Scholz Holding GmbH: Zinsen sollen gestundet werden

Scholz Holding GmbH: Zinsen sollen gestundet werden
17.02.2016656 Mal gelesen
Wie die Scholz Holding GmbH mitteilt, möchte sie eine Stundung der am 8. März fälligen Zinszahlung an die Anleihe-Anleger erreichen. Dazu sei sie in Gesprächen mit der Kuratorin.

GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart führen aus: Im Jahr 2012 hatte die Scholz Holding GmbH eine Mittelstandsanleihe (ISIN: AT 0000A0U9J2 / WKN A1MLSS) nach österreichischem Recht mit einem Gesamtvolumen von 182,5 Millionen Euro begeben. Die Anleihe ist mit 8,5 p.a. verzinst. Die nächste Zinszahlung wäre am 8. März fällig. Allerdings können die Anleger wohl aus verschiedenen Gründen nicht damit rechnen, dass die fälligen Zinsen, insgesamt rund 15,5 Millionen Euro, tatsächlich fristgerecht ausgezahlt werden.

Zum einen bemüht sich das Recyclingunternehmen nach eigenen Angaben um eine Stundung der Zinszahlung. Dies würde die Gespräche mit potenziellen Kreditgebern und den begonnenen Investorenprozess erleichtern, so die Scholz Holding GmbH. Daher würden entsprechende Gespräche mit der Kuratorin für die Anleihe-Anleger geführt. Zum anderen befindet sich die Scholz Holding GmbH bekanntermaßen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die eine finanzielle Restrukturierung notwendig machen. Die Verlegung des Firmensitzes nach London, die Bestellung einer Kuratorin für die Inhaber der Schuldverschreibungen und der Kursverfall der Anleihe dürfte das Vertrauen der Anleger in die Unternehmensführung nicht unbedingt gestärkt haben. So stellt sich auch die Frage, ob die Scholz Holding GmbH derzeit überhaupt in der Lage wäre, die fälligen Zinsen zu zahlen.

Für die Anleger geht es aber um mehr. In einem guten Jahr ist die Anleihe zur Rückzahlung fällig. Auch hier stellt sich die Frage, ob das Unternehmen dies leisten kann. Zuletzt wurde das Rating auf „C“ zurückgesetzt. Der Ausfall der Anleihe ist demnach nicht auszuschließen. In dieser schwierigen Situation können sich die Anleihe-Anleger an einen im Bank- und Kapitalmarktrecht versierten Rechtsanwalt wenden. Dieser kann die rechtlichen Möglichkeiten der Anleger prüfen und mögliche Forderungen durchsetzen.

In Betracht kann dabei auch die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen die Prospektverantwortlichen oder die Vermittler kommen.

 

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