MPC Offen Flotte - Santa B Schiffe: Schiffsfonds-Anlegern droht Totalverlust der Einlage

27.08.2012507 Mal gelesen
Für die Anleger des MPC Santa B Schiffe gibt es abermals dramatische Nachrichten. Die Schiffsgesellschaften brauchen angesichts des dramatischen Verfalls der Charterraten dringend frisches Kapital, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Für die Anleger des MPC Fonds "Offen Flotte" - Santa B Schiffe gibt es abermals dramatische Nachrichten. Die nunmehr im fünften Jahr andauernde Krise der Schifffahrtsmärkte wirkt sich auch für den Container-Dachfonds und seine 14 Schiffsgesellschaften äußerst negativ aus. Die Schiffsgesellschaften brauchen angesichts des dramatischen Verfalls der Charterraten dringend frisches Kapital, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Ob die Anleger der Aufforderung des Fondsmanagements Folge leisten und weitere 12% des ursprünglichen Eigenkapitals nachschießen werden, ist mehr als fraglich. Denn eine nachhaltige Erholung der Charterraten sehen namhafte Analysten nicht vor dem Jahr 2014, wie die Fondszeitung (August 2012) berichtet. Vor diesem Hintergrund eine realistische Fortführungsperspektive zu sehen, erfordert viel Fantasie.

Gute Chancen für die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen

Wir vertreten zahlreiche Anleger, die an dem Fonds "MPC Offen Flotte" - MS "Santa B Schiffe" GmbH & Co. KG beteiligt sind. Wir haben für diese die jeweilige Anlageberatung sowie den Fondsprospekt geprüft. Nach unserer Auffassung bestehen erhebliche Anhaltspunkte für eine regelmäßig fehlerhafte Anlageberatung sowie Prospektmängel und somit gute Chancen für Schadenersatzansprüche der Anleger dieses MPC Schiffsfonds.

