Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P: Können Anleger nach der Auflösung noch Schadensersatz fordern?

Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P: Können Anleger nach der Auflösung noch Schadensersatz fordern?
08.09.2014193 Mal gelesen
Der Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P befindet sich in der Abwicklung. Doch auch mehrere Monate nach dem Aus stellen sich betroffene Anleger die Frage, ob sie Schadensersatz fordern können. Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht informiert.

Mehr als ein Dreivierteljahre ist vergangenen, seitdem der Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P aufgelöst wurde. Der auf offene Immobilienfonds spezialisierte Dachfonds wurde wegen einer Krise bei den Zielfonds nicht weiter fortgeführt. Genau jene Krise hatte bereits Anfang 2012 zur Schließung des Fonds geführt. Bei der nun anstehenden Abwicklung des Fondsvermögens müssen die Anleger des Dachfonds ein weiteres Mal Abwarten, denn die Liquidation soll bis ins Jahr 2017 andauern. Zwar kehrte der Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P seit dem Aus zwei Ausschüttungen an die Anleger aus, denn wollen sich nicht alle Anleger des Fonds (und der Schwesterfonds) mit der Entwicklung der letzten Jahre abfinden.

 

Aus diesem Grund wenden sich Anleger dieses Fonds auch noch im Sommer 2014 an die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen. Den Anfragen der betroffenen Anleger läßt sich immer wieder entnehmen, dass die Schließung im Jahr 2012 für nicht wenige Anleger sehr überraschend war. Wenn Anleger von der Fondsschließung überrascht wurden, verknüpft sich hiermit meist die Frage, ob sie deswegen Schadensersatz fordern können. Dass es entsprechende Ansatzpunkte gibt, wurde vom Bundesgerichtshof in zwei Ende April 2014 ergangenen Urteilen bestätigt.

 

Der BGH hatte eine zentrale Streitfrage zahlreicher Rechtsstreite, die von Anlegern aufgelöster offener Fonds geführt werden, entscheiden. Es ging um die Frage, ob Bankberater bereits in der Anlageberatung darauf hinweisen mussten, dass offene Immobilienfonds geschlossen werden können (Urteile vom 29.04.2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13). Eine solche Aufklärungspflicht wurde von dem Gericht bejaht. Denn die Schließung eines offenen Fonds sei eine grundlegende und aufklärungspflichtige Ausnahme vom Grundprinzip der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit.  

 

Wie können Dachfonds-Anleger von Urteilen zu den Hinweispflichten bei der Anlageberatung zu offenen Immobilienfonds profitieren?

 

Direkt anwendbar sind die beiden Urteile auf Anlageberatungen zu offenen Dachfonds nicht. Denn sie behandeln Aufklärungsdefizite bei der Anlageberatung zu offenen Immobilienfonds. Zunächst ist festzuhalten, dass Dachfonds und offene Immobilienfonds von ähnlichen Regelungen und Grundprinzipien geprägt werden. Bei beiden Fondsarten gilt als Grundregel, dass Fondsanteile jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden konnten. Und sowohl bei offenen Immobilienfonds als auch bei Dachfonds wird der Grundsatz der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit von einer gesetzlich geregelten Ausnahme durchbrochen: Verfügt der Fonds über zu wenig Liquidität, wird der Fonds geschlossen.

 

Wenn Anleger, die in den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P investierten, wissen möchten, ob sie Schadensersatz – insbesondere wegen möglicher Defizite bei einer „Umschichtungsberatung“ aus einer SEB Vermögensverwaltung - fordern können, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P (bzw. in eine SEB Vermögensverwaltung) investierten.

 

Weitere Informationen zu den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds und dessen Schwesterfonds befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

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