Die Streithähne unter den Schweineschlachtern

Die Streithähne unter den Schweineschlachtern
15.11.2016469 Mal gelesen
Im Tönnies Konzern herrscht seit Jahren ein erbitterter Kampf um die Vormachtstellung. Nachdem eine Außergerichtliche Einigung gescheitert ist, wird der Familienzwist wieder vor Gericht ausgefochten.

Wirtschaftlich erfolgreich, privat zerstritten

Beim Tönnies-Konzern handelt es sich um Deutschlands größten Schweineschlachtbetrieb. Nachdem das erste Tönnies Unternehmen im Jahre 1971 von Bernd Tönnies gegründet wurde, beschäftigt der Konzern heute über 3.700 Mitarbeiter und konnte im Jahr 2014 einen Umsatz von beachtlichen 4,5 Milliarden Euro vorweisen. Diese wirtschaftliche Erfolgsgeschichte wird allerdings immer wieder von den vielen familiären Tragödien innerhalb des Tönnies-Clans überschattet.

Nachdem Gründer Bernd Tönnies im Sommer 1994 an den Folgen einer Nierentransplantation mit nur 42 Jahren starb, halten sein Bruder Clemens und sein Sohn Robert jeweils 50% der Anteile. Zwischen den beiden tobt seit jeher ein erbitterter Machtkampf. In mehreren Gerichtverfahren versuchen beide sich die Vormachtstellung innerhalb des Konzerns zu erkämpfen.

Pattsituation soll gerichtlich beseitigt werden

Nachdem Clemens Tönnies lange Zeit dank eines doppelten Stimmrechts den Konzern regieren konnte, wurde ihm dieses nach einer gerichtlichen Prüfung aberkannt. Damit liegt eine Patt-Situation vor, die die Konzernleitung in streitigen Angelegenheiten handlungsunfähig macht.

Nun versucht Robert Tönnies seit einiger Zeit auf gerichtlichem Weg die Schenkung von Unternehmensanteilen an seinen Onkel rückgängig zu machen. Sollte das Gericht diesem Begehren stattgeben, hätte Robert die Zügel in der Hand und könnte seinen Onkel überstimmen.

Seit 2014 wird dieser Konflikt nun schon vor dem Landgericht Bielefeld ausgetragen. Nachdem der zuständige Richter die beiden Parteien zu einer Mediation überreden konnte bestand tatsächlich für kurze Zeit Hoffnung auf eine außergerichtliche Einigung. Nachdem diese allerdings scheiterte, hat das Gericht letzte Woche das Verfahren wiederaufgenommen.

Erbrechtsstreitigkeiten können Familien zerstören

Ob Bernd Tönnies sich die Zukunft seines Konzerns so vorgestellt hat dürfte fraglich sein. Leider sind solche erbrechtlichen Streitigkeiten kein Einzelfall. Gerade wenn es um monetäre Werte geht, sollte deshalb das Testament eindeutige Regelungen enthalten, die keinerlei Fragen offenlassen, um den familiären Frieden gar nicht erst zu gefährden. Ob in der Familie Tönnies sobald Frieden einkehren wird, darf bezweifelt werden.

Mehr Informationen zum Thema Erbstreit finden Sie hier: http://www.rosepartner.de/rechtsberatung/erbrecht-nachfolge/erbrecht-erbschaft-testament/erbstreit-erbauseinandersetzung.html

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