MBB Clean Energy AG: Die Zahlstelle im Visier

MBB Clean Energy AG: Die Zahlstelle im Visier
14.07.2015382 Mal gelesen
Die Kanzlei Dr. Greger & Collegen prüft mögliche Ansprüche gegen die Zahlstelle: das Bankhaus Gebr. Martin AG

Mehr als 14 Tage nach Beantragung des Insolvenzverfahrens sah sich die MBB Clean Energy AG angesichts der sich häufenden Presseartikel offenbar gezwungen, den Insolvenzantrag auch auf der eigenen Homepage zu veröffentlichen, wenn auch nur in einem einzigen Satz. Bislang hatte das Unternehmen zum Insolvenzantrag geschwiegen, obwohl er aus dem eigenen Haus stammt. Noch nicht einmal eine Ad-Hoc-Mitteilung war diese Tatsache dem Unternehmen wert.

Die Kanzlei Dr. Greger & Collegen erreichen indes vermehrt Nachfragen nach alternativen Möglichkeiten, den erlittenen finanziellen Schaden ersetzt zu erhalten. Besonders brisant erscheint vor dem Hintergrund des Insolvenzantrags die Tatsache, dass die Anleihe seit Bekanntwerden der „technischen Probleme“ mit der Globalurkunde vom Handel ausgesetzt ist. Die Anleihegläubiger hatten also seit inzwischen über einem Jahr keine Möglichkeit, die Anleihe zu veräußern und den Schaden dadurch zu minimieren. Stattdessen waren sie dem Willen der Emittentin vollkommen ausgeliefert.

Derzeit prüft die Kanzlei Dr. Greger & Collegen mögliche Ansprüche gegen das Bankhaus Gebr. Martin AG aus Göppingen. Dieses hat sowohl im Rahmen der Anleiheemission als auch danach als Zahlstelle fungiert. Nach Ansicht der Kanzlei Dr. Greger & Collegen oblag ihr auch die Prüfung der Globalurkunde. Dass das Bankhaus dabei an der erfolgreichen Emission möglicherweise ein Interesse hatte, liegt nahe: Ausweislich des Emissionsprospekts war vorgesehen, dass die an der Emission beteiligten Berater eine erfolgsabhängige Vergütung erhalten können.

Der Kanzlei Dr. Greger & Collegen, die von FOCUS „Deutschlands Top-Anwälte“ als „Top-Wirtschaftskanzlei“ 2013 in der Rubrik „Kapitalmarktrecht“ ausgezeichnet wurde und bereits zahlreiche Anleihegläubiger gegen die MBB Clean Energy AG vertritt, liegen bereits erste Aufträge geschädigter Anleihegläubiger vor, die beabsichtigen, gegen das Bankhaus vorzugehen. Rechtsanwalt und Fachanwalt Dr. Stephan Greger empfiehlt, die Insolvenz des Unternehmens nicht tatenlos hinzunehmen: „An einer Anleiheemission sind zahlreiche Stellen beteiligt. Es verwundert, dass keiner die Globalurkunde gelesen hat, aus der klar hervorgeht, dass zwei Unterschriften erforderlich sind.“ Anleihegläubiger, die sich bereits auf der Internetseite

www.dr-greger.de/aktuelles/mbb-clean-energy-ag/geschaedigten-pool

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