Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P: Gibt es nach der Auflösung noch Ansatzpunkte für Schadensersatz?

Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P: Gibt es nach der Auflösung noch Ansatzpunkte für Schadensersatz?
01.08.2014207 Mal gelesen
Der Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P befindet sich in der Abwicklung . Für die betroffene Anleger kann sich die Frage stellen, ob sie nach dem Aus noch Schadensersatzansprüche geltend machen können. Dass die Anlageberatung Ansatzpunkt bieten kann, bestätigen aktuelle BGH-Urteile.

Zuerst die Fondsschließung, später das endgültige Aus. Für die Anleger des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P brachten die vergangenen zwei Jahre keine besonders erfreuliche Entwicklung ihrer Kapitalanlage mit sich. Bei der nun anstehenden Abwicklung des Fondsvermögens müssen sich die Anleger des Dachfonds erneut Abwarten, denn die Liquidation soll 2017 andauern. Mit diesem Ergebnis wollen sich nicht alle Anleger des Fonds (und der Schwesterfonds) abfinden.

 

Dieses spiegelt sich auch in Anfragen von betroffenen Anlegern wider, die sich an die Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen wandten. Dort wird immer wieder deutlich, dass nicht jedem Anleger vor dem Jahr 2012 bewusst war, dass ein offener Dachfonds geschlossen werden kann. Wenn Anleger von der Schließung überrascht wurden und sich fragen, ob sie deswegen Schadensersatz fordern können, dann bieten zwei Ende April ergangene Urteile des Bundesgerichtshofs Interessantes.

 

Der BGH musste eine Streitfrage vieler Anlegerprozesse wegen offener Fonds entscheiden. Mussten Bankberater interessierte Anleger bereits in der Anlageberatung darauf hinweisen mussten, dass offene Immobilienfonds geschlossen werden können (Urteile vom 29.04.2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13). Eine solche Aufklärungspflicht wurde von dem Gericht bejaht, denn bei der Schließung handele es sich um eine grundlegende Ausnahme vom Grundprinzip der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit. Bankberater mussten daher auf diese gesetzlich festgelegte Ausnahme von Grundprinzip hinweisen.

  

Wie können Dachfonds-Anleger von Urteilen zu den Hinweispflichten bei der Anlageberatung zu offenen Immobilienfonds profitieren?

 

Direkt anwendbar sind die beiden Urteile auf Anlageberatungen zu offenen Dachfonds nicht. Denn sie behandeln Aufklärungsdefizite bei der Anlageberatung zu offenen Immobilienfonds. Zunächst ist festzuhalten, dass Dachfonds und offene Immobilienfonds von ähnlichen Regelungen und Grundprinzipien geprägt werden. Bei beiden Fondsarten gilt als Grundregel, dass Fondsanteile jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden konnten. Und sowohl bei offenen Immobilienfonds als auch bei Dachfonds wird der Grundsatz der jederzeitigen Rückgabemöglichkeit von einer gesetzlich geregelten Ausnahme durchbrochen: Verfügt der Fonds über zu wenig Liquidität, wird der Fonds geschlossen.

 

Wenn Anleger des Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P Zweifel hegen, ob ihre Anlageberatung sie zutreffend aufkläre, dann sollten sie die damalige Analgeberatung rechtlich überprüfen lassen. Wies die Beratung durch den Bankberater Defizite auf (z. B. weil nicht auf die Möglichkeit von Schließungen hingewiesen wurde), dann liegt eine schadensersatzauslösende Falschberatung vor. Wenn Anleger wissen möchten, wie es um ihren Fall bestellt ist, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Santander Vermögensverwaltungsfonds Kapitalprotekt P (bzw. in eine SEB Vermögensverwaltung) investierten.

 

Weitere Informationen zu den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds und dessen Schwesterfonds befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Kanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht

Einsteinallee 3

77933 Lahr

Telefon: 07821 / 92 37 68 - 0

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