HCI Schiffsfonds Krise: Anlegern des HCI Shipping Select 25 drohen Nachschusszahlungen

15.02.2012286 Mal gelesen
Die Krise der seitens des Hamburger Initiators HCI aufgelegten Schiffs- und Produktentankerfonds weitet sich aus. Nachdem bereits in den Schiffsfonds HCI Shipping Select 26 und HCI Shipping Select 28 insgesamt sechs Fondsschiffe Insolvenz anmelden mussten, droht nun auch der HCI Shipping Select 25 in die Tiefe gerissen zu werden. Mittels hoher und in Kürze eingeforderter Nachschusszahlungen sollen die HCI Schiffsfondsanleger den angeschlagenen Schiffsfonds vor dem Untergang bewahren.

  Die Krise der seitens des Hamburger Initiators HCI aufgelegten Schiffs- und Produktentankerfonds weitet sich aus. Nachdem bereits in den Schiffsfonds HCI Shipping Select 26 und HCI Shipping Select 28 insgesamt sechs Fondsschiffe Insolvenz anmelden mussten, droht nun auch der HCI Shipping Select 25 in die Tiefe gerissen zu werden. Mittels hoher und in Kürze eingeforderter Nachschusszahlungen sollen die HCI Schiffsfondsanleger den angeschlagenen Schiffsfonds vor dem Untergang bewahren.  

 HCI Shipping Select 25 bleibt deutlich unter Erwartungen zurück  

 Wie bereits dessen Schwesternfonds, HCI Shipping Select 26 und HCI Shipping Select 28, blieb auch der 2007 seitens HCI aufgelegte und in insgesamt vier Massengutfrachter – so genannte Bulker – investierende Schiffsfonds deutlich unter den Erwartungen zurück. Auch im HCI Shipping Select 25 waren es weit unter Plan liegende Charterraten, fehlende Einnahmen und die im Zuge von Wechselkursschwankungen hervorgerufene Verteuerung der aufgenommenen Fremdwährungsdarlehen , welche die finanzielle Schieflage des HCI Schiffsfonds hervorriefen.  

 1000 HCI Schiffsfonds Anleger zur Sanierung aufgerufen  

Von der aktuellen wirtschaftlichen Schieflage des HCI Shipping Select 25 sind aktuellen Pressemeldungen zufolge ca. 1000 Schiffsfondsanleger betroffen. Diese hatten sich seinerzeit in der Hoffnung auf ihnen prognostizierte hohe Ausschüttungen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von € 48 Millionen an dem HCI Schiffsfonds beteiligt. Knapp fünf Jahre nach dessen Erstemission stellt sich die Situation für die HCI Schiffsfonds Anleger ganz anders als erwartet dar: Statt in den Genuss von Ausschüttungen zu kommen, werden die HCI Schiffsfondsanleger  nunmehr mittels Nachschusszahlungen dazu herangezogen, den in Liquiditätsengpass geratenen Schiffsfonds zu sanieren. Hohe für die HCI Schiffsfondsanleger im Vorhinein nicht absehbare Verluste sind dabei die zwangsläufige Folge.  

 Fremdfinanzierung birgt hohes Risiko für HCI Schiffsfonds-Anleger  

Ob und inwieweit die seitens der HCI Shipping Select 25 Fondsanleger zu erbringenden Sanierungsbeiträge ausreichen werden, um den HCI Schiffsfonds wieder in finanziell ruhigeres Gewässer zu manövrieren, ist ungewiss. Denn die finanzielle Situation des HCI Shipping Select 25 wird zudem durch die seinerzeit seitens der HSH Nordbank dem Schiffsfonds gewährten und teils in Fremdwährungen laufenden Schiffskredite in einer Größenordnung von ca. € 90 Millionen über Gebühr belastet. Da der HCI Schiffsfonds schon jetzt kaum in der Lage ist, die laufenden Betriebskostenzahlungen und Tilgungsleistungen zu erbringen, dürfte auch dieser HCI Schiffsfonds nicht auf die uneingeschränkte Solidarität der Gläubigerbank hoffen können. Verweigert die Gläubigerbank – wie in der Vergangenheit nicht nur einmal erfolgt – die für die Schiffsfondssanierung dringend benötigte Zustimmung, drohen dem Schiffsfonds die Insolvenzund der Notverkauf der Fondsschiffe, den Schiffsfondsanlegern schlimmstenfalls der Totalverlust ihrer Einlage.  

Haftung für falsche Beratung


Betroffene HCI Schiffsfonds-Anleger sollten sich mit deren Situation nicht abfinden, sondern umgehend den Rat eines auf Bank- und Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwalts suchen.
Sollten HCI Schiffsfonds-Anleger von Ihrem Anlageberater oder von Ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken einer Beteiligung an einem Schiffsfonds aufgeklärt worden sein, so bestehen möglicherweise Schadensersatzansprüche. Des Weiteren kommt für die Anleger von Schiffsfonds in Betracht, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Schadensersatzansprüche können sich zum einen aus Prospekthaftung, zum anderen aufgrund Falschberatung ergeben.
In zahlreichen Gerichtsurteilen wurde zudem festgestellt, dass die beratende Bank beim Verkauf von geschlossenen Fonds die Rückvergütungsgebühren offenlegen muss. Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (Kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.
 
Was können betroffene
HCI Schiffsfonds-Anleger jetzt tun?


Betroffene Anleger von problematischen HCI Schiffsfonds haben die Möglichkeit, deren in Betracht kommenden Ansprüche umfassend überprüfen lassen. Die rechtliche Einschätzung und Empfehlung kann dabei anhand des jeweiligen Falles unterschiedlich ausfallen.