Allianz Flexi Immo immer noch geschlossen: Können Anleger Schadensersatz fordern?

Allianz Flexi Immo immer noch geschlossen: Können Anleger Schadensersatz fordern?
16.09.2014223 Mal gelesen
Der Dachfonds Allianz Flexi Immo seit mehr als 2 Jahren geschlossen. Können Anleger, die von der Schließung überrascht wurden, noch Schadensersatzansprüche geltend machen?

Seit 2 ½ Jahren präsentiert sich der Fonds Allianz Flexi Immo in unverändertem Zustand: Der offene Fonds ist geschlossen und die Frage, wann und wie es bei dem Fonds weitergehen wird ist nach wie vor ungelöst. Da auch die jüngste Entwicklung bei den Zielfonds – der offene Immobilienfonds SEB Immoportfolio Target Return wurde aufgelöst – die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Schließung nicht wachsen ließ, kann sich für Anleger die Frage stellen, ob sie weiter abwarten müssen oder ob es Alternativen gibt.

 

Mangelnde Aufklärung über Schließungsrisiko als Ansatzpunkt für Schadensersatz

 

Dass die unbestimmte Zeit währende Schließung des Allianz Flexi Immo für so manchen betroffenen Anleger ein Ärgernis ist, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass nicht jedem Anleger vor der tatsächlichen Schließung bewusst war, dass dies passieren kann. Wie sich aus Anfragen von Anleger des Dachfonds, die während der letzten Monate an die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen gerichtet wurden, ergibt, beschäftigt jene Anleger die Frage, ob sie wegen der Fondsschließung Schadensersatz fordern können. Dass es in solchen Fällen Ansatzpunkte für Schadensersatzansprüche der Anleger gibt, zeigen zwei Urteile des Bundesgerichtshofs aus dem April 2014.

 

In diesen Entscheidungen wurde eine Streitfrage vieler Anlegerprozesse wegen offener Fonds geklärt. Da wegen der Krise der offenen Immobilienfonds zahlreiche Anleger von Schließungen betroffen waren und da ihnen dieses Möglichkeit – wie auch so manchem Anleger des Allianz Flexi Immo - vor der tatsächlichen Schließung unbekannt war, forderten sie wegen dieses Informationsdefizits Schadensersatz. Daher mussten Gerichte sich wiederholt mit der Frage auseinandersetzen, ob Anleger bereits in der Anlageberatung darauf hingewiesen werden musste, dass ein offener Fonds geschlossen werden kann. Dies wurde schlussendlich vom Bundesgerichtshof bejaht. Denn es handelt sich hierbei um eine gesetzlich festgelegte Ausnahme von Grundsatz der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit (Urteile vom 29. April 2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13).

  

Die Geschehnisse bei dem Fonds Allianz Flexi Immo weisen große Ähnlichkeiten mit den entschiedenen Fällen auf. Können die Anleger des Dachfonds daher von diesen Urteilen profitieren? Wie sich den höchstrichterlichen Entscheidungen entnehmen lässt, knüpfen die Schadensersatzansprüche an Fehler bei der Anlageberatung an. Da sowohl offene Dachfonds als auch offene Immobilienfonds auf demselben Grundprinzip und sehr ähnlichen Gesetzesregelungen basieren, weist die Sachlage bei beiden Fondsarten weitreichende Gemeinsamkeiten auf. Dies zeigt sich u.a. daran, dass sowohl bei offenen Dachfonds als auch bei offenen Immobilienfonds von Gesetzes wegen das Grundprinzip der jederzeitigen Verfügbarkeit durch eine Ausnahme - der Aussetzung der Anteilsrücknahme – durchbrochen war.

  

Ob Schadensersatzansprüche beispielsweise wegen mangelnder Aufklärung über das Schließungsrisiko bestehen, kann nur im Einzelfall entschieden werden

 

Wie sich schon anhand der nur sehr kurz umrissenen, aktuellen Urteile des Bundesgerichtshofs erkennen lässt, resultierte der Schadensersatzanspruch aus Defiziten bei der Anlageberatung. Wenn Anleger des Fonds Allianz Flexi Immo Zweifel hegen, ob sie damals ordnungsgemäß beraten wurden (z. B. weil sie nicht auf die Möglichkeiten einer Fondsschließung hingewiesen wurde), dann sollte die Anlageberatung rechtlich überprüft werden. Ob und welche konkreten Ansprüche bestehen, muss anhand einer Überprüfung des individuellen Anlageberatungsgesprächs ausgelotet werden. Wenn Anleger wissen möchten, wie es um ihren Fall bestellt ist, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die Anteile des Dachfonds Allianz Flexi Immo erworben haben.

 

Weitere Informationen zum den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds Allianz Flexi Immo befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

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