DWS Immoflex Vermögensmandat: Können Anleger Schadensersatz fordern, wenn sie 2012 von der Schließung überrascht wurden?

DWS Immoflex Vermögensmandat: Können Anleger Schadensersatz fordern, wenn sie 2012 von der Schließung überrascht wurden?
05.06.2014203 Mal gelesen
Dass offene Fonds wie der DWS Immoflex Vermögensmandat geschlossen werden können, wurde so manchen Anleger erst bekannt, als der Fonds tatsächlich die Anteilsrücknahme aussetzte. Können die betroffenen Anleger deswegen Schadensersatz fordern? Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht informiert.

Offene Immobilienfonds haben schwierige Zeiten hinter sich. Ein Krise, die von zahlreiche Fondsschließungen begleitet wurde, erschütterte die Branche. Diese Geschehnisse wirkten sich jedoch nicht nur auf die offenen Immobilienfonds aus. Offene Fonds, die bevorzugt in das „Betongold“ investiert hatten, waren ebenfalls von den Auswirkungen dieser Krise betroffen - so auch der Dachfonds DWS Immoflex Vermögensmandat. Der Fonds wurde im Zuge der Krise im April 2012 geschlossen und im Herbst 2013 aufgelöst.

 

Die Geschehnisse bei den offenen Immobilienfonds zogen zahlreiche Gerichtsverfahren nach sich. Anleger, die von Rücknahmeaussetzungen betroffen waren, stritten sich mit den sie beratenden Banken um die Frage, ob sie bei der Anlageberatung richtig beraten wurden. Ein zentraler Streitpunkt solcher Prozesse betrifft die Aufklärungspflichten der Banken. Musste Anlegern bereits in der Anlageberatung erklärt werden, dass bei offenen Immobilienfonds die Möglichkeit einer Fondsschließung besteht? Diese Streitfrage wurde vom Bundesgerichtshof im April 2014 in zwei Urteilen entschieden (Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13). Das Gericht bejahte eine Aufklärungspflicht der Banken. Anleger müssen über wesentliche Ausnahmen vom Grundprinzip der jederzeitigen Verfügbarkeit informiert werden, so das Gericht.

 

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass bei offenen Immobilienfonds auf das Schließungsrisko hingewiesen werden musste. Inwiefern können Dachfonds-Anleger von diesen Entscheidungen profitieren, wenn sie – wie die Anleger des DWS Immoflex Vermögensmandat – von Fondssschließungen betroffen waren? Es gibt Parallelitäten zwischen offene Immobilienfonds und Dachfonds. Beide Fondsarten beruhen auf ähnlichen Grundprinzipien, die sich in ähnlichen gesetzlichen Regeln niederschlagen. So sind sowohl offene Immobilienfonds als auch Dachfonds dadurch gekennzeichnet, dass die Fondsanteile jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden können. Diese Grundregel wird jeweils durch jeweils eine gesetzlich geregelte Ausnahme – die Fondsschließung - durchbrochen.

 

Können Anleger, die von der Schließung des DWS Immoflex Vermögensmandat betroffen waren, nun Schadensersatz fordern? Wie sich anhand der Bundesgerichtshofsurteile zeigt, ist die rechtliche Überprüfung des individuellen Beratungsgesprächs ein Ansatzpunkt für Schadensersatzansprüche. Wenn die damalige Anlageberatung nicht ordnungsgemäß ablief (z. B. weil nicht auf die Möglichkeit von Fondsschließungen hingewiesen wurde), liegt eine schadensersatzpflichtige Falschberatung vor. Möchten Anleger des DWS Immoflex Vermögensmandat wissen, wie ihr individueller Fall zu beurteilten ist, sollten sie sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Dachfonds Allianz Flexi Immo investierten.

 

Weitere Informationen zum den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds DWS Immoflex Vermögensmandat befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

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