PROKON-Insolvenzverfahren eröffnet – Wie geht es konkret für die betroffenen Anleger weiter?

PROKON-Insolvenzverfahren eröffnet – Wie geht es konkret für die betroffenen Anleger weiter?
04.06.2014525 Mal gelesen
Das Insolvenzverfahren der PROKON Regenerative Energien GmbH wurde eröffnet. Dennoch steht das Verfahren erst am Beginn, da wesentliche Weichenstellungen noch ausstehen. Welche Entscheidungen und Termine stehen in der nächsten Zeit an?

Ein wichtiger Meilenstein des PROKON-Insolvenzverfahrens wurden Anfang Mai 2014 erreicht: Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet. Doch für betroffenen PROKON-Anleger ist das Verfahren damit noch nicht am Ende angelangt. Im Gegenteil. Auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden noch wichtige Entscheidungen getroffen, die das weitere Verfahren beeinflussen. Auch müssen die betroffenen Gläubiger auf Fristen achten. Nicht wenige Anleger fragen sich daher, um was sie sich als nächstes kümmern müssen und welche Termine und Fristen sie in den kommenden Wochen und Monaten beachten müssen.

 

Besonders wichtig für das weitere Verfahren ist die erste Gläubigerversammlung. Die am 22.07.2014 stattfindende Versammlung dient zum einen dazu, die Gläubiger über die Erkenntnisse des bisherigen Verfahrens zu informieren. Ebenso wichtig sind jedoch die Weichenstellungen für das zukünftige Insolvenzverfahren der PRKOKON Regenerative Energien GmbH. Die Anleger sowie weitere Gläubiger sollen (mit)entscheiden, welchen Weg das Insolvenzverfahren einschlagen soll. Beispielsweise sollen sie entschieden, ob das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchgeführt werden soll. Im diesem Fall wird der weitere Geschäftsbetrieb der PROKON Regenerative Energien GmbH von der bisherigen Geschäftsführung betreut und nicht vom Insolvenzverwalter. kümmert sich weiterhin hierum. Im Fall einer Eigenverwaltung wird von dem Gericht ein Sachwalter bestellt, der der Geschäftsführung zur Seite steht.

 

Eine weitere wegweisende Beschlussfassung betrifft die Frage, ob ein Insolvenzplan erstellt werden soll oder nicht. In einem Insolvenzplan können Einzelheiten und grundlegende Fragen des kommenden Verfahrens verbindlich geregelt werden können. In der ersten Gläubigerversammlung soll aber kein bereits fertiger Insolvenzplan beschlossen werden, sondern es geht vielmehr um die grundlegende Frage, ob die Genussrechte-Inhaber und sonstige Gläubiger wünschen, dass ein Insolvenzplan erstellt wird. Ob ein fertiger Plan angenommen werden soll, wäre Gegenstand einer späteren Entscheidung.

 

Neben der generellen Weiterentwicklung des Insolvenzverfahrens müssen die PROKON-Anleger auch darum kümmern, dass sie ihre Geldforderungen wirksam in das Verfahren einbringen. Um dies zu erreichen, müssen die Forderungen angemeldet werden. Im Fall PROKON endet die entsprechende Frist 15.09.2014. Die Forderungsanmeldung betrifft nicht nur gekündigte Genussrechte, sondern sämtliche Forderungen der Genussrechte-Inhaber – wie zum Beispiel ungekündigte oder „eigentlich“ noch nicht fällige Genussrechte. Denn das Gesetz bestimmt, dass in einem Insolvenzverfahren sämtliche Forderungen eines Unternehmens fällig werden.

 

Für die Anmeldung sollen die Anleger im Juli 2014 vom Insolvenzverwalter Vordrucke erhalten. Bei der Forderungsanmeldung geht es nicht darum, die Forderungen schnellstmöglich anzumelden – eine rechtzeitige Anmeldung vor dem Ende der Forderungsfrist ist ausreichend, aber auch erforderlich, um die Forderungen in das Insolvenzverfahren einzubringen. Jedoch sollten die PROKON-Anleger bedenken, dass nicht nur die Anmeldung nicht nur rechtzeitig erfolgen sollten, sondern dass es im – noch flexibel gestaltbaren – weiteren Insolvenzverfahren auch darauf ankommen kann, wie und mit welcher Begründung die Forderungen angemeldet wurden.

  

Weiterer Verlauf des Insolvenzverfahrens hängt von Entscheidungen der PROKON-Anleger und Gläubiger ab

 

Schon diese ersten wegweisenden Stationen des Insolvenzverfahrens zeigen, dass ein Insolvenzverfahrens nicht nach einem bestimmten Muster ablaufen muss, sondern dass das Verfahren gestaltbar ist. Bei den betroffenen Genussrechte-Inhabern kann die Flexibiltät und die damit verbundenen, weitreichenden Konsequenzen für das weitere Verfahren zu Fragen führen. Insbesondere bei jenen Anlegern, die sich noch nie mit den Details eines Insolvenzverfahren befassen mussten. Möchten sich PROKON-Genussrechte-Inhaber bei der Gläubigerversammlung vertreten lassen ober wünschen auch im sonstigen Insolvenzverfahren Unterstützung, dann sollten sich an Fachanwälte wenden, die über spezielles Wissen im Insolvenz- und Kapitalmarktrecht verfügen. Die Anwälte der PROKON Schutzgemeinschaft der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH können dies bieten: Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht Ralph Sauer ist selbst als Insolvenzverwalter tätig. Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Ralf Stoll betreut mit seinem Team die kapitalmarktrechtlichen Fragestellungen rund um die PROKON-Genussrechte.

 

Weitere Informationen rund um den Fall PROKON befinden sich der Homepage der Schutzgemeinschaft der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen auf www.prokon-schutzgemeinschaft.de.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

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