DWS Immoflex Vermögensmandat: BGH-Urteile zum Schließungsrisiko – Auch für Dachfondsanleger interessant?

DWS Immoflex Vermögensmandat: BGH-Urteile zum Schließungsrisiko – Auch für Dachfondsanleger interessant?
12.05.2014187 Mal gelesen
Offene Fonds, die die Anteilsrücknahme aussetzen beschäftigten Anleger und Gerichte. Auch der Dachfonds DWS Immoflex Vermögensmandat wurde geschlossen und später aufgelöst. Für jene Anleger, die sich damit nicht abfinden möchten, können zwei neue BGH-Urteile Interessantes bieten.

Dass offene Fonds nicht immer offen sind, mussten in den vergangenen Jahren die Anleger zahlreicher Fonds zur Kenntnis nehmen. Die Anleger des Dachfonds DWS Immoflex Vermögensmandat von dieser Entwicklung ebenfalls nicht verschont. Im April 2012 wurde der Dachfonds geschlossen. Die Schließung mündete in die Auflösung des Dachfonds, die am 01.10.2013 umgesetzt wurde. Dass dies geschehen kann, war vor der tatsächlichen Schließung und Auflösung nicht jedem Anleger des DWS ImmoFlex Vermögensmandat bewusst.

 

Aufgrund einer Schließungswelle offener Immobilienfonds mussten sich bereits zahlreichreiche Gerichte mit der Frage auseinandersetzen, ob Anleger bereits in der Anlageberatung auf das Schließungsrisiko hingewiesen wurden bzw. ob dies hätte geschehen müssen. Dieser Streitpunkt wurde nun vom Bundesgerichtshofe entschieden. Bankberater mussten Anleger ungefragt darüber informieren, dass ein offener Immobilienfonds geschlossen werden kann. Dass ein offener Immobilienfonds die Anteilsrücknahme aussetzen und geschlossen werden kann, ist eine Ausnahme vom Grundprinzip der jederzeitigen Rückgabe an die Fondsgesellschaft. Aus diesem Grund sei keine entsprechende Rückfrage des Anlegers erforderlich (BGH, Urteile vom 29.04.2014, Aktenzeichen: XI ZR 477/12 und XI ZR 130/13).

 

Welche Bedeutung haben die Urteile für Anleger, die sich an Dachfonds beteiligten?

 

Die Urteile des Bundesgerichtshofs beziehen auf Fälle zu Anlageberatung, die zu Beteiligungen an offene Immobilienfonds führten. Da sich die Urteile nicht auf Anlageberatungen zu Dachfonds beziehen, sind die Entscheidungen auch nicht direkt anwendbar. Allerdings folgen offene Immobilienfonds und Dachfonds ähnlichen gesetzlichen Regelungen und Grundprinzipien. Beide Fondsarten beruhen jeweils auf dem Grundprinzip, dass Fondsanteile börsentäglich an die Fondsgesellschaft zurückgegeben werden können. Diese Grundregel wird jeweils durch die gesetzlich geregelte Ausnahme (die Aussetzung der Anteilsrücknahme) durchbrochen. .

 

Können Anleger, die von der Schließung und Auflösung des Fonds DWS Immoflex Vermögensmandat betroffen waren, nun selbst Ansprüche geltend machen? Die Antwort auf diese Frage hängt in erster Linie von der individuellen Beratungssituation ab. Zweifeln Anleger an ihrer damaligen Beratung (z. B. weil nicht auf die Schließungsmöglichkeit hingewiesen wurde), sollte die Anlageberatung rechtlich überprüft werden. Anleger, die wissen möchten, wie es um ihren Fall bestellte ist, sollten sich an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden. Die Anwälte der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen beraten und vertreten Mandanten, die in den Dachfonds Allianz Flexi Immo investierten.

 

Weitere Informationen zum den Urteilen des Bundesgerichtshofs und dem Dachfonds DWS Immoflex Vermögensmandat befinden sich auf der Homepage der Kanzlei Dr. Stoll & Kollegen.

 

Dr. Stoll & Kollegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

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