IMTECH meldet Insolvenz an – Nicht nur der Hauptstadtflughafen betroffen – Aktie verliert 90 %

IMTECH meldet Insolvenz an – Nicht nur der Hauptstadtflughafen betroffen – Aktie verliert 90 %
13.08.2015284 Mal gelesen
Beim Gebäudeausrüster IMTECH schlagen die Wellen hoch. Die IMTECH Deutschland stellt Insolvenzantrag, der niederländische Mutterkonzern beantragt Gläubigerschutz und die Aktie ist im freien Fall.

Sicher würden die Zahlungsprobleme des international aufgestellten Bauunternehmens IMTECH nicht das ganz große Medieninteresse finden, wäre es nicht über seine inzwischen insolvente deutsche Tochter direkt am neuen Hauptstadtflughafen beteiligt. Aber auch ohne Flughafenverwicklungen gibt es seit 2011 spektakuläre Unregelmäßigkeiten im Konzern, die nun in der Zahlungsunfähigkeit der Imtech Deutschland gipfelten. Am 6. August wurde Insolvenzantrag gestellt. Zwar wurde versucht, vom Mutterkonzern in den Niederlanden Gelder zu erhalten, doch auch diese Hoffnung dürfte sich zerschlagen haben. Denn die Konzernmutter hat am 11. August Gläubigerschutz bei einem Gericht in Rotterdam beantragt, berichtet das Handelsblatt. Finanzielle Mittel aus den Niederlanden kann die deutsche Tochtergesellschaft demnach nicht erwarten. Die Zukunft der 22.000 IMTECH-Mitarbeiter ist ungewiss.

Anfang 2011 gab es die ersten Berichte über vermeintliche Unregelmäßigkeiten. Immer wieder berichtete vor allem das Handelsblatt über Sabotage und Korruption z.B. auf der Baustelle der Deutschen Bank. Seit 2013 erschüttern Gerüchte um Managementfehler den Konzern. Die Aktie verliert an Wert, das Unternehmen an Reputation. Besonders pikant: 2013 verlangt der Konzern 21 Millionen Euro von der Stadt Hamburg zurück, weil auf Basis falscher Bilanzen eine zu hohe Steuerlast vorausberechnet worden war. In Warschau versickert IMTECH-Geld, als ein 800 Millionen-Bauprojekt nicht an den Start gehen kann.

Bis zum Insolvenzantrag in 2015 gibt es eine Fülle von schier unglaublichen Skandalen, wobei es sich immer wieder um undurchsichtige Geldleistungen, fehlende Transparenz und angebliche Betrugsfälle mit enormem Ausmaß handelt. Allein die Skandalberichterstattung rund um die Vergaben von Aufträgen am neuen Berliner Flughafen könnte Bücher füllen. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin beschert dem Unternehmen eine Großrazzia, sogar kartellrechtlich wird ermittelt. Da fällt es kaum noch ins Gewicht, dass der Fußball-Drittligist Aalen versprochene Sponsorengelder einfordert und auch Zuwendungen erhält.

Die Ankündigung der Zahlungsaussetzungen für den Konzern lässt die Aktie um 90 % fallen. Rechtsanwalt Dr. Ralf Stoll, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Lahr bei Freiburg: „Das grenzt an einen Totalausfall der Anlage und es bleibt angesichts der Historie auch wenig Hoffnung auf Besserung. Dass IMTECH  trotz Pleite der deutschen Tochter die Baustelle am Hauptstadtflughafen fortsetzen will ist eine Durchhalteparole!“

Dr. Stoll empfiehlt Anlegern, sich rechtzeitig juristisch von einem Experten für Aktienrecht beraten zu lassen, denn die Chronologie der Ereignisse lässt auch auf persönliche Fehlverhalten schließen: „Schadensersatzansprüche sollten rechtzeitig geprüft werden“. Dr. Stoll erwägt aktuell die Gründung einer Interessengemeinschaft um Anlegeransprüchen mehr Druck verleihen zu können.

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