Atlantic Flottenfonds Insolvenz: Schiffsfonds-Anleger verweigern sich Sanierungskonzept

10.04.2012334 Mal gelesen
Die auch in diesem Jahr nicht abreißen wollende Flut an Schiffsfonds-Insolvenzen muss nicht immer zwangsläufig auf den Druck der die Geduld mit den in finanzielle Schieflage geratenen Schiffs- und Flottenfonds verlierenden Gläubigerbanken zurückzuführen sein. Wie das Beispiel des im März in die Insolvenz gelangten Atlantic Flottenfonds zeigt, können auch die in der Regel einen Totalverlust erleidenden Schiffsfonds-Anleger den Ausschlag für den Gang vor das Insolvenzgericht geben.

Atlantic Flottenfonds Insolvenz reißt vier Fondsschiffe in die Tiefe

Von der Insolvenz des 2008 seitens des Initiators Atlantic, einem Unternehmen aus dem Hause Rickmers, mit einem Eigenkapital in Höhe von 31,2 Millionen € aufgelegten Schiffsfonds sind insgesamt vier baugleiche Tanker betroffen: Chemtrans Oste, Chemtrans Weser, Chemtrans Alster sowie Chemtrans Ems.

Mangelnde Liquidität und Wechselkursschwankungen führen in SchiffsfondsInsolvenz

Die vier Atlantic Flottenfonds Tanker konnten bereits kurz nach Auflage die in die Bulker seitens der Schiffsfonds-Anleger gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Neben mangelnder Charterauslastung und fehlender Weiterbeschäftigung der Fondsschiffe führten nicht zuletzt die hohen Verbindlichkeiten des Atlantic Flottenfonds sowie die Wechselkursschwankungen der zum Teil in Japanischen Yen aufgenommenen Darlehen in den finanziellen Untergang.

Atlantic Flottenfonds Anleger nicht bereit, Bankverluste aufzufangen

Anders als seitens der Gläubigerbanken des Atlantic Flottenfonds – allen voran die Commerzbank – waren die ca. 800 Atlantic Schiffsfonds-Anleger nicht bereit, einem Sanierungskonzept die Zustimmung zu erteilen. Das vornehmlich auf einem Verkauf der vier Fondsschiffe des in Schieflage geratenen Atlantic Flottenfonds basierende Sanierungskonzept hätte nämlich lediglich einer Kompensierung der den Gläubigerbanken entstandenen Verluste Vorschub leisten können. Den bereits im Vorfeld sich abzeichnenden Totalverlust der Schiffsfondsanleger hätte der Notverkauf der vier Fondstanker dagegen nicht mehr abwenden können.

Haftung für falsche Beratung

Betroffene Atlantic Flottenfonds -Anleger sollten sich mit deren Situation nicht abfinden, sondern umgehend den Rat eines auf Bank- und Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwalts suchen.
Sollten betroffene Atlantic Flottenfonds-Anleger von ihrem Anlageberater oder von ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken einer Beteiligung an einem Schiffsfonds aufgeklärt worden sein, so bestehen möglicherweise Schadensersatzansprüche. Des Weiteren kommt für die Anleger von Schiffsfonds in Betracht, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Schadensersatzansprüche können sich zum einen aus Prospekthaftung, zum anderen aufgrund Falschberatung ergeben.
In zahlreichen Gerichtsurteilen wurde zudem festgestellt, dass die beratende Bank beim Verkauf von geschlossenen Fonds die Rückvergütungsgebühren offenlegen muss. Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.

 
Was können betroffene Atlantic Flottenfonds-Anleger jetzt tun?

Betroffene Atlantic Flottenfonds Anleger haben die Möglichkeit, deren in Betracht kommenden Ansprüche umfassend überprüfen lassen. Die rechtliche Einschätzung und Empfehlung kann dabei anhand des jeweiligen Falles unterschiedlich ausfallen.