Regelmäßige Beratungsfehler

  • Nur 70% der Anlegergelder flossen in die Schiffsinvestition: Aus dem Fondsprospekt muss sich nach der Rechtsprechung des BGH ohne Nachrechnen ermitteln lassen, welcher Teil des vom Anleger aufgebrachten Kapitals werthaltig in die Schiffsinvestition fließt und welcher Teil für nicht investive Zwecke, so genannte Weichkosten verbraucht wird. Hierauf muss auch der Berater, der die Anlage empfiehlt, hinweisen. Der Prospekt des Fonds "MPC Offen Flotte" enthält solche Angaben nicht. Erst durch gesonderte Berechnungen lässt sich ermitteln, dass 30% des von den Anlegern aufzubringenden Kommanditkapitals incl. Agio für Weichkosten verwendet wurden. Nur 70% flossen tatsächlich in den Kauf der Schiffe.
  • 26,5% der Anlegergelder flossen in Vertriebsprovisionen: Bankberater müssen nach der kickback-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darauf hinweisen, welche Provisionen die Bank oder Sparkasse für die Vermittlung des Fondsanteils erhält. Allein die für die Beschaffung des Kommanditkapitals, also für den Vertrieb gezahlte Provision belief sich auf sagenhafte 26,5% des von den Anlegern investierten Kapitals. Hierüber klärt weder der Prospekt ausdrücklich auf, noch wurden die uns bekannten Anleger darüber im Beratungsgespräch informiert.
  • Prognostizierte Ausschüttungen wurden als Rendite dargestellt: Irreführender Weise wurden die prognostizierten regelmäßigen Ausschüttungen in den Beratungsgesprächen als Rendite dargestellt. Die Anleger wurden ebenso wenig hingewiesen, dass die regelmäßigen Auszahlungen teilweise eine Rückzahlung des zuvor investierten Eigenkapitals darstellen, wie auf den Umstand, dass durch diese Auszahlungen eine Haftung der Anleger für Verbindlichkeiten der Fondsgesellschaft entsteht.
  • Abhängigkeit des Wertes der Schiffe von der Situation auf den Chartermärkten: Der Wert der Schiffe hängt von den am Chartermarkt erzielbaren Einnahmen ab. Dies wurde Anlegern in der Beratung nicht mitgeteilt. Schiffsbeteiligung sind daher weder sicher, noch wertstabil. Von extremen Schwankungen bei Chartereinnahmen und Schiffswert war in den Beratungen nicht die Rede.
  • Keine Information über Risiken der loan-to-value Klauseln in den Kreditverträgen: In den Kreditverträgen der Schiffsfonds sind so genannte loan-to-value Klauseln enthalten, die ein bestimmtes Verhältnis von Schiffswert zu Darlehensvaluta in US-$ festschreiben. Aufgrund des massiven Verfalls des Wertes des US-$ gegenüber dem Japanischen YEN ist der in US-$ gerechnete Darlehensstand stark angestiegen. Zugleich sind die Schiffswerte aufgrund des Einbruchs der Charterraten und des damit verbundenen Rückgangs der Schiffspreise gesunken. Damit wurde das in der loan-to-value Klausel festgeschriebene Wertverhältnis von 105% verletzt. Die Banken haben bei der Verletzung von loan-to-value Klauseln das Recht, unter anderem Zusatzsicherheiten, Sondertilgungen oder höhere Zinsen zu fordern und gegebenenfalls das Darlehen zu kündigen. Über diese Hintergründe und Risiken wurden die Anleger von den Beratern nicht informiert.
  •  Hohes Risiko durch Kredite in Japanischem Yen: Ein Teil der vom Fonds bzw. den Schiffen des "MPC Offen Flotte" - MS "Santa B Schiffe" GmbH & Co. KG aufgenommenen Kredite wurde in JPY aufgenommen. Die Chartereinnahmen des Fonds werden in US$ erzielt. Starke Wechselkursschwankungen, wie der seit 2007 andauernde Wertverfall des US-Dollars gegenüber dem Yen können für den Fonds existenzgefährdend sein, denn er erhöht - in US-$ - die für Zins und Tilgung zu leistenden Zahlungen. Hierauf hätte der Berater ausdrücklich hinweisen müssen.
  • Kein Zweitmarkt für "gebrauchte" Fondsbeteiligungen - Anleger kommen bis 2023 nicht mehr an ihr Geld: Was Anlegern des Fonds "MPC Offen Flotte" - MS "Santa B Schiffe" GmbH & Co. KG von ihren Beratern ferner regelmäßig verschwiegen wurde, ist, dass sie die Beteiligung nicht vor dem 31.12.2023 kündigen können. Da es auch keinen geregelten Zweitmarkt für gebrauchte Fondsbeteiligungen gibt, ist eine Veräußerung nahezu ausgeschlossen. Anleger kommen also über zwei Jahrzehnte nicht an ihr Geld.

Prospektfehler als weitere Grundlage von Schadenersatzansprüchen

Der Prospekt weist nach unserer Ansicht einige weitere Mängel auf, über die der Berater hätte aufklären müssen.

  • Das von den Anlegern zu zahlende Agio wird weder als Einnahmen- noch als Ausgabenposition ausgewiesen, obwohl der Betrag der Gesellschaft zufließt und für die Eigenkapitalvermittlung aufgewendet wird.
  • Die Ausführungen zur fehlenden Veräußerbarkeit von Fondsanteilen entsprechen nicht den Anforderungen, die der BGH an die ordnungsgemäße Aufklärung von Anlegern stellt.

Anleger des Fonds "MPC Offen Flotte" (MS Santa B Schiffe mbH & Co. KG) haben daher grundsätzlich gute Chancen, Schadenersatzansprüche gegen ihre Berater beziehungsweise die Gründungsgesellschafter des Fonds durchzusetzen.

Haben Sie Fragen zu Ihrer Fondsbeteiligung am MPC Fonds Santa B Schiffe mbH & Co. KG? Möchten Sie wissen, wie Ihre Chancen stehen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen? Rufen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne.

Nittel | Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht
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