Cyber-Kriminalität: Diese Gefahren drohen 2012

03.02.2012434 Mal gelesen
IT-Experten rechnen für 2012 mit gezielteren Angriffen im Netz als bisher. Das geht aus der Prognose "Cyberthreat Forecast for 2012" des Unternehmen Kaspersky hervor. Demnach sollen auch mobile Endgeräte stärker ins Visier der Angreifer rücken.

Für 2012 prognostizieren die IT-Experten weitere Bedrohungen für Regierungen und Großunternehmen auf der ganzen Welt. So werde nicht nur die Anzahl der gezielten Angriffe auf staatliche Institutionen und große Unternehmen steigen, sondern auch Bandbreite der möglichen Ziele merklich ausgeweitet werden. "Waren bis dato vor allem Unternehmen und staatliche Organisationen im Fokus, die mit Waffenfertigung, Finanztransaktionen oder High-Tech- sowie wissenschaftlicher Forschung im Zusammenhang stehen, erwarten wir im nächsten Jahr eine Ausweitung der Angriffsziele auf Unternehmen aus der Rohstoffgewinnung, Energie-, Verkehrs-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie Internet-Services und IT-Sicherheitsunternehmen“, heißt es in dem Bericht des Unternehmens für Sicherheitssoftware.

Mobile Bedrohung gewinnt an Bedeutung

Mobile Bedrohungen gewännen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere das immer populärer werdende Mobil-Bertriebssystem Google Android sehen die IT-Experten für die kommenden Monate als primäres Angriffsziel. Ebenfalls häufiger werden auch mobile Schädlinge auftauchen, die Sicherheitslücken ausnutzen.

Eine relativ neue Kategorie von Angriffen, die nach Vermutung von Kaspersky in den nächsten Wochen an Bedeutung gewinnen wird, sind die "massenhaften gezielten Angriffe" oder "Mass Targeted Attacks" wie zum Beispiel "Poison Ivy" und "Duqu". Neue Malware-Quellen und gezielte Cyber-Angriffe seien 2011 erstmals aufgetaucht. Im kommenden Jahr werde es wahrscheinlich "eine signifikante Steigerung bei der Anzahl neuer Akteure und Bedrohungen sowie Aufsehen erregende Vorfälle" geben, vermuten die Experten. Zudem, so die Prognose, würden die Erkennungs-Mechanismen für derartige Angriffe derzeit bei weitem effektiver, was die Anzahl bekannter Vorfälle wahrscheinlich zusätzlich erhöhen werde. Die besseren Sicherheitstechnologien würden wiederum auch die IT-Kriminellen dazu bringen, ihre Methoden zu verfeinern und zu variieren.

Angriffe auf Online-Backing bleibt aktuell

Das Unternehmen geht davon aus, dass bisher populäre Angriffs-Techniken wie etwa das Versenden verseuchter E-Mail-Anhänge in diesem Jahr an Bedeutung verlieren würden. Stattdessen werde zunehmend der Webbrowser als Angriffsvektor in den Vordergrund rücken. Wie effektiv dies sein werde, hänge davon ab, wie viele Sicherheitslücken in populärer Software vorhanden seien und wie gut sich diese ausnutzen ließen.

Nach wie vor werden der Prognose zur Folge Angriffe auf Online-Banking-Dienste zu den beliebtesten Methoden von Kriminellen gehören, sich zu bereichern. Dies werden auch Verbesserungen der Sicherheitsmaßnahmen durch die Banken nicht verhindern können, vermutet das Unternehmen. Laut der Einschätzung werden solche Angriffe auch in Asien - vor allem Süd-Ost-Asien und China - an Bedeutung gewinnen, wo Online-Banking derzeit zunehmend populär wird.