MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus - Schadenersatz für Anleger

MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus - Schadenersatz für Anleger
15.11.2011396 Mal gelesen
Der MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus wurde 2005 von der MPC Münchmeyer Petersen Capital Vermittlung GmbH aufgelegt. Anleger haben rund 20 Mio. Britische Pfund (GBP) in den Fonds investiert. Ziel des Fonds war der Erwerb von bestehenden britischen Lebensversicherungspolicen auf dem Zweitmarkt. Geplant war, rund 67% der Investitionen in Lebensversicherungen über die Aufnahme von Fremdkapital zu finanzieren. Die erworbenen Policen sollten hierfür als Sicherheit dienen. Von den im Verkaufsprospekt des MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus prognostizierten Ausschüttungen vor Steuern von rund 228 % des eingesetzten Kapitals bis zum Ende der Laufzeit 2019 haben die Anleger bis heute gerade einmal 2% erhalten.

Der MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus befindet sich in großen Schwierigkeiten. Verschiedene britische Versicherungsgesellschaften haben die Rückkaufwerte ihrer Policen aufgrund der aktuellen Lage auf den Kapitalmärkten um bis zu 20 % gesenkt. Die Fondsgesellschaft selbst geht nicht mehr von einer  vollständigen Rückzahlung des eingesetzten Anlegerkapitals aus.

 

Der Brancheninformationsdienst fondstelegramm urteilte bereits im Jahr 2005 über den MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus: 

 

Eine stark über Kredite gehebelte Aktienspekulation mit ambitionierten Annahmen

 

Für die Anleger des Fonds stellt sich die Frage, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe sie mit weiteren Rückflüssen aus dem Fonds rechnen können. Erhebliche Verluste sind zu erwarten.

 

Anleger, die von ihrem Berater nicht über die Risiken der Beteiligung an dem MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus informiert wurden, haben gute Chancen, im Wege des Schadenersatzes ihr gesamtes investiertes Geld zurückzuholen und eine angemessene Verzinsung als entgangenen Gewinn zu erhalten.

 

Unter anderem hätte über folgende Punkte beraten werden müssen:

 
  • Britische Lebensversicherungen unterscheiden sich grundlegend von deutschen Versicherungspolicen. Anders als deutsche Policen haben sie  keine garantierte Mindestrendite. Die den Policen zuzuschreibenden Erträge hängen vielmehr davon ab, wie erfolgreich der jeweilige  Versicherer mit seinen Kapitalmarktgeschäften im jeweils vorausgehenden Jahr war. Da sehr viel mehr in Aktien und innovative Produkte investiert wird, als in Deutschland, ist das Risiko sehr viel höher, dass Wertzuwächse und Boni ausbleiben.
 
  • Fehlende Eignung als Altersvorsorge – Fondsbeteiligungen sind riskante unternehmerische Beteiligungen und daher als Altersvorsorge völlig ungeeignet, wie zahlreiche Gerichte inzwischen festgestellt haben.
 
  • Die hohe Kreditaufnahme steigt das Risiko des Totalverlustes der Einlage überproportional. Denn verliert das Versicherungsportfolio nur gering an Wert, kann die Bank den Kredit kündigen und das Portfolio verwerten. Für die Anleger bleibt dann gegebenenfalls nichts mehr übrig.
 
  • Auf welcher tatsächlichen Renditeerwartung die Kalkulation basiert, lässt sich dem Prospekt nicht eindeutig entnehmen.
 
  • In den im Prospekt enthaltenen Sensitivitätsanalysen fehlt die Darstellung dafür, welchen Einfluss höhere oder niedrigere Gewinnzuweisungen beziehungsweise Schlussboni der Versicherungsgesellschaften auf den Erfolg des Fonds haben. Interessant wären solche Szenarien schon allein deshalb, da das fondstelegramm darauf verweist, dass nach Aussagen von Marktkennern die Renditen von Gebrauchtpolicen seit Mitte 2005 stark gefallen seien. 
 
  • Wiederaufleben der Einlageverpflichtung – Erhalten Kommanditisten Ausschüttungen, bei denen es sich nicht um Bilanzgewinne handelt, lebt in gleicher Höhe die Haftung für Verbindlichkeiten der Gesellschaft wieder auf. Im Falle der Insolvenz der Fondsgesellschaft müssen die Ausschüttungen zurückgezahlt werden.
 
  • Die mit der Verwaltung der Versicherungspolicen beauftragte Gesellschaft cash.life AG verfügte über keine Erfahrung mit der Verwaltung von großen Versicherungspaketen, worauf hinzuweisen gewesen wäre.
 
  • Die Honorare für die beim Ankauf britischer Versicherungspolicen einzuschaltenden Market Maker sind im Prospekt weder ausgewiesen noch bei der Kalkulation berücksichtigt.
 
  • Wurde der Anleger durch eine Bank oder Sparkasse beraten, hätte diese nach der kickback Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ausdrücklich darauf hinweisen müssen, dass und in welcher Höhe sie Provisionen für den Vertrieb des Fonds - so genannte kickbacks – erhält. 
 

Möchten Sie wissen, ob Ihnen als Anleger des MPC Rendite-Fonds Britische Leben Plus Schadenersatzansprüche gegen ihren Berater zustehen? Rufen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne.

 

Ihre Ansprechpartner:

Mathias Nittel
Rechtsanwalt | Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

Michael Minderjahn
Rechtsanwalt

Heidelberg | Hans-Böckler-Straße 2 A | D-69115 Heidelberg | Tel.: 06221 915770
München | Residenzstraße 25 | D-80333 München | Tel.: 089 25549850

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