HCI MS JPO Leo in Schwierigkeiten

HCI MS JPO Leo in Schwierigkeiten
23.03.2016311 Mal gelesen
Die Krise der Containerschifffahrt geht weiter. Der HCI Schiffsfonds MS JPO Leo benötigt offenbar eine Finanzspritze. Anleger können bis zum 8. April entscheiden, ob sie weiteres Kapital investieren.

GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Erst im April 2011 hatte das Emissionshaus HCI Capital den Schiffsfonds MS JPO Leo aufgelegt. Anleger beteiligten sich mit rund 19,5 Millionen Euro an dem Containerschiff. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt rund 32 Millionen Euro. Nachdem die Anleger bislang ohnehin nicht mit Erfolgsmeldungen verwöhnt wurden, erhalten sie nun sehr schlechte Nachrichten. Die Fondsgesellschaft steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Eine Finanzspritze von rund sechs Millionen US-Dollar sei nötig, berichtet „fonds professionell“ online. Gespräche mit der Bank verliefen demnach ergebnislos.

Nun sollen die Anleger bis zum 8. April entscheiden, ob sie frisches Kapital investieren wollen. Ansonsten soll ein Vorratsbeschluss zum Verkauf des Containerschiffs MS JPO Leo gefasst werden. Die Anleger stecken in einer schwierigen Situation. Bei einem Verkauf müssen sie mit Verlusten rechnen, investieren sie weiteres Kapital, könnte dies angesichts der Flaute in der Containerschifffahrt verloren sein. Ein Ausweg könnte für sie die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen sein. Dazu können sie sich an einen im Bank- und Kapitalmarktrecht versierten Rechtsanwalt wenden.

Als der Fonds 2011 platziert wurde, war die Krise der Schifffahrt bereits im vollen Gange. Etliche Schiffsfonds gerieten im Zuge der Finanzkrise 2008 in wirtschaftliche Turbulenzen und meldeten z.T. Insolvenz an. Dennoch wurde in den Anlageberatungsgesprächen die Beteiligung an einem Schiffsfonds häufig als sichere und renditestarke Kapitalanlage dargestellt ohne auf die erheblichen Risiken von Schiffsfonds hinzuweisen. Da die Anleger mit den Fondsanteilen in der Regel unternehmerische Beteiligungen erwerben, stehen sie auch im Risiko, das für sie mit dem Totalverlust der Einlage enden kann. Im Zuge einer ordnungsgemäßen Anlageberatung hätten die Anleger über diese Risiken umfassend informiert werden müssen. Wurden die Risiken ganz oder teilweise verschwiegen können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Das gilt auch, wenn die vermittelnde Bank ihre Rückvergütungen (Kick-Backs) nicht offengelegt hat.

 

http://www.grprainer.com/rechtsberatung/kapitalmarktrecht/faelle/hci-schiffsfonds-und-flottenfonds.html