Schiffsfonds und die Banken: Verändert sich die Schiffsfinanzierung?

Schiffsfonds und die Banken: Verändert sich die Schiffsfinanzierung?
27.07.2012569 Mal gelesen
Als ob die Branche der Schiffsfonds nicht mit genug Probleme zu kämpfen hätte, kündigten Commerzbank und HSH Nordbank ihren Ausstieg aus der Schiffsfinanzierung an. Werden Schiffskredite zukünftig teurer?

Die Schifffahrtskrise hat viele Gesichter. Neben den vielfältigen Problemen auf dem Schifffahrtsmarkt, der unter einem Überangebot an Transportkapazität leidet, ist auch die Schiffsfinanzierung zu einem wunden Punkt der Schiffsfonds geworden. In den letzten Wochen machte vor allem der Rückzug der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung Schlagzeilen. Aber auch die HSH Nordbank muss sich auf Druck der EU teilweise aus diesem Markt zurückziehen. Zwar gibt es noch weitere Banken, die Schiffen Kredite und Darlehen geben, jedoch könnte sich ein Wandel der „Kreditlandschaft“ anbahnen.

 

Zurückhaltenden Banken: Sanierungen von Schiffsfonds gestalten sich schwierig

 

Schiffsfonds sind Unternehmen und operieren daher auch mit Darlehen und Krediten. Diese Finanzierungsinstrumente spielen beim Erwerb neuer Schiffe, im laufenden Betrieb und bei Umschuldungen eine große Rolle. Aber auch bei finanziellen Engpässen von Schiffsfonds sind die schiffsfinanzierenden Banken wichtige Ansprechpartner, da Sanierungs- und Restrukturierungskonzepte oftmals frisches Kapital benötigen. Doch seit der Finanzkrise sind die Banken nicht mehr so freizügig bei der Kreditvergabe wie ehedem. Da die Banken selbst strengere Auflagen erfüllen müssen – Stichwort Basel III – wird bei notleidenden Schiffsfonds jetzt schneller die Reißleine gezogen und Kredite fällig gestellt. Die Zeche dieses geänderten Verhaltens zahlen allzu oft die Anleger, wenn einen Schiffsfonds hierdurch das Ende ereilt.

 

Der Rückzug der Commerzbank und der HSH Nordbank aus der Schiffsfinanzierung soll nach Angaben der Banken nur neue Finanzierungen betreffen. Jedoch könnten solche Bankenausstiege nach Einschätzung der Fondszeitung (Ausgabe 14/2012) auch noch andere, weitreichend Folgen für Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen haben: Der Wettbewerb zwischen den Banken könnte sich verringern und die Kredite könnten durch die verminderte Konkurrenz für die Schiffsfonds langfristig teurer werden. Insofern könnte die aktuelle Krise der Schifffahrt unvermutete Langzeiteffekte haben. Die heute auf dem Markt agierenden Schiffsfonds könnten angesichts ihrer üblicherweise langen Laufzeit hiervon noch betroffen sein.

 

Zwar stehen die langfristigen Zukunftsaussichten mitten in der momentanen Schifffahrtskrise nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Anleger - ein bedenkenswerter Aspekt der Schiffsfonds sind solche Perspektiven dennoch. Von größerer aktueller Bedeutung sind die geänderten Anforderungen der Banken bei der Sanierung von Schiffsfonds. Für etliche Schiffsbeteiligungen bedeutete dieser Wandel bereits das Aus. Anleger, deren Schiffsfonds bereits unter finanziellen Nöten leidet, können sich bei einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht über ihre individuellen Handlungsmöglichkeiten beraten lassen.

 

Weitere Informationen:

Infoseite Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen

 

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