AXA Merkens X: Verkaufen oder Darlehen gewähren

AXA Merkens X: Verkaufen oder Darlehen gewähren
13.08.2015173 Mal gelesen
Die Fondsimmobilie verkaufen oder ein zusätzliches Darlehen gewähren? Diese schwierige Frage müssen die Anleger des geschlossenen Immobilienfonds AXA Merkens X in den nächsten Tagen für sich beantworten. Klar ist derzeit nur, dass die finanzierende HSH Nordbank den Kredit nicht über den 30. September 2015 hinaus verlängern wird.

Der 1993 aufgelegte geschlossene Immobilienfonds investierte in das Bürohaus Platinum am Sachsendamm im Berliner Stadtteil Schöneberg. Dazu wurden bei den Anlegern rund 55 Millionen Euro eingesammelt und rund 36 Millionen Euro Fremdkapital aufgenommen. Ende 2014 lag die Darlehensschuld noch immer bei rund 23 Millionen Euro. Das Darlehen bei der HSH Nordbank läuft am 30. September 2015 aus und wird auch nicht verlängert. Daher sollten die Gesellschafter einen Verkaufsbeschluss fassen. Der Verkaufserlös sollte reichen, um die Verbindlichkeiten der Fondsgesellschaften zu bedienen. Für die Anleger würde allerdings kaum etwas übrig bleiben.

Bei der ordentlichen Gesellschafterversammlung zeigte sich allerdings eine weitere Alternative auf. Nachdem bereits verschiedene Banken signalisiert hatten, mit rund 17 Millionen Euro einzuspringen, könnten die restlichen sechs Millionen Euro von den Anlegern kommen, berichtet das „fondstelegramm“. Die Anleger könnten der Gesellschaft ein Darlehen in Höhe eines Betrages von mindestens 20 Prozent ihrer Nominalbeteiligung mit fünfjähriger Laufzeit und einer Verzinsung von vier Prozent gewähren, so ein Vorschlag aus Reihen der Gesellschafter.

Da der Kredit schon in wenigen Wochen fällig wird, bleibt den Anlegern nicht mehr viel Zeit sich zu entscheiden. „Dennoch sollte keine überstürzte Entscheidung getroffen werden“, empfiehlt Dr. Ralf Stoll, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Denn ob der Fonds nach der Ablösung des Darlehens nachhaltig wirtschaftlich tragfähig ist, sei keineswegs garantiert. Dann bestünde die Gefahr, dass die Anleger noch mehr Geld verlieren.

Bevor die Anleger sich entscheiden, sollten daher die Konsequenzen genau durchleuchtet und auch alle weiteren rechtlichen Möglichkeiten der Anleger genau analysiert werden.

 

Mehr Informationen: http://www.dr-stoll-kollegen.de/aktuelle-faelle/immobilienfonds

 

Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

 

Einsteinallee 3

77933 Lahr

 

Telefon: 07821 / 92 37 68 - 0

Fax: 07821 / 92 37 68 - 889                                          

 

[email protected]

www.dr-stoll-kollegen.de