf unabhängige Versicherungslösungen außerhalb  des Bereiches von Lebensversicherungen spezialisiert hat.

Die Gründung der Enterprise Holdings Limited erfolgte am 28. März 2007 in Gibraltar. Am 12. Dezember 2015 wurde der Sitz der Holdinggesellschaft aufgrund der Solvabilität-II-Richtlinie nach Jersey verlegt; den Mittelpunkt der hauptsächlichen Geschäftsinteressen bildet Großbritannien. Mit Jacobs Yard Limited, Oxford Blue Limited, Andeva Limited und Andeva Holdings Limited bestehen vier direkte Tochtergesellschaften.

Der Beginn der Insolvenzverwaltung

Im Juli 2016 stellte die Finanzdienstleistungsaufsicht von Gibraltar, Gibraltar Financial Services Commission, infolge einer Überprüfung der Finanzunterlagen fest, dass die Enterprise Holdings Limited den Anforderungen der geltenden Solvabilität-II-Richtlinie nicht genügte. Infolgedessen wurde das Unternehmen unter Aufsicht des Insolvenzverwalters Frederick White von Grant Thornton unter vorläufige Liquidation gestellt. Im Zuge dessen wurden sämtliche Handelsaktivitäten zwischen den Konzerngesellschaften eingestellt, die mehrheitlich Leistungen an und über die Enterprise Insurance Company Plc, ein wichtiges Handelsunternehmen des Konzerns, erbrachten. Diese Einstellung hatte alsbald die Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft zufolge, weshalb die Geschäftsführung am 21. September 2016 einen Antrag auf Insolvenzverwaltung beim High Court of Justice Manchester stellte. Der Vorgang wird im dortigen Bezirksregister unter dem Aktenzeichen 2848/16 geführt.

Am 23. September 2016 wurden Stephen L. Conn und Jonathan E. Avery-Gee zu Gemeinsamen Insolvenzverwaltern bestellt.

Die Anleihen der Enterprise Holdings Limited

Die durch das Unternehmen im Jahre 2012 ausgegebenen Anleihen erbrachten einen Erlös von 35 Millionen EUR, zurückzahlbar in 2017. Die im Jahre 2015 ausgegebenen Anleihen erbrachten 31 Millionen EUR, zurückzahlbar in 2020. Für beide Anleihen galt ein Zinssatz von 7 %.

In der Zeit vor dem 26. März 2015 bot die Gesellschaft den Anleiheinhabern die Option an, ihre 2012/2017 Anleihen gegen die neuen 2015/2020 Anleihen auszutauschen. Auf diese Weise wurden Anleihen in einem Gesamtwert von 3 Millionen EUR ausgetauscht.

Die 2012/2017 Anleihe bot ihren Inhabern auch das einmalige Recht einer vorzeitigen Rückzahlung zum 30. September 2015. Zu diesem Zeitpunkt wurden Anleihen im Gesamtwert von 8,95 Millionen EUR eingelöst.

Die Strategie der Gemeinsamen Insolvenzverwalter

Die Gemeinsamen Insolvenzverwalter verfolgen hinsichtlich der Enterprise Holdings Limited das Ziel, für die Gesamtheit der Gläubiger ein besseres Ergebnis zu erzielen als jenes, das durch das Liquidieren der Gesellschaft ohne vorangehende Insolvenzverwaltung möglich wäre.

Zu diesem Zweck schlagen die Verwalter vor, die Geschäftsverwaltung der Gesellschaft selbst fortzuführen. Sollte sich die Sicherung des Fortbestands der Gesellschaft als unmöglich erweisen, so wollen die Gemeinsamen Insolvenzverwalter in angemessenem Rahmen sämtliche Maßnahmen ergreifen, die ihnen zur größtmöglichen Verwertung der Vermögenswerte der Gesellschaft notwendig erscheinen.

Der aktuell geschätzte Wert der ungesicherten Gläubiger beträgt £44.500.000.

Die Gemeinsamen Insolvenzverwalter der Enterprise Holdings Limited gehen davon aus, dass ausreichend Vermögenswerte verfügbar sind, um eine Ausschüttung von circa 8,3 % an die ungesicherten Gläubiger zu leisten.

Sie werden bei dem zuständigen Gericht einen Antrag einreichen, der es ihnen ermöglicht, im Rahmen der Insolvenzverwaltung eine Ausschüttung an die ungesicherten Gläubiger vorzunehmen. Andernfalls soll zum Zwecke der Ausschüttung die Insolvenzverwaltung beendet und die Gesellschaft automatisch in eine Freiwillige Liquidation durch die Gläubiger übergehen.

Die Verwalter schlagen den Anleihegläubigern weiterhin vor, sie dazu zu ermächtigen, einen gemeinsamen Gläubigervertreter zu bestimmen. Für diese Position würden sie Sascha Borowski von der in München ansässigen Kanzlei Mattil & Kollegen vorschlagen. Gegebenenfalls soll auch ein Gläubigerausschuss gegründet werden.

Wie können wir Sie unterstützen?

Die Rechtsanwaltskanzlei Werdermann ? von Rüden vertritt die Interessen zahlreicher Anleihegläubiger in mehreren Insolvenzverfahren. Unsere Betreuung beginnt hierbei bereits im Vorfeld des eigentlichen Verfahrens. Mit unserer Erfahrung und unseren Fachkenntnissen helfen wir Ihnen, Ihre Interessen gegenüber anderen Gläubigergruppen sowie gegenüber dem Insolvenzverwalter durchzusetzen.

Gerne werden wir auch Sie als betroffene Anleihegläubiger der Enterprise Holdings Limited im Insolvenzverfahren betreuen und überprüfen, in welchem Umfang wir für Sie Schadensersatzansprüche - etwa auf der Grundlage vorangegangener fehlerhafter Anlageberatung - geltend machen können. Betroffenen Anlegern können Ansprüche gegen Berater, Wirtschaftsprüfer und Prospektverantwortliche zustehen.

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