Jugendschutz mit vertrackten Folgen: Gemüsehändler wird Opfer von Netzsperre

12.03.2011614 Mal gelesen
An einem aktuellen Fall aus Großbritannien wird deutlich, was Sperren im Internet aus Gründen des Jugendschutzes alles anrichten können. Darüber hinaus ist fragwürdig, ob sie Kinder und Jugendliche wirklich schützen.

Nachdem die europäische Kommission zur Bekämpfung von Kinderpornografie die Einrichtung von Netzsperren fordert, sollte ein aktuelles Beispiel aus Großbritannien zu denken geben. In diesem Land sind Netzsperren schon eingeführt worden.

In dem zugetragenen Fall ging es nicht etwa um absichtlich durchgeführte Internetzensur von Webseiten mit politisch „unerwünschten“ Inhalten. Vielmehr wurde aus Versehen das Internetangebot von o2 aufgrund von Filtern als jugendgefährdend eingestuft. Dies kam dadurch, weil dort von „frischen Früchten/Früchtchen“ die Rede war. Der eingebaute Filter ging aufgrund dieser Worte irrtümlicherweise von Kinderpornografie aus. Die Folge war, dass die Seite nur noch für über 18 jährige zugänglich war, die ihre Volljährigkeit durch eine Kreditkartenzahlung „nachweisen“ konnten.

In der Zwischenzeit wurde diese Sperre angeblich wieder aufgehoben. Aber hieran wird deutlich, wozu unsinnige Regulierungswut führen kann. Darüber hinaus ist zweifelhaft, ob diese Sperren wirklich zum Jugendschutz geeignet sind. Keine Frage ist, dass Kinderpornografie unbedingt bekämpft werden muss. Aber nicht mit solchen Mitteln, die ins Leere gehen und Unschuldige treffen.

 

Quellen: