Schweizer Bankgeheimnis weiter ausgehöhlt – Namen von deutschen Bankkunden im Internet veröffentlicht

Schweizer Bankgeheimnis weiter ausgehöhlt – Namen von deutschen Bankkunden im Internet veröffentlicht
26.05.2015157 Mal gelesen
Die Schweizer „Sonntagszeitung“ berichtet über die Nennung von möglichen Steuersündern im öffentlich zugänglichen Bundesblatt.

Durch eine große Anzahl von Amtshilfegesuchen an die Schweizer Steuerverwaltung, weiß diese sich wohl nicht anders zu helfen, als die Namen von betroffenen Bankkunden für jedermann zugänglich im Internet zu veröffentlichen. Neben vielen anderen Ländern haben insbesondere die deutschen Steuerbehörden ein starkes Interesse daran, zu erfahren, wer nicht versteuerte Beträge in der Schweiz in welcher Höhe angelegt hat.

Die Schweizer Steuerverwaltung ist aufgrund einer gesetzlichen Regelung angehalten, betroffene Bankkunden im Falle eines Amtshilfegesuches darüber zu benachrichtigen. Durch die Bekanntmachung der Namen von Bankkunden wollen die schweizer Behörden nun den Betroffenen die Möglichkeit einräumen, Rechtsmittel einlegen zu können.

Die Namen der betroffenen Bankkunden sind nun im Schweizer Bundesblatt seit kurzem einsehbar. Darunter befinden sich auch bekannte Persönlichkeiten aus Deutschland. Da auch die Banken wohl wenig Interesse zeigen, die Suche nach Ihren eigenen aktuellen oder ehemaligen Kunden zu unterstützen, haben sich die schweizer Steuerbehörden zu diesem zumindest unorthodoxen Weg entschieden. Informationen über Probleme mit Steuerangelegenheiten sind nun im Netz frei zugänglich. Dies hat sicher Auswirkungen auf das Vertrauen in das schweizer Bankgeheimnis.

Deutsche Bankkunden können sich nun auch selbst im Netz informieren, ob sie Zielperson eines Amtshilfeverfahrens geworden sind. Finden Sie Ihren Namen im Internet, sollten Sie bei einem spezialisierten Rechtsanwalt die Möglichkeit prüfen lassen, entsprechende Rechtsmittel einzulegen.

Anwaltskanzlei Herfurtner