Allianz Flexi Immo nach wie vor geschlossen: Ist Schadensersatz möglich, wenn Anleger von der Schließung des Dachfonds überrascht wurden?

Allianz Flexi Immo nach wie vor geschlossen: Ist Schadensersatz möglich, wenn Anleger von der Schließung des Dachfonds überrascht wurden?
05.08.2014247 Mal gelesen
Der Dachfonds Allianz Flexi Immo setze vor mehr als 27 Monaten die Anteilsrücknahme aus. Im April 2014 entschied der BGH eine grundlegende Frage zu Ansprüchen auf Schadensersatz wegen Beratungsfehlern bei offenen Fonds. Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht informiert.

Seit mehr als zwei Jahre befindet sich der Fonds Allianz Flexi in einem unveränderten Zustand: Der offene Dachfonds ist nach wie vor geschlossen. Die Hoffnung auf eine zeitnahe Wiedereröffnung ist angesichts des Aus eines weiteren Zielfonds nicht gestiegen. Anfang Juni 2014 wurde bekannt geben, dass der offene Immobilienfonds SEB ImmoPortfolio Target Return Fund aufgelöst wird. Mehr als 25% des Fondsvermögens des Allianz Flexi Immo sind in diesem Zielfonds investiert. Vor diesem Hintergrund kann sich für die Anleger des Dachfonds die Frage stellen, welche Alternativen zum weiteren Abwarten und Hoffen ihnen offen stehen.

 

Anleger, die sich mit der Schließung des Allianz Flexi Immo nicht abfinden wollten, wandten sich an die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen. Bei diesen und weiteren Anlegeranfragen wurde immer wieder deutlich, dass die Schließung für so manchen Anleger überraschend war und sie sich die Frage stellen, ob sie deswegen Schadensersatz fordern können. Dass es in solchen Fällen Ansatzpunkte gibt, zeigen zwei Urteile des Bundesgerichtshofs aus dem April 2014.

 

BGH entschied, dass bereits in Anlageberatung auf Schließungsrisiko hingewiesen werden muss

 

Die Richter entschieden die Schadensersatzklagen von Anlegern, die von einer Schließung eines offenen Immobilienfonds betroffen waren und Fehler in der Anlageberatung sahen, weil sie auf dieses Risiko nicht hingewiesen wurden. Den Forderungen der Anleger wurde stattgeben, da es sich bei dem Schließungsrisiko um eine gesetzlich festgelegte Ausnahme von Grundsatz der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit handele. Hierüber hätte die Bankberater in der Anlageberatung ungefragt aufklären müssen, so das Gericht (Urteile vom 29. April 2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13).

  

Die Geschehnisse bei dem Fonds Allianz Flexi Immo weisen große Ähnlichkeiten mit den entschiedenen Fällen auf - insbesondere dann, wenn Anleger von der Schließung überrascht wurden. Können die Anleger des Dachfonds daher von diesen Urteilen profitieren? Wie sich den Bundesgerichtshofsentscheidungen entnehmen lässt, knüpfen die Schadensersatzansprüche an Fehler bei der Anlageberatung an. Diesbezüglich weist die Sachlage bei offene Immobilienfonds und offenen Dachfonds weitreichende Gemeinsamkeiten auf, da beide Fondsarten auf demselben Grundprinzip und sehr ähnlichen Gesetzesregelungen aufbauen. Dies zeigt sich u.a. daran, dass sowohl bei offenen Dachfonds als auch bei offenen Immobilienfonds von Gesetzes wegen das Grundprinzip der jederzeitigen Verfügbarkeit durch die Ausnahme eine Fondsschließung durchbrochen war.

  

Passierten im konkreten Anlageberatungsgespräch Fehler?

 

Wie sich schon anhand der nur sehr kurz umrissenen, aktuellen Urteile des Bundesgerichtshofs erkennen lässt, knüpfen die dort festgestellten Hinweispflichten an die Anlageberatung an. Wenn die Anlageberatung Defizite oder Fehler aufweist, dann bestehen Schadensersatzansprüche der Anleger. Wenn Anleger des Fonds Allianz Flexi Immo Zweifel hegen, ob sie damals ordnungsgemäß beraten wurden (z. B. weil sie nicht auf die Möglichkeiten einer Fondsschließung hingewiesen wurde), dann sollte die Anlageberatung rechtlich überprüft werden. Ob und welche konkreten Ansprüche bestehen, muss anhand einer Überprüfung des individuellen Anlageberatungsgesprächs ausgelotet werden. Wenn Anleger wissen möchten, wie es um ihren Fall bestellt ist, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die Anteile des Dachfonds Allianz Flexi Immo erworben haben.

 

Weitere Informationen zum den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds Allianz Flexi Immo befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

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77933 Lahr

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