Fremdwährungskredite ziehen MPC Offen und CFB Schiffsfonds in die Tiefe

13.02.2012635 Mal gelesen
Über die für Anleger geschlossener Fonds sich entwickelnde fatale Sogwirkung von Fremdwährungskrediten hatten wir an dieser Stelle bereits mehrfach berichtet. Neben geschlossenen Immobilienfonds leiden derzeit vor allem eine Vielzahl geschlossener Schiffsfonds unter der sich zwischenzeitlich als Boomerang erweisenden und die Liquidität des jeweiligen Fonds über Gebühr belastenden Wechselkursfalle. Jüngstes Beispiel: Schiffsfonds der Emissionshäuser MPC Capital und CFB.

Über die für Anleger geschlossener Fonds sich entwickelnde fatale Sogwirkung von Fremdwährungskrediten hatten wir an dieser Stelle bereits mehrfach berichtet. Neben geschlossenen Immobilienfonds leiden derzeit vor allem eine Vielzahl geschlossener Schiffsfonds unter der sich zwischenzeitlich als Boomerang erweisenden und die Liquidität des jeweiligen Fonds über Gebühr belastenden Wechselkursfalle. Jüngstes Beispiel: Schiffsfonds der Emissionshäuser MPC Capital und CFB.

Viele Schiffe derReederei Claus-Peter Offen von Krise betroffen

Vertragspartner der auf dem Gebiet der Schiffsfondsemission führenden Häuser MPC Capital und CFB ist vielfach dieReederei Claus-Peter Offen. Selbige hatte in den vergangenen Jahren als Garantiegeber gegenüber Banken und Schiffsfonds fungiert. Wie die Fondszeitung in deren aktuellen Ausgabe berichtet, ist die Rolle der in den vergangenen Jahren stetig gewachsenen Offen Reederei im Zuge der Finanzkonsolidierung der vielfach in wirtschaftliche Schräglage geratenen Schiffsfonds nicht unumstritten. So werde – wie die Fondszeitung weiter berichtet –  in Fachkreisen kritisiert, dass beispielsweise im MPC Offen Flottenfonds (MPC Santa B-Fonds) über den im MPC Capital-Schiffsfonds Prospekt ausgewiesenen Rahmen auf japanische Yen lautende und somit erheblichen Wechselkursschwankungen unterliegende Fremdwährungsdarlehen aufgenommen worden seien. Weiterhin wird laut Fondszeitung das Krisenmanagement der Reederei bemängelt: Statt die gegenüber den in Not geratenen MPC Capital-Fonds gegebenen Stabilitätsgarantien zu erfüllen, werde – so der in Fachkreisen erhobene Vorwurf – versucht, die eingefahrenen Verluste auf die MPC Capital Schiffsfondsanleger abzuwälzen.

MPC Offen Flotte 1:  MPC Capital-Schiffsfonds-Anlegern drohen Nachschüsse

Laut Informationen der Fondszeitung dürften die MPC Capital- Fondsanleger des 2006 mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 562 Millionen € aufgelegten MPC-Schiffsfonds Offen Flotte 1 die Auswirkungen der aufgenommenen Fremdwährungsdarlehen in Kürze zu spüren bekommen: Behalten die Informanten der Fondszeitung recht, könnten die MPC Offen Schiffsfondsanleger bereits in Kürze zu Nachschusszahlungen aufgefordert werden. Für die ohnehin schon Leid geprüften  MPC Offen Anleger wäre dies ein erneuter Rückschlag: So mussten die Anleger des in einer Größenordnung von 177 Millionen an dem MPC Offen Flottenfonds beteiligten MPC Capital-Schiffsfonds zwischen 2007 und 2010 statt prognostizierter Auszahlungen in Höhe von 27,4 mit einer Quote von lediglich 4 Prozentpunkten vorlieb nehmen.

MPC Offen Flotte 1 gerät früh in unsicheres Fahrwasser

Nicht nur der Höhenflug des japanischen Yen gegenüber dem Euro und die damit die Konditionen der aufgenommenen Darlehen zu Ungunsten des MPC Capital-Schiffsfonds deutlich verteuernden Fremdwährungsdarlehen belasteteten die wirtschaftliche Entwicklung des in Bedrängnis geratenen MPC Capital-Schiffsfonds: Weit unter Plan liegende Charterraten, hohe Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie Probleme bei der Anschlussbeschäftigung taten ihr Übriges, den MPC Offen Fonds in gefährliches Fahrwasser zu lotsen.


