Alternative Capital Invest GmbH & Co. VI. und VII. Fonds KG: Liquidation hat begonnen

01.02.2012367 Mal gelesen
Die einzig verbliebenen Fonds der Gütersloher ACI-Gruppe sind in die Liquidationsphase getreten. Ob Anleger einen Ertrag von der Liquidatorin erwarten können, dürfte angesichts des bisherigen Verlaufs der Fonds wohl sehr zweifelhaft sein.

Für die einzig aktiven ACI-Fonds VI. und VII. sieht es nicht gut aus. In beiden Fonds sehen die Gesellschaftsverträge vor, dass die Fonds zum 31.12.2012 in die Liquidationsphase eintreten. Eine Fortführung der Gesellschaften ist nur möglich, wenn die Gesellschafter die Fortführung beschließen. Ein solcher Beschluss existiert für beide Fondsgesellschaften jedoch nicht, da seitens der Geschäftsführung nichts unternommen wurde, um den Gesellschaftern überhaupt über eine Gesellschafterversammlung oder ein Umlaufverfahren eine entsprechende Entscheidung zu ermöglichen.

 

Der Darstellung klang ursprünglich vielversprechend. Auf der Unternehmensseite der ACI-Gruppe ist noch heute folgendes zu lesen:

 

„Die Alternative Capital Invest Unternehmensgruppe hat im Jahre 2004 als Pionier erstmalig einen Fonds mit einer Immobilie in Dubai initiiert.

 

Inzwischen können wir auf sieben platzierte Fonds verweisen und für uns die Stellung als Marktführer in Anspruch nehmen.“

 

Die Realität der Entwicklung des Marktführers sieht wie folgt aus: Von den sieben Fonds wurde lediglich der erste Fonds mit Auszahlung an die Anleger abgewickelt. Für die ACI-Fonds II. – V. wurde im Jahre 2010 Insolvenzantrag gestellt. Die Insolvenzverfahren sind zwischenzeitlich eröffnet. Herr RA Dr. Nobert Westhoff versucht seit seiner Bestellung als Insolvenzverwalter Licht in das Dunkel der einzelnen ACI-Fonds II. – V. zu bringen, was sich zuweilen sehr schwierig gestaltet.

 

In der Liquidationsphase werden nun die vorhandenen Wirtschaftsgüter verwertet und die bestehenden Geschäfte beendet. Entsprechende Verbindlichkeiten werden beglichen und sollte dann noch etwas übrig bleiben, wird der Restbetrag an die Anleger ausgezahlt. Angesichts der Kassenlage und den vorhandenden Vermögenswerten laut der letzten Jahresabschlüsse dürfte der Geldfluss der Anleger vermutlich im Wüstensand versiegt sein.

 

Stellungnahme der Kanzlei Göddecke

Wieder einmal zeigt sich, dass man in Gütersloh offensichtlich alles daran setzt, damit die Anleger keine Möglichkeit der Mitsprache haben. Schon im letzten Jahr wurden Jahresabschlüsse für die ACI-Fonds VI. und VII. deutlich von den Gesellschaftern abgelehnt. Anstatt sich an diesem deutlichen Ausdruck der Anlegerinteressen zu orientieren, zog man es vor, nicht zu reagieren und den Gesellschaftern nicht einmal die Möglichkeit zu geben, zu entscheiden, was mit den Gesellschaften geschehen soll. Gründe wird man in Gütersloh sicher genug haben.

 

Die Liquidationsphase der ACI-Fonds VI. und VII. kann längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Gesellschaftsverträge sehen vor, dass in der Liquidationsphase eine Vergütung gezahlt wird, die mindestens der jährlichen Geschäftsführervergütung entspricht. Tatsache ist auch, dass die Geschäftsführung immer wieder beteuert, die Genussrechte der Fonds seien radikal im Wert gefallen und deshalb sei ein Verkauf wirtschaftlich nicht sinnvoll. Der Kanzlei GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE liegen Informationen vor, die zumindest Zweifel an dieser Darstellung aufkommen lassen können.

 

Anleger sollten sich daher nicht länger hinhalten lassen und aktiv selbst etwas tun, um so möglicherweise ihr Geld zurückerhalten. Die neuesten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bielefeld bieten hierfür zumindest Ansatzpunkte. Dies gilt auch für die bereits von der Insolvenz betroffenen ACI-Fonds II. – V.. GÖDDECKE RECHTSANWÄLTE betreut bereits eine Vielzahl von Anlegern der unterschiedlichen ACI-Fonds und fordert gerichtlich die angelegten Gelder von den Verantwortlichen zurück.

 

Quelle: eigene Recherche

 

31. Januar 2012 (Rechtsanwalt Marc Gericke)