Anlegern der Containerfonds Conrendit 6 und Conrendit 8 drohen hohe Verluste

21.03.20121043 Mal gelesen
Die Zeichnung der seitens des Hamburger Emissionshauses Conrendit aufgelegten Containerfonds Conrendit 6 und Conrendit 8 entpuppt sich für deren Anleger immer mehr zum wirtschaftlichen Fiasko. So hatten die Anleger der beiden 2005 und 2007 aufgelegten und rasch in wirtschaftliche Schieflage geratenen Containerfonds nicht nur einmal auf sicher geglaubte Ausschüttungen verzichten müssen. Im Falle des sich nun abzeichnenden und zwecks Sicherung der Liquiditätslage der beiden Containerfonds notwendig gewordenen Notverkaufs von Containern drohen den Conrendit Anlegern darüber hinaus weitere erhebliche Kapitaleinschnitte.

Sinkender Bedarf an Containern lässt Conrendit-Fonds in Schieflage geraten

Lange Zeit galten Containerfonds als beliebtes und vermeintlich sicheres Anlagemodell. Die wachsende Weltwirtschaft garantierte einen scheins nicht zu stillenden Bedarf an Containern und garantierte den Fondsanlegern bei florierendem Welthandel sichere Renditen.
Die 2008 einsetzende Weltwirtschaftskrise und ein deutlich nach unten korrigiertes Konjunkturklima ließen den Bedarf an Containern und Containerschiffen schlagartig sinken. Viele der in den letzen Jahren initiierten Container- und Containerflottenfonds – so auch die Conrendit Fonds 6 und Conrendit Fonds 8 - leiden bis heute unter dem für die Gesellschaften völlig unerwartet eingetretenem Nachfragemangel.

Conrendit 6: Finanzierende Bank erhöht Druck auf Containerfonds

Wie das Fondstelegramm in dessen jüngsten Ausgabe berichtet, hat die bis dato die wirtschaftliche Liquidität des Conrendit 6 sicherstellende Bank zwischenzeitlich ein dem Containerfonds gewährtes Darlehen in Höhe von 22,6 Millionen US-Dollar zur Rückzahlung fällig gestellt. Nachdem bereits zuvor der Versuch, eine Anschlussfinanzierung zu finden, gescheitert war und die Conrendit 6 Verantwortlichen sich folgedessen außerstande gesehen hatten, einer vereinbarten Teiltilgung des aufgenommenen Darlehens nachzukommen, sah sich die Bank veranlasst, den Druck auf den angeschlagenen Containerfonds zu erhöhen. Nun sollen die Anleger des in eine wirtschaftliche Schieflage geratenen Conrendit 6 im Zuge eines anberaumten Gesellschafterbeschlusses dem Verkauf eines Portfolios in Höhe von 17,6 Millionen US-Dollar die Zustimmung erteilen. Eine für die Containerfonds Anleger ebenso folgenreiche wie verlustreiche Entscheidung: Nach Analyse des Fondstelegramm können die Conrendit 6 Anleger vorliegend gerade einmal mit einem Gesamtmittelrückfluss von maximal 60 % der ihrerseits in den Containerfonds investierten Einlage rechnen.

Conrendit 8: Sanierungsbemühungen des Containerfonds zeigen nur wenig Wirkung

Auch im 2 Jahre später aufgelegten Conrendit 8 ist die bis dato das wirtschaftliche Überleben des gleichfalls angeschlagenen Containerfonds garantierende Bank nicht mehr länger willens und bereit, auf ausstehende Tilgungs- und Ratenzahlungen zu verzichten. Zwar konnte im Zuge eines zwischen der Conrendit 8 Geschäftsführung und der finanzierenden Bank ausgearbeiteten Tilgungsplanes durch den darin vorgesehenen Verkauf von Tankcontainern die entstandene Liquiditätslücke von 7,7 Millionen US-Dollar größtenteils geschlossen werden. Allerdings gelang es der Conrendit 8 Geschäftsführung vorliegend nicht, den verbliebenen Restbetrag von 0,7 Millionen zeitnah zurückzuführen bzw. auf eine andere Bank umzuschulden. Wieder einmal sind es die ohnehin schon Leid geprüften Anleger des Conrendit 8, die über das weitere Schicksal des angeschlagenen Containerfonds im Rahmen eines Gesellschafterbeschlusses entscheiden sollen. Unabhängig davon, ob das Sanierungsmodell die Zustimmung der Mehrheit der Conrendit 8 Anleger findet oder nicht, müssen die Conrendit 8 Anleger mit einem erheblichen Verlust des ihrerseits in den Containerfonds investierten Geldes rechnen. Schätzungen des Fondstelegramm zufolge dürfte sich der Gesamtmittelrückfluss im Conrendit 8 auf eine Größenordnung zwischen 30 und 40 % der ursprünglich eingezahlten Einlage belaufen.

Haftung für falsche Beratung


Betroffene Conrendit-Anleger sollten sich mit deren Situation nicht abfinden, sondern umgehend den Rat eines auf Bank- und Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwalts suchen.
Sollten betroffene Conrendit-Anleger von Ihrem Anlageberater oder von Ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken einer Beteiligung an einem Containerfonds aufgeklärt worden sein, so bestehen möglicherweise Schadensersatzansprüche. Des Weiteren kommt für die Anleger von Containerfonds in Betracht, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Schadensersatzansprüche können sich zum einen aus Prospekthaftung, zum anderen aufgrund Falschberatung ergeben.
In zahlreichen Gerichtsurteilen wurde zudem festgestellt, dass die beratende Bank beim Verkauf von geschlossenen Fonds die Rückvergütungsgebühren offenlegen muss. Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (Kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.


 
Was können betroffene Conrendit-Anleger jetzt tun?


Betroffene Conrendit-Anleger haben die Möglichkeit, deren in Betracht kommenden Ansprüche umfassend überprüfen lassen. Die rechtliche Einschätzung und Empfehlung kann dabei anhand des jeweiligen Falles unterschiedlich ausfallen.