Vom sympathischen Freundefinder zur hässlichen Datenkrake- Wie Facebook seinen Kritikern trotzt

21.05.20111 Mal gelesen
18.05.2011 - Seit Monaten gerät Facebook wegen seiner Datenpolitik immer wieder in die Negativschlagzeilen. Doch trotz Datenlecks, beharrlichen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen und massiver Kritik der Verbraucherzentrale will Facebook nicht umdenken.

Besser schlechte Publicity als keine Publicity

 

Diesen Grundsatz scheint sich Facebook zu Herzen genommen zu haben, denn in den letzten Monaten war in den Negativschlagzeilen regelmäßig über das weltumspannende soziale Netzwerk lesen. Die erst seit kurzem erkannte Sicherheitslücke, durch welche Dritte, über Jahre hinweg, sensible Daten der Nutzer abrufen konnten und die Verstöße gegen den Datenschutz in Form des Adressbuch- Imports und das Einladen von Nichtmitgliedern durch den "Freundefinder" sind nur zwei Beispiele für das derzeitige Negativimage von Facebook.

 

Facebook im Dauerfeuer der Kritik

 

Kritik bricht seit dem von allen Seiten auf Facebook herein. Der Vorsitzende des vzbv, Gerd Billen, nannte den Umgang mit Daten von Facebook als willkürlich und losgelöst von Recht und Gesetz. Die Verbraucherministerin Ilse Aigner legte sich öffentlich mit Facebook an und brachte ihren Protest zum Ausdruck, indem sie sich aus dem Netzwerk zurückzog.

 

Bundesregierung ist mitverantwortlich

 

Gerd Billen kritisierte aber auch die Bundesregierung, denn diese hätte es versäumt, die im nationalen Datenschutz notwendigen Reformen einzuleiten. Außerdem wurde bisher nicht auf die Einführung und Durchsetzung verbindlicher internationaler Daten- und Verbraucherschutzstandards hingewirkt. Ohne solche grenzüberschreitenden Verkehrsregeln seien die nicht mehr wegzudenkenden, weltumspannenden sozialen Netzwerke aus datenschutzrechtlicher Sicht aber nicht in den Griff zu bekommen.

 

Bisherige Maßnahmen erfolglos, Facebook unbeeindruckt

 

Die vom vzbv eingeleiteten Maßnahmen, Einfluss auf Facebook zu nehmen, sind bisher nicht von Erfolg gekrönt. So blieb ein Brief an den Vorstand von Goldman Sachs, dem neuen Großaktionär bei Facebook, mit der Aufforderung, dass Fragen des Daten-, Verbraucher- und Kundenschutzes eine entscheidende Rolle für Investitionen in Unternehmen wie Facebook spielen müssen, unbeantwortet. Ein Termin für die durch den vzbv gegen Facebook im November 2010 eingereichte Klage vor dem LG Berlin steht immer noch aus. Angesichts dieser Umstände, scheint es nicht verwunderlich, dass sich Facebook von der Kritik bisher völlig unbeeindruckt zeigt, denn durch die unzulässigen Methoden verschafft sich Facebook schließlich Tag für Tag einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen in Deutschland ansässigen Konkurrenten. Dies jedenfalls nach Auffassung des Vorstandsvorsitzenden Gerd Billen.

Wenn Sie selbst Schwierigkeiten mit Persönlichkeitsrechtsverletzungen in Facebook haben oder sich in Ihren Rechten eingeschränkt fühlen, sollten Sie anwaltlichen Rat einholen und Ihre Rechte verteidigen. Die Kanzlei Dr. Steinhübel & Dr. Rötlich berät Sie umfassend und kompetent durch die auf dem Gebiet des Medien- und Urheberrechts spezialisierte Anwältin Frau Dr. Rötlich.