Steilmann Insolvenz: Möglichkeiten der Aktionäre

Steilmann Insolvenz: Möglichkeiten der Aktionäre
31.03.2016604 Mal gelesen
Nach der Insolvenz der Steilmann SE droht den Aktionären der Totalverlust. Allerdings wirft die Pleite nur wenige Monate nach dem Börsengang Fragen auf – besonders bei den geschädigten Anlegern.

GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Kurz vor Ostern teilte Steilmann SE mit, dass der Modekonzern zahlungsunfähig ist und Insolvenzantrag stellt. Das vorläufige Insolvenzverfahren wurde vom Amtsgericht Dortmund am 24. März eröffnet (Az.: 251 IN 34/16). Am gleichen Tag wurde auch das vorläufige Insolvenzverfahren über die Steilmann Holding AG eröffnet. Aktionäre müssen nach der Insolvenz den Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals befürchten.

Allerdings wirft die Insolvenz und der Börsengang der Steilmann SE Fragen auf. Zunächst konnten nur knapp 9 Millionen Euro statt der geplanten rund 100 Millionen Euro auf dem Börsenparkett erzielt werden. Noch nicht einmal ein halbes Jahr später ist das Unternehmen pleite. Die Aktie hat nach Bekanntgabe der Insolvenz dramatisch an Wert verloren. Für die Aktionäre stellt sich jetzt vor allem die Frage, ob die wirtschaftlichen Probleme nicht schon zum Zeitpunkt des Börsengangs absehbar waren und die Konzernspitze nicht davon gewusst haben musste. Immerhin folgte bereits im Dezember vergangenen Jahres eine Anpassung der Umsatz- und Gewinnprognose. Daher gilt es, die Umstände des Börsengangs genau zu prüfen. Möglicherweise können sich Schadensersatzansprüche der Aktionäre gegen die Prospektverantwortlichen ergeben. Zur Überprüfung ihrer Ansprüche können sich die geschädigten Anleger an im Aktienrecht kompetente Rechtsanwälte wenden.

Sollte das reguläre Insolvenzverfahren über die Steilmann SE eröffnet werden, können die Gläubiger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Für die Aktionäre ist in einem Insolvenzverfahren allerdings vermutlich nicht viel zu holen. Etwas bessere Karten haben da die Anleihe-Gläubiger, die insgesamt rund 88 Millionen investiert haben. Ob und wie hoch ihre Insolvenzquote in einem möglichen Insolvenzverfahren ausfallen würde, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen. Allerdings müssen auch die Anleihe-Gläubiger mit Verlusten rechnen. Um dies zu vermeiden, können auch sie ihre Ansprüche auf Schadensersatz prüfen lassen.

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