Fazit: Ohne die Intervention der MPC Capital - Schiffsfondsanleger mittels Nachschusszahlungen wird auch dieser MPC Offen Flottenfonds nicht zu retten sein. Den unzähligen MPC Capital Schiffsfondsanlegern drohen in diesem Falle finanzielle Einbussen in nicht unerheblicher Höhe. Weiteres Ungemach könnte den MPC Capital Flottenfonds Anlegen darüber hinaus noch von anderer Stelle drohen: Scheitern die derzeit zwischen dem Fonds und den Gläubigerbanken noch geführten Sanierungsgespräche, müssen die MPC Capital-Schiffsfonds Anleger sogar mit einem Totalverlust ihrer in Millionenhöhe erbrachten Einlage rechnen.

Auch MPC CPO Nordamerika Schiffe 2 und CFB  Containerriesen 1 – 3 in Wechselkursfalle

Neben dem MPC Offen Flotte 1 haben unlängst auch weitere geschlossene Schiffsfondsbeteiligungen die ohnehin schon angespannte Liquiditätslage deutlich belastenden Wechselkursschwankungen seinerzeit vermeintlich günstiger Fremdwährungsdarlehen zu spüren bekommen: Zum einen der 2008  seitens MPCCapital aufgelegte und aus insgesamt fünf Panamax-Containerschiffen bestehende CPO Nordamerika Schiffe 2, zum anderen die im gleichen Jahr seitens CFB aufgelegten Containerriesen 1 – 3, im Einzelnen: CFB Fonds 167, CFB Fonds 169 und CFB Fonds 171.

Fazit: Viele Emissionshäuser – mögen sie MPC Capital, CFB oder anders heißen – sind den Verlockungen der einstmals vermeintlich günstigen und oftmals auf Japanische Yen und Schweizer Franken lautenden Fremdwährungsdarlehen erlegen. Kommen dann neben den eingetretenen Wechselkursschwankungen vermeintliche Sicherungsmechanismen wie Garantie oder Schuldübernahme gar nicht erst zum Tragen, zahlen tausende von Schiffs- und Flottenfondsanlegern die Zeche: Ihnen drohen Nachschusszahlungen und bei fehlender Sanierungsbereitschaft der Gläubigerbanken schlimmstenfalls der Totalverlust der Einlage.

Haftung für falsche Beratung


Betroffene MPC oder CFB Schiffsfonds-Anleger sollten sich mit deren Situation nicht abfinden, sondern umgehend den Rat eines auf Bank- und Kapitalanlagerechts spezialisierten Rechtsanwalts suchen.
Sollten MPC oder CFB Schiffsfonds-Anleger von Ihrem Anlageberater oder von Ihrer Bank nicht umfassend über die Risiken einer Beteiligung an einem Schiffsfonds aufgeklärt worden sein, so bestehen möglicherweise Schadensersatzansprüche. Des Weiteren kommt für die Anleger von Schiffsfonds in Betracht, gegen die Initiatoren der Fonds und gegen den Vertrieb Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Die Schadensersatzansprüche können sich zum einen aus Prospekthaftung, zum anderen aufgrund Falschberatung ergeben.
In zahlreichen Gerichtsurteilen wurde zudem festgestellt, dass die beratende Bank beim Verkauf von geschlossenen Fonds die Rückvergütungsgebühren offenlegen muss. Deshalb kann im Fall der Zahlung von versteckt geflossenen Innenprovisionen (Kick-back) und mangelnder Information hierüber der Anleger verlangen, so gestellt zu werden, als hätte er die Beteiligung nicht geschlossen.
 


Was können betroffene MPC oder CFB Schiffsfonds-Anleger jetzt tun?


Betroffene Anleger von problematischen MPC Capital Schiffsfonds oder CFB Schiffsfonds haben die Möglichkeit, deren in Betracht kommenden Ansprüche umfassend überprüfen lassen. Die rechtliche Einschätzung und Empfehlung kann dabei anhand des jeweiligen Falles unterschiedlich ausfallen.