König & Cie., Britische Leben I: Lebensversicherungsfonds steuern in die Krise!

König & Cie., Britische Leben I: Lebensversicherungsfonds steuern in die Krise!
06.12.2012568 Mal gelesen
06.12.2012: Ausschüttungen hinken den Prognosen bei weitem hinterher!

Als die Anleger den "Britische Leben I" von König & Cie. Gezeichnet haben, hatten Sie sicher andere Erwartungen: bis heute hätten 16,04 % des Kommanditkapitals ausgeschüttet werden sollen – faktisch waren es nur 1,6 %!

 

Bereits im Jahr 2003 hatte die Allianz für den deutschen Bereich im Geschäftsbericht für 2002 mitgeteilt, daß aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus auf den Rentenmärkten die Überschußbeteiligungen deutlich zu senken waren, da nach dem Einbruch der Börsen nicht mehr damit zu rechnen war, daß die Verluste durch Aktienkursgewinne ausgeglichen werden können. Ebenso reagierte die Victoria Versicherung in ihrem Geschäftsbericht für 2002.

 

Eine stark abgeschwächte Konjunktur und eine hohe pessimistische Grundhaltung gegenüber der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung hatten für starke Kurseinbrüche auf dem Aktien- und Rentenmarkt gesorgt.

 

Seit dem Ende des 2. Weltkriegs geschah es zum ersten Mal, daß mit der Aktienlage drei Jahre hintereinander eine Negativgesamtrendite erzielt wurde. (Victoria Geschäftsbericht 2002, S. 23). Im August 2002 war in Focus Money bereits zu lesen, daß außer den Garantien nichts mehr sicher war, und die Gewinnbeteiligungen lediglich eine variable Hochrechnung darstellten.

 

Spätestens seit der Darstellung im "Spiegel" am 24.02.2003 war klar: fast alle Lebensversicherer hatten ihre Überschußbeteiligungen für 2003 massiv gesenkt.

 

Davon ließen sich aber die Initiatoren nicht abschrecken, obwohl sie sich der negativen Marktentwicklung sehr genau bewußt waren! Auch der Fonds Britische Leben I Fonds wurde zu einem Zeitpunkt aufgelegt, als der Markt bereits in einer Abwärtsentwicklung war. In keinem Prospekt findet sich aber hierzu ein Hinweis!

 

Von attraktiven Wertzuwächsen kann leider keine Rede sein, und diese Entwicklung hätte den Initiatoren des Fonds Britische Leben I bekannt sein müssen bzw. war ihnen bekannt.

 

Die Zusatzrisiken für Fonds, die in britische Lebensversicherungen investierten, ergaben sich daraus, daß in Großbritannien die Renditen von Wertpapieren abhängig von der Inflationsrate sind. Diese Inflationsrate lag lange höher als in Deutschland. Auch diese Umstände waren damals schon bekannt, der Anleger erfuhr davon aber nichts.

 

Den Anlegern des Fonds Britische Leben I droht der Verlust des gesamten Kapitals! Der Fonds verfügt über ein Volumen von ca. 72,9 Millionen Euro. Davon wurden über die Anleger rund 35 Millionen Euro als Eigenkapital eingesammelt, der Rest wurde finanziert. Der Fonds wurde im Jahr 2004 aufgelegt und im Jahr 2006 plaziert. Für das Jahr 2018 ist die Auflösung des Fonds vorgesehen. Damals wurde mit hohen Auszahlungen an die Anleger von insgesamt ca. 240 % geworben; ab 2008 sollten regelmäßige Ausschüttungen in Höhe von geplanten 10 % p.a. erfolgen. Angebliche Sicherheit sollte durch eine strenge behördliche Aufsicht der Versicherungsgesellschaften und gesetzlich geschützte Deckungsstöcke bestehen.

  

Ausschüttungen gab es konkret nur im Jahr 2008, danach nicht mehr. Von Monat zu Monat steigt das Risiko, daß die Kapitalanleger am Ende ganz leer ausgehen. Der britische Aktienindex ist im Jahr 2008 um 45 % eingebrochen und zog erhebliche Verluste der fünf größten Versicherer mit sich.

 

Vorgeschlagene Sanierungskonzepte sollten die Anleger gut prüfen, bevor sie schlechtes Geld dem guten hinterherwerfen.

 

Bis auf wenige Ausnahmefälle sind bei geschlossenen Fonds die angedachten Sanierungskonzepte meistens nicht in der Lage, die Fondsgesellschaften dauerhaft zu stabilisieren. Die Fondsanleger sollten auch bedenken, dass ein Insolvenzverwalter von ihnen die erhaltenen Ausschüttungen zurückfordern kann.

 

Bei britischen Versicherungen gibt es in der Regel keine dem deutschen Garantiezins vergleichbare Absicherung. Der Schlußbonus und Fälligkeitsbonus in der britischen Lebensversicherung sind dem Schlußgewinnanteil der deutschen Versicherung vergleichbar – beide Boni sind nicht garantiert, sondern hängen vom wirtschaftlichen Ergebnis der Versicherungsgesellschaft ab. Bei den Briten wird nach Ablauf eines jeden Jahres für dieses Jahr eine Gewinnbeteiligung ermittelt, die theoretisch auch bei Null liegen kann. Der Spielraum der britischen Versicherungen entsprach dem des Aktienmarktes – also deutlich mehr als bei deutschen Versicherungen. Intransparent wird die Gewinnentwicklung bei den britischen Lebensversicherungen durch das sog. "Smoothing". Soll heißen: in guten Geschäftsjahren können die britischen Versicherer einen Teil des Ertrags für schlechte Zeiten zurückstellen. In welchem Umfang sie dieses jedoch tun, bleibt ihnen überlassen, hier gibt es weder eine brancheninterne noch eine staatliche Kontrolle.

 

Das Risiko eines Totalverlustes ist durch die bekannt schlechte Entwicklung in greifbare Nähe gerückt.

  

Unsere Fachanwaltskanzlei ist bereits in zahlreichen Fällen gegen die Berater beauftragt. Wir beraten Sie gerne hierzu!