baum · reiter & collegen gründet Interessengemeinschaft für PROKON-Anleger

baum · reiter & collegen gründet Interessengemeinschaft für PROKON-Anleger
16.01.2014858 Mal gelesen
Dem Windkraftanlagenbetreiber PROKON droht die Insolvenz. Anleger befürchten hohe Verluste. baum · reiter & collegen gründet Interessengemeinschaft für PROKON-Anleger.

Die Entwicklung der PROKON-Unternehmensgruppe bestätigt die u.a. von baum · reiter & collegen seit geraumer Zeit geäußerten Zweifel am Geschäftsmodell und der Unternehmensführung der PROKON. Aufgrund der hohen Zahl an Kündigungen von  Genussrechtsinhabern droht nun die Insolvenz, weil es offensichtlich an der notwendigen Liquidität fehlt. Die wie eine Erpressung wirkende Aufforderung der PROKON-Geschäftsleitung, Anleger sollten ihre Kündigung zur Vermeidung der Insolvenz zurücknehmen, kann nicht von eigenen Versäumnissen und unternehmerischen Fehlentscheidungen ablenken. Mit keinem Wort erklärt sich die Unternehmensführung zu Missmanagement und eigenen Fehlern.

Der Aufruf von PROKON an seine Anleger, ihr Genussrechtskapital durch weitere Zeichnungen aufzustocken, ist naiv und kann das Unternehmen allein kaum retten. baum · reiter & collegen rät allen PROKON-Anlegern, keinesfalls weiteres Geld in das insolvenzbedrohte Unternehmen zu investieren, da durch die angedrohte Insolvenz ein besonders hohes Verlustrisiko besteht. Anleger sollten vielmehr ihre Interessen bündeln. Hierzu haben wir eine Interessengemeinschaft ins Leben gerufen, für die sich betroffene Anleger kostenlos registrieren lassen können.
 
PROKON bewarb im Dezember 2013 Genussrechte als Sachwertanlage trotz Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe

Noch im Dezember 2013 bewarb der Windkraftanbieter Genussrechte seiner Unternehmenstochter PROKON Regenerative Energien GmbH als Sachwertanlage, ohne dabei auf das hohe Verlustrisiko hinzuweisen. Obwohl PROKON zu diesem Zeitpunkt schon die im Konzern angehäuften Verluste in dreistelliger Millionenhöhe bekannt gewesen sein mussten, verschwieg das Unternehmen diesen wesentlichen Umstand.

Am 10.01.2014 veröffentlichte PROKON dann eine teilkonsolidierte Zwischenbilanz, Geschäftsbereich Windenergie und Genussrechtsgesellschaft zum 31.10.2013, die Verluste des Konzerns in Höhe von etwa 195 Millionen Euro ausweist. Auch die hypothetische Prognoserechnung vom 06.12.2013 lässt nichts Gutes ahnen. Aus ihr kann man nämlich entnehmen, dass PROKON im Jahr 2013 nur ein Drittel der Summe erwirtschaftet hat, die es an seine Anleger auszahlen muss. Allein aufgrund dieser Tatsachen besteht ein erhebliches Insolvenzrisiko. Dies hat PROKON jedoch bislang stets dementiert.

PROKON stellt Insolvenz bis spätestens Ende Januar 2014 in Aussicht

Umso überraschender ist für viele Anleger der Inhalt eines Rundschreibens, das PROKON am 10.01.2014 auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Darin schreibt PROKON, dass das Unternehmen voraussichtlich bis Ende Januar 2014 Planinsolvenz anmelden müsse. Schuld daran sei nicht die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, sondern eine vermeintliche Hetzkampagne in den Medien, aufgrund derer viele Mitglieder die Genussrechte gekündigt hätten. In dem Rundschreiben teilt PROKON seinen Anlegern mit, dass eine Insolvenz angeblich dadurch verhindert werden könne, dass sie ihre Genussrechte mindestens bis zum 31.10.2014 nicht kündigen bzw. eine bereits ausgesprochene Kündigung zurückziehen. Wer als Anleger stattdessen zeitnah kündigen möchte, dem werden in dem Rundschreiben schwere Vorwürfe gemacht, so dass das Schreiben erpresserisch wirkt. Zudem wird der
 kündigungswillige Anleger zur Abgabe einer Begründung aufgefordert, was rechtlich unzulässig ist. Kein Anleger muss sein vertraglich eingeräumtes Kündigungsrecht begründen.

Was sollten PROKON-Anleger jetzt tun?

„Anleger sollten sich nicht für dumm verkaufen lassen und jetzt vorschnell die geforderte Haltebestätigung abgeben oder bereits ausgesprochene Kündigungen zurücknehmen. Die von PROKON gewollte Fortführung des Unternehmens kann zwar unter dem Gesichtspunkt der Schadensbegrenzung ein vernünftiger und sinnvoller Weg sein. Hierfür ist es jedoch erforderlich, dass das Unternehmen wieder Vertrauen gewinnt. Bevor Anleger die geforderte Haltebestätigung abgeben, muss Transparenz hinsichtlich der Unternehmenszahlen und der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells geschaffen werden“, erklärt Rechtsanwalt Prof. Dr. Julius Reiter, Gründungspartner der Kanzlei baum · reiter & collegen und fordert die PROKON-Geschäftsführung auf, „,schnellstens konsolidierte und insbesondere testierte Jahresabschlüsse vorzulegen, damit Anleger entscheiden können, ob eine Fortführung lohnt“. Nach Ansicht von Prof. Reiter sind die von PROKON jetzt auf deren Internetseite veröffentlichten Zahlen wenig aussagekräftig und werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. „Auf Basis dieser undifferenzierten Zahlen kann keine verbindlichen Aussage und Einschätzung zur finanziellen Situation von PROKON vorgenommen werden. Insbesondere fehlt eine aussagekräftige Gewinn-und-Verlustrechnung nebst Anhang und Lagebericht. Solange keine testierten Jahresabschlüsse für die Jahre 2012 und 2013 vorliegen, sollten Anleger keine Erklärungen abgeben“, erklärt Prof. Reiter.
 

Nach Angaben von PROKON sind Genussrechte im Wert von 1,354 Milliarden Euro an 74.307 Anlegern ausgegeben worden. Die durchschnittliche Anlagesumme beläuft sich somit auf rund 18.000 Euro. „Viele Anleger dürften aber deutlich niedrigere Beträge angelegt haben. Für diese Anleger stehen die üblichen Rechtsberatungskosten in keinem Verhältnis zu ihrer Investitionssumme. Um dieser Anlegergruppe - wie aber auch den höher investierten Anlegern - eine Möglichkeit zu bieten, sich über die Lage des Unternehmens und die im Falle einer Insolvenz notwendigen Schritte und Termine unabhängig und objektiv zu informieren, haben wir uns entschlossen, eine Interessengemeinschaft zu gründen“, erklärt Prof. Reiter. Interessierte PROKON-Anleger können sich unter [email protected] kostenlos und unverbindlich registrieren lassen.

Weitere Informationen finden Sie auf www.PROKON-Schaden.de

Für weitergehende Fragen stehen wir Ihnen auch germe telefonisch unter 0211-836805-70 zur Verfügung.