Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P: Kann Schadensersatz auch Ende 2014 noch gefordert werden?

Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P: Kann Schadensersatz auch Ende 2014 noch gefordert werden?
23.09.2014224 Mal gelesen
Nach fast zwei Jahren der Schließung stand fest, dass der Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P nicht weitergeführt, sondern aufgelöst wird. Doch nach wie vor stellen sich betroffene Anleger die Frage, ob sie Schadensersatz fordern können.

Die Ursachen für das Auflösung des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P war eine Krise bei dessen bevorzugten Investitionszielen, den offenen Immobilienfonds. Zwar ist die Aufregung, die einst die Schließung und später das endgültige Aus begleitete, längst abgeklungen und der Alltag der Liquidation hat Einzug gehalten. Doch nicht alle betroffenen Anleger möchten ein weiteres Mal abwarten und trotz der zweiten Ausschüttung wenden sich nach wie vor Anleger der Santander Vermögensverwaltungsfonds auch noch Monate nach dem Aus an die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen. Dabei wird immer wieder gefragt, ob es noch möglich ist, Schadensersatz zu fordern – insbesondere wegen der Schließung, die so einige Anleger überraschte.



Von besonderem Interesse ist für Anleger, die von einer Schließung überrascht wurden, meist die Frage, ob sie deswegen Schadensersatz fordern können. Dass in solchen Fällen die Möglichkeit besteht, Schadensersatz zu erhalten, zeigt sich insbesondere anhand von zweier Urteile des Bundesgerichtshof, die im April 2014 ergangen sind. Der BGH hatte die Frage zu entscheiden, ob Anleger bereits in der Anlageberatung mitgeteilt werden musste, dass bei offenen Immobilienfonds die Anteilsrücknahme ausgesetzt werden kann. Der Bundesgerichtshof bejahte eine entsprechende Aufklärungspflicht der Bankberater (Urteile vom 29.04.2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13). Denn die Schließung eines offenen Fonds sei eine grundlegende und aufklärungspflichtige Ausnahme vom Grundprinzip der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit.  



BGH: Anleger mussten in der Anlageberatung auf die gesetzlich vorgesehen Möglichkeit von Fondsschließungen hingewiesen werden



Die entschiedenen Fälle weisen erhebliche Ähnlichkeit mit der Entwicklung des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P auf. Auch die Anleger des Dachfonds waren von einer Schließung betroffen, sodass sich für sie die Frage stellt, ob auch sie Schadensersatz fordern können, wenn sie vor der tatsächlichen Schließung nichts von dieser Möglichkeit wussten. Zunächst ist festzuhalten, dass Dachfonds und offene Immobilienfonds von ähnlichen Regelungen und Grundprinzipien geprägt werden. Bei beiden Fondsarten gilt als Grundregel, dass Fondsanteile jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden konnten. Und sowohl bei offenen Immobilienfonds als auch bei Dachfonds wird der Grundsatz der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit von einer gesetzlich geregelten Ausnahme durchbrochen: Verfügt der Fonds über zu wenig Liquidität, wird der Fonds geschlossen. Die beiden Urteil bieten durchaus auch für Anleger Ansatzpunkte, die sich an offenen Dachfonds beteiligten.

 

Wenn Anleger, die in den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P investierten, wissen möchten, ob sie Schadensersatz – insbesondere wegen möglicher Defizite bei einer „Umschichtungsberatung“ aus einer SEB Vermögensverwaltung - fordern können, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt Substanz P (bzw. in eine SEB Vermögensverwaltung) investierten.

 

Weitere Informationen zu den Entscheidungen des Bundesgerichtshofs, dem Dachfonds sowie dessen Schwesterfonds befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

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77933 Lahr

Telefon: 07821 / 92 37 68 - 0